Zwei getrennte Gebühren können auf einer Supercharger-Rechnung auftauchen, sobald der Strom nicht mehr der teure Posten ist. Sie haben unterschiedliche Auslöser, sie können beide beim selben Besuch anfallen, und beide lassen sich vermeiden, sobald Sie wissen, was die Uhr in Gang setzt.

Standgebühr versus Auslastungsgebühr

Eine Standgebühr wird berechnet, wenn Ihr Fahrzeug fertig geladen hat und den Ladeplatz weiterhin belegt.

Eine Auslastungsgebühr wird berechnet, wenn Ihr Fahrzeug an einem stark frequentierten Standort oberhalb von 80 % Ladestand weiter Strom zieht. Sie beginnt bei 80 %, unabhängig davon, ob der Ladevorgang noch läuft oder nicht — die Annahme dahinter: Die letzten 20 % gehen langsam, und der Ladeplatz ist für den Wartenden mehr wert.

Wann die Uhr tatsächlich zu laufen beginnt

Keine der beiden Gebühren greift für sich allein. Beide setzen zwei Bedingungen gleichzeitig voraus:

  1. Ihr Fahrzeug hat fertig geladen oder 80 % Ladestand überschritten, und
  2. mindestens die Hälfte der Ladeplätze an diesem Supercharger ist belegt.

An einem ruhigen Standort können Sie beliebig lange bei 100 % stehen und zahlen nichts.

Was es kostet

Der Satz steigt mit der Auslastung des Standorts und wird minutengenau abgerechnet:

Auslastung des Standorts Satz pro Minute
Unter 50 % 0,00 €
50 % oder mehr 0,50 €
100 % 1,00 €

Tesla wendet dieselbe Zahlenstruktur über alle Währungen hinweg an — $0.50/$1.00, £0.50/£1.00, 0,50 €/1,00 € — statt umzurechnen. Die Euro-Beträge sind also genau das, was ein europäischer Fahrer zahlt. Die Sätze können je nach Standort variieren, maßgeblich sind daher die Standortdetails in der App für den jeweiligen Ladeplatz.

Ein voller Standort zu 1,00 € pro Minute bedeutet 60 € pro Stunde. Das ist mehr als der gesamte Ladevorgang bei den meisten Fahrern kostet.

Die Fünf-Minuten-Regel

Jede Gebühr entfällt, wenn Sie das Fahrzeug innerhalb von fünf Minuten ab dem Zeitpunkt umparken, an dem sie anfallen würde. Das ist die nützlichste Information überhaupt: Die Karenzzeit ist großzügig genug, dass eine Gebühr fast immer bedeutet, dass niemand zum Fahrzeug zurückgekommen ist — und nicht, dass jemand etwas langsam war.

Die Tesla-App sendet eine Benachrichtigung, wenn der Ladevorgang abgeschlossen ist, und noch einmal, wenn Gebühren zu laufen beginnen. Schalten Sie diese Benachrichtigungen ein.

Tesla erlässt zudem in der Regel die erste Stand- oder Auslastungsgebühr eines Fahrers — allerdings einmalig pro Konto über dessen gesamte Laufzeit, nicht einmal pro Jahr.

Wie Sie in der Praxis vermeiden zu zahlen

  • Setzen Sie auf einer längeren Fahrt das Ladelimit unter 80 %. Sie fahren weiter, bevor die Auslastungsgebühr überhaupt beginnen kann, und der Bereich von 10 bis 80 % ist ohnehin der, in dem die Ladegeschwindigkeit stimmt.
  • Behandeln Sie die Benachrichtigung als Alarm. Fünf Minuten sind der gesamte Spielraum.
  • Prüfen Sie die Auslastung des Standorts, bevor Sie sich entfernen. An einem halb leeren Supercharger kostet Verweilen nichts; derselbe Ladeplatz an einem vollen Standort wird sofort abgerechnet.
  • Planen Sie nicht, bei 100 % noch eine Mahlzeit zu beenden. Genau für dieses Verhalten gibt es die Gebühr.

Der europäische Kontext

Diese Gebühren machen einen kleineren Teil der Rechnung aus als früher, weil der Energiepreis in Bewegung ist. Tesla hat die Preise an vielen deutschen Superchargern gesenkt, mit Nebenzeit-Tarifen ab 20 Cent pro kWh, und in Polen öffnet sich das Netz weiter für andere Marken, wobei vier einzelne Faktoren darüber entscheiden, was Sie zahlen. Die Kosten sind auch der Grund, der Teslas Netz in der J.D.-Power-Studie 2026 auf den vierten Platz zurückfallen ließ — die Gebührenstruktur lohnt sich also zu verstehen, statt sie vorauszusetzen.

Es ist zudem bekannt, dass Tesla diese Gebühren auch dann berechnet hat, wenn es das nicht hätte tun dürfen. Am Ende hat das Unternehmen Standgebühren erstattet, die Fahrern mit kostenlosem lebenslangem Supercharging in Rechnung gestellt worden waren — eine Erinnerung daran, dass sich ein genauer Blick auf diesen Rechnungsposten lohnt, statt ihn einfach durchgehen zu lassen.