Tesla hat in der Nacht zum Freitag, den 11. September 2026, die Preise an deutschen Supercharger-Stationen gesenkt, an vielen Standorten um 10 Cent pro Kilowattstunde oder mehr. Die günstigste Station des Landes startet jetzt bei 20 Cent/kWh.
Tesla hat nichts angekündigt. Es gibt keine Pressemitteilung und keine Aussage dazu, ob die neuen Tarife dauerhaft oder saisonal sind. Vorhanden sind der in der App angezeigte Tarif und der Austausch unter Fahrern, die ihre Beobachtungen vergleichen — so werden Änderungen der Supercharger-Preise üblicherweise bekannt.
Was sich geändert hat
| Standort | Neuer Tarif |
|---|---|
| Magdeburg-Rothensee (A2) | 20 ct/kWh außerhalb der Spitzenzeit, 36 ct in der Spitzenzeit |
| Köln Flughafen | ab 29 ct/kWh |
| Troisdorf | ab 29 ct/kWh |
| Hilden | 37 ct/kWh |
Magdeburg-Rothensee ist jetzt der günstigste Supercharger in Deutschland. Das Zeitfenster außerhalb der Spitzenzeit läuft von 23:00 bis 09:00 Uhr, und der Tarif dort fiel von 22 auf 20 Cent — für sich genommen eine kleine Bewegung.
Die größere Veränderung betrifft die Spitzenzeit. Teslamag und Schmidtisblog berichten übereinstimmend, dass die Spitzentarife an vielen deutschen Standorten nun zwischen 36 und 39 Cent/kWh liegen, mit Senkungen von bis zu 10 Cent. Das ist der Teil, der jene Fahrer erreicht, die sich den Ladezeitpunkt nicht aussuchen können.
Warum 20 Cent eine bemerkenswerte Zahl ist
Schnellladen ist in Deutschland 2026 teuer. Das Ad-hoc-Laden an DC-Säulen, also ohne Vertrag direkt an der Station, lag bei rund 62 Cent/kWh im August. Vertragstarife liegen bei etwa 39 bis 55 Cent, und das YOY-Abo von EnBW, das vielfach als bestes Preis-Leistungs-Angebot im deutschen Markt genannt wird, kostet 43 Cent/kWh zuzüglich 5,99 Euro im Monat.
Dagegen unterbietet ein Tesla-Spitzentarif von 36 bis 39 Cent die meisten Vertragstarife, ohne überhaupt einen Vertrag zu verlangen, und die Untergrenze von 20 Cent außerhalb der Spitzenzeit liegt unter der Hälfte des günstigsten gängigen Abo-Tarifs.
Sie kommt zudem drei Tage nach der BDEW-Umfrage unter deutschen E-Auto-Fahrern, nach der 59 % von ihnen die Preise von einem Ladevorgang zum nächsten vergleichen. In einem Markt, in dem Fahrer bei jeder einzelnen Ladung vergleichen, ist eine Senkung um 10 Cent ein Wettbewerbsschritt — ob Tesla ihn so darstellt oder nicht.
Einen einheitlichen deutschen Preis gibt es nicht
Tesla bepreist jeden Standort einzeln und nach Tageszeit, einen landesweiten Wert gibt es daher nicht. Die Senkungen fallen zudem ungleichmäßig aus. Die Meldungen häufen sich im Westen, besonders rund um Nordrhein-Westfalen, während Stationen in Sachsen und in Teilen Berlins weiterhin bis zu 60 Cent/kWh verlangen. Die eigene Route in der App zu prüfen bleibt der einzige Weg, um zu wissen, was Sie zahlen werden.
Was das für das übrige Europa bedeutet
Direkt nichts. Es handelt sich um eine deutsche Preisänderung, und es gibt keine Anzeichen für entsprechende Senkungen in den Nachbarmärkten. Tesla legt die Supercharger-Tarife von Land zu Land und von Standort zu Standort fest, ein Schritt in Nordrhein-Westfalen sagt also nichts über Österreich, Tschechien oder die Niederlande aus.
Wissenswert ist es trotzdem, wenn Sie durch Deutschland fahren. Das Land ist das Transitland für einen großen Teil der europäischen Fernstrecken, und diese Tarife gelten für das Auto an der Ladesäule und nicht für den Ort seiner Zulassung. Wer nachts aus Tschechien oder den Niederlanden über die A2 durchfährt, zahlt dieselben 20 Cent wie ein Einheimischer.
Auch Fahrer anderer Marken bekommen die niedrigeren Preise
Nahezu alle deutschen Supercharger sind für andere Marken geöffnet, so wie in Polen und weiten Teilen des übrigen Europas. Wer keinen Tesla fährt, zahlt standardmäßig mehr, aber eine Supercharger-Mitgliedschaft für 9,99 Euro im Monat oder 100 Euro im Jahr — nachdem Tesla den Preis im April 2024 von 12,99 Euro gesenkt hat — bringt denselben Preis pro kWh, den auch ein Tesla-Fahrer zahlt. Bei Ad-hoc-Tarifen von 55 Cent und mehr anderswo rechnet sich dieses Abo umso schneller, je mehr Ladevorgänge zu den neuen Tarifen stattfinden.
Der Vorbehalt
Preise, die über Nacht ohne Ankündigung fallen, können genauso wieder steigen. Tesla hat die Supercharger-Tarife schon früher ohne Vorankündigung angepasst, und nichts davon ist eine Zusage. Benzin und Diesel werden teurer, und für die deutschen Strompreise wird zum Jahresende ein Anstieg erwartet — das macht eine breite, unangekündigte Senkung bemerkenswert, ist aber kein Beleg dafür, dass sie den Winter überdauert.