Tesla hat am 11. September 2026 die Supercharger-Preise in ganz Kanada geändert und kein Wort darüber verloren. An mehr als 200 Standorten stiegen die Tarife, an 65 sanken sie, an 10 blieben sie gleich. Am selben Tag bewegte Tesla die Preise in Deutschland in die entgegengesetzte Richtung.
Was sich in Kanada geändert hat
Für die meisten kanadischen Fahrerinnen und Fahrer fällt die Erhöhung gering aus — typischerweise 1 bis 3 kanadische Cent pro kWh. Die Ausnahmen konzentrieren sich auf Alberta und Nova Scotia.
| Standort | Vorher | Nachher |
|---|---|---|
| Calgary, 130 Avenue SE | CA$0.51/kWh | CA$0.57/kWh |
| Calgary, Aviation Road NE | CA$0.51 | CA$0.57 |
| Edmonton, alle drei Standorte | CA$0.51 | CA$0.57 |
| New Minas, Nova Scotia | CA$0.68 | CA$0.71 |
| Enfield, Nova Scotia | CA$0.68 | CA$0.71 |
| Alberta, Nicht-Tesla-Elektrofahrzeuge | CA$0.90 | CA$0.92 |
Alberta verzeichnete den stärksten Sprung: rund 12 % an den betroffenen Standorten, gegenüber den anderswo üblichen 2 bis 6 %. Auch für Fahrzeuge anderer Marken wurde erhöht, und der Aufschlag, den sie zahlen, ist die Zahl, die man sich merken sollte — 0,92 CA$ gegenüber 0,57 CA$ an den Standorten in Alberta, also etwa 61 % mehr für denselben Strom aus derselben Ladesäule.
Deutschland ging am selben Tag den umgekehrten Weg
Tesla hat die deutschen Supercharger-Preise in der Nacht zum 11. September gesenkt, teilweise um mehr als 10 ct/kWh. Magdeburg-Rothensee fiel außerhalb der Spitzenzeiten auf 20 ct/kWh und ist damit der günstigste Standort des Landes; die Spitzentarife liegen an vielen deutschen Standorten inzwischen zwischen 36 und 39 ct.
Aus diesem Gegensatz ergeben sich zwei Erkenntnisse.
Was europäische Fahrerinnen und Fahrer daraus mitnehmen sollten
Die Supercharger-Preise sind regional, unangekündigt und jederzeit umkehrbar. Keine der beiden Änderungen kam mit einer Erklärung, einer Begründung oder einer Zusage, die Preise zu halten. Tesla legt die Tarife pro Markt und pro Standort fest und bewegt sie ohne Vorwarnung am selben Tag in beide Richtungen. Ein Preis, den Sie vergangenen Monat geprüft haben, ist kein Preis, auf den Sie sich verlassen können.
Der Aufschlag für Fremdmarken ist eine Tesla-Politik, keine Kostenfrage. Die 0,92 CA$ für Nicht-Tesla-Elektrofahrzeuge in Kanada liegen weit über den 0,57 CA$, die ein Tesla zahlt. In Europa gilt dieselbe zweistufige Struktur, bei der Fahrerinnen und Fahrer anderer Marken mehr zahlen, sofern sie keine monatliche Mitgliedschaft buchen. Kanada zeigt, dass Tesla diesen Abstand bei Preiserhöhungen vergrößert und nicht bloß fortschreibt.
Die Richtung der Entwicklung ist nicht global. Es liegt nahe, die deutsche Senkung als netzweite Strategie zu lesen — mehr Standorte, die inzwischen für andere Marken geöffnet sind, mehr Wettbewerb durch Drittanbieter-Netze, Druck zur Unterbietung. Kanada spricht am selben Tag dagegen. Tesla kalkuliert gegen den lokalen Wettbewerb, lokale Strompreise und lokale Auslastung, und Deutschlands günstige Nachttarife sind eine deutsche Antwort auf einen deutschen Markt.
Für europäische Fahrerinnen und Fahrer ist die praktische Konsequenz eng, aber real: Es lohnt sich, die Supercharger-Tarife vor einer längeren Fahrt in der App zu prüfen, statt sie vorauszusetzen — und der Abstand zwischen Spitzen- und Nebenzeiten ist in Deutschland inzwischen groß genug, um einen Ladestopp danach zu planen. TeslAnt hat bereits beschrieben, wie sich konkurrierende Anbieter preislich dagegen positionieren, darunter Lidls Schnellladen für 59p/kWh in Großbritannien.
Tesla hat keine der beiden Änderungen erklärt.