Walmart hat am 24. August 100 DC-Schnellladestandorte in 20 US-Bundesstaaten erreicht — ein Netz, das der Konzern selbst gebaut hat, besitzt und betreibt, statt die Parkfläche an ein Ladeunternehmen zu verpachten. Jeder Standort verfügt über acht bis sechzehn Ladepunkte mit bis zu 400 kW, und — das ist das Detail, auf das es für Tesla ankommt — an jedem einzelnen stehen sowohl CCS- als auch NACS-Stecker bereit.

„100 Standorte zu erreichen ist ein wichtiger Meilenstein, und unsere breite Präsenz versetzt uns in die Lage, das Laden von Elektrofahrzeugen für ganze Gemeinden zugänglicher zu machen”, sagte Walmarts Senior Vice President Shayne Wahlmeier. Das Unternehmen erklärt, es werde den Ausbau in Märkten mit erkennbarem Bedarf fortsetzen und dabei mit lokalen Versorgern und weiteren Partnern zusammenarbeiten — eine Zielzahl oder ein Datum hat es allerdings nicht genannt.

Der Preis ist der springende Punkt

Walmart versucht nicht, Tesla bei der Netzabdeckung zu überbieten. Der Konzern unterbietet Tesla beim Preis.

Netz Durchschnittspreis pro kWh
Ionna $0.37
Walmart $0.43
US-Landesdurchschnitt $0.538
Tesla $0.56
Electrify America $0.56

Die Werte je Netz stammen aus Parens Benchmarking-Daten zum Laden, wie sie InsideEVs berichtet hat: Dort landet Ionna als günstigstes von 17 Netzen und Walmart auf Platz vier. Der Landesdurchschnitt ist Parens eigene veröffentlichte Zahl für Q2 2026. Walmart+-Mitglieder erhalten weitere 10 % Rabatt, was einen ohnehin günstigen Ladevorgang auf rund 0,39 $ drückt.

Damit liegt Walmart pro kWh etwa 23 % unter Tesla und Ionna etwa 34 % darunter. Die Ladekosten sind in der Betriebswirtschaft eines Fahrzeugs kein Rundungsfehler: Bei einer Ladung von 60 kWh beträgt der Abstand zwischen Ionna und Tesla rund 11 $.

Teslas Anteil hat in diesem Quartal eine Grenze überschritten

Parens am 14. Juli veröffentlichter Q2-2026-Bericht hält etwas fest, das es zuvor nicht gegeben hatte: Teslas Gesamtanteil an den DC-Schnellladepunkten in den USA fiel unter 50 %.

Tesla ist weiterhin der größte Einzelbetreiber und baut weiterhin kräftig aus — im Quartal kamen 1.185 Ladepunkte hinzu. Das waren aber nur 27,0 % der landesweit neu installierten 4.382 Ladepunkte. Rund drei Viertel der neuen US-Schnellladekapazität installiert inzwischen jemand anderes.

Nichts davon ist ein Niedergang. Es ist das Ende einer Monopolstellung.

Warum der NACS-Stecker die Argumentation verändert

Teslas struktureller Vorteil in Nordamerika war nie der Preis. Er bestand darin, dass ein Tesla bequem nur an Superchargern laden konnte und dass dort sonst niemand laden durfte. Beide Hälften davon sind inzwischen weggefallen. Walmart baut an jedem Standort NACS ein, Ionna ebenso. Eine Tesla-Fahrerin oder ein Tesla-Fahrer kann bei Walmart vorfahren, den bereits am Auto vorhandenen Stecker nutzen und rund ein Viertel weniger zahlen als am Supercharger.

Es ist derselbe Druck, der sich schon in J.D. Powers Studie 2026 zeigte, in der das Supercharger-Netz bei Kosten und Bezahlung auf den vierten Platz abrutschte.

Was das für Europa bedeutet

Unmittelbar nichts. Walmart und Ionna sind hier nicht aktiv, und europäische Supercharger positionieren sich preislich gegen ein anderes Wettbewerbsumfeld.

Relevant ist die Richtung. Tesla hat zwei Jahre damit verbracht, Supercharger in ganz Europa für andere Marken zu öffnen, was das Netz von einem Kaufargument für einen Tesla in ein Geschäft verwandelt, das über den Tarif konkurrieren muss. Sobald der Stecker aufhört, ein Burggraben zu sein — auf beiden Kontinenten —, wird das Netz an Preis und Zuverlässigkeit gemessen wie jedes andere auch. Die USA sind in diesem Übergang schlicht weiter fortgeschritten.