Tesla hat seinen ersten Robotaxi-Sicherheitsbericht veröffentlicht: eine Seite auf tesla.com, die die Meilen zählt, die seine Robotaxis ohne Sicherheitsbegleiter im Fahrzeug zurückgelegt haben, und sie jeder Kollision gegenüberstellt, die Tesla der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA gemeldet hat. Die Seite ging am 21. Oktober 2026 online, wenige Stunden vor Teslas Zahlen zum dritten Quartal. Sie nennt außerdem vier Städte als „demnächst”: Las Vegas, Phoenix, Jacksonville und San Antonio, ohne Termine. Not a Tesla App berichtete zuerst über die Seite; TeslAnt hat sie über eine Kopie des Internet Archive von 18:51 UTC ausgewertet.
3,1 Millionen Meilen, zwei Drittel davon in Austin
Vom 22. Januar bis 18. Oktober 2026 legte die Flotte in sechs Städten 3.112.541 Meilen zurück, ohne dass jemand von Tesla an Bord war:
| Stadt | Meilen ohne Sicherheitsbegleiter | Anteil |
|---|---|---|
| Austin, Texas | 2.118.015 | 68,0 % |
| Dallas, Texas | 608.130 | 19,5 % |
| Houston, Texas | 225.964 | 7,3 % |
| Orlando, Florida | 61.053 | 2,0 % |
| Tampa, Florida | 53.117 | 1,7 % |
| Miami, Florida | 46.262 | 1,5 % |
Das Tempo ist die eigentliche Nachricht. Tesla verkündete eine Million unbeaufsichtigte Meilen beim Cybercab-Start am 3. September, und Teslas Q3-Brief, der am Abend des 21. Oktober erschien, bezifferte die Gesamtzahl Ende September auf „fast zwei Millionen”. Laut den Wochendaten der Seite kamen allein in der Woche vom 12. bis 18. Oktober rund 558.000 Meilen hinzu, gegenüber 334.000 in der Woche vom 28. September bis 4. Oktober. Der Dienst in der Bay Area, bei dem ein Mitarbeiter auf dem Fahrersitz sitzt, ist nicht enthalten.
Die Nullen und was sie zählen
Tesla meldet keine durch ein Robotaxi verletzte Person, keine ausgelösten Airbags in Robotaxis und keine angefahrenen Fußgänger oder Radfahrer. Die herunterladbare Liste der gemeldeten Kollisionen zeigt, was hinter diesen Zahlen steckt: 32 Unfälle zwischen dem 23. Mai und dem 18. Oktober, davon 30 mit reinem Sachschaden. In 13 Fällen stand das Robotaxi. An 15 war ein festes Objekt beteiligt, etwa ein Müllcontainer, ein Bordstein oder eine herabhängende Kette, und drei ereigneten sich, während ein Fernbediener das Fahrzeug steuerte oder barg – Fälle, die TeslAnt vergangene Woche untersucht hat. Nach TeslAnts Rechnung entspricht das etwa einer gemeldeten Kollision alle 97.000 Meilen. Die Liste weicht von der öffentlichen NHTSA-Datei mit 36 Tesla-Meldungen ab: Sie lässt Unfälle mit Sicherheitsbegleiter an Bord weg und enthält Unfälle aus dem Oktober, die die NHTSA noch nicht veröffentlicht hat.
Zwei Einträge erwähnen ein Krankenhaus. Am 26. September fuhr ein Robotaxi in Dallas in einem Baustellenbereich mit etwa 29 mph durch ein Schlagloch, und einer der beiden Fahrgäste „gab an, ärztliche Hilfe in Anspruch genommen zu haben”; laut Tesla ergab die eigene Untersuchung keine Verletzung. Am 10. Oktober, ebenfalls in Dallas, wurde ein SUV nach einer Kollision mit einem anderen Auto in ein Robotaxi geschoben, das an einem Stoppschild wartete; der Fahrer des anderen Autos kam ins Krankenhaus. Keiner der beiden Fälle zählt, weil Teslas Verletztenzahl nur Kollisionen erfasst, bei denen das Robotaxi den Erstkontakt hatte.
Der menschliche Vergleichswert
Neben jeder Null zeigt Tesla, was menschliche Fahrer auf den 2,95 Millionen Meilen in Texas „hätten verursachen können”: 9,1 Kollisionen mit Verletzten, 4,1 Airbag-Auslösungen und 0,52 Kollisionen mit einem Fußgänger oder Radfahrer. Die Zahlen stammen aus Polizeidaten des Jahres 2024 aus Austin, Dallas und Houston; die Verletztenzahl wurde um Unfälle hochgerechnet, die nie der Polizei gemeldet wurden. Der Vergleich ist nicht gleichwertig, und Teslas eigene Methodik räumt das ein: Polizeiberichte halten nicht fest, welches Fahrzeug den Erstkontakt hatte, daher zählen die Werte für menschliche Fahrer jede solche Kollision.
Verkehrsverstöße deckt der Bericht nicht ab. Die NHTSA entscheidet noch, ob sie Beschwerden über zu schnell durch Schulzonen fahrende Robotaxis untersucht.
Vier Städte als Nächstes
Las Vegas folgt auf die Entscheidung Nevadas vom August, Tesla bis zu 5.000 Robotaxis im Clark County zu erlauben. Jacksonville wäre Teslas vierte Stadt in Florida und San Antonio die vierte in Texas. Unser Juli-Bericht zum Start in Miami führte San Antonio unter den bereits bedienten Städten auf; Teslas Seite zeigt, dass dies nicht der Fall ist.
Was das für Europa bedeutet
Für europäische Besitzer gilt bislang nichts von dem, was auf der Seite steht: FSD ist in Europa die beaufsichtigte Version, inzwischen in neun EU-Ländern zugelassen. Was die Seite bietet, ist die erste Robotaxi-Sicherheitsbilanz, die Tesla selbst veröffentlicht hat – mit einer offengelegten Methodik und einer Unfallliste, die sich mit den Daten der NHTSA abgleichen lässt.