Teslas FSD (Supervised) Vehicle Safety Report beziffert die Strecke zwischen zwei schweren Unfällen in Nordamerika jetzt auf 6.006.200 Meilen, gemessen über die jüngsten rollierenden 12 Monate. Als die Seite im November 2025 startete, lag der Wert laut TeslaNorth bei etwa 5,1 Millionen, und Drive Tesla gibt für die Februar-Ausgabe rund 5,3 Millionen an. Über die aktualisierten Zahlen wurde erstmals am 27. Oktober 2026 berichtet.

Teslas Kernaussage lautet, dass Fahrer mit FSD neunmal so weit zwischen zwei schweren Unfällen kommen wie der durchschnittliche US-Autofahrer. Die eigenen Daten des Unternehmens stützen eine kleinere, aber immer noch beachtliche Aussage.

Die Zahlen

Meilen pro Unfall, Nordamerika, 12 Monate Schwer (Airbag ausgelöst) Leicht
FSD (Supervised) aktiv 6.006.200 1.760.823
Tesla manuell gefahren, aktive Sicherheitssysteme an 2.031.221 685.390
Ältere Teslas ohne aktive Sicherheitssysteme 845.915 —
Geschätzter US-Durchschnitt 660.164 225.322

Im Betrachtungszeitraum zählte Tesla 1.579 schwere Unfälle auf 9.483.790.215 Meilen, die mit aktivem FSD gefahren wurden. Der kumulative Zähler auf der Seite hat seit 2020 die Marke von 16,8 Milliarden FSD-Meilen überschritten.

Neunmal oder dreimal?

Der Faktor neun vergleicht FSD mit Teslas Schätzung für das durchschnittliche Auto in den USA. Dieser Fahrzeugbestand ist im Schnitt rund 12 Jahre alt, und ein Großteil davon stammt aus der Zeit vor dem automatischen Notbremsassistenten. Teslas eigene Methodik nennt seine vor 2014 gebauten Fahrzeuge ohne aktive Sicherheitsfunktionen als beste Annäherung an diesen Durchschnitt.

Für Besitzer zählt ein anderer Vergleich: Ist es sicherer, FSD einzuschalten, als dasselbe Auto mit aktiven Sicherheitssystemen selbst zu fahren? Nach Teslas eigenen Zahlen liegt dieser Vorteil bei schweren Unfällen knapp unter dem Dreifachen (6.006.200 gegenüber 2.031.221 Meilen) und bei leichten Unfällen bei etwa dem 2,6-Fachen.

Genau diesen Vergleich forderte der Sicherheitsforscher Philip Koopman, als die Seite im November 2025 startete. Er warnte zudem, dass die schwersten Unfälle unerfasst bleiben können, wenn dabei die Telematik des Fahrzeugs zerstört wird, und dass die Seite keine Angaben zu Todesfällen enthält.

Wie Tesla zählt

Als schwerer Unfall gilt ein Unfall, bei dem ein Airbag oder ein anderes nicht reversibles Rückhaltesystem auslöst. Ein leichter Unfall ist ein Aufprall mit einer Geschwindigkeitsänderung von mindestens 8 km/h innerhalb von 150 Millisekunden, ohne dass ein Rückhaltesystem auslöst. Ein Unfall wird FSD zugerechnet, wenn das System zu irgendeinem Zeitpunkt in den fünf Sekunden vor dem Aufprall aktiv war; die Schuldfrage bewertet Tesla nicht. Die Unfallmeldeverordnung der NHTSA arbeitet stattdessen mit einem Zeitfenster von 30 Sekunden.

Der US-Durchschnitt ist Teslas eigene Schätzung auf Basis staatlicher Fahrleistungs- und Unfallstichprobendaten, und China ist im Bericht nicht enthalten. Nach eigenen Angaben aktualisiert Tesla die Zahlen jedes Quartal.

Was das für Europa bedeutet

Es handelt sich um nordamerikanische Zahlen. Tesla veröffentlichte im Juli gesonderte europäische Daten, wonach FSD in Europa über 65 Millionen km 5,2-mal sicherer als manuelles Fahren war, und Daten dieser Art untermauern den Artikel-39-Antrag, den Tesla den europäischen Behörden vorgelegt hat. Tesla Assisted Driving, wie das System in Europa inzwischen heißt, ist in zehn EU-Ländern zugelassen, und Italien sprach sich am 29. Oktober für eine zügige EU-weite Zulassung aus.

Für europäische Autofahrer ist der direkte Vergleich die aussagekräftige Zahl. Nach Teslas eigenen Daten verdreifacht FSD in etwa die Strecke zwischen schweren Unfällen, verglichen mit demselben Auto, das von Hand mit eingeschalteten Sicherheitssystemen gefahren wird. Das ist ein starkes Ergebnis, aber nur ein Drittel der Schlagzeile.