Tesla verteilt an europäische Fahrzeugbesitzer eine kostenlose zweimonatige Testphase von Full Self-Driving (Supervised) — zum zweiten Mal seit der ersten EU-Zulassung im April gibt das Unternehmen die Software in der Region gratis ab. Die Besitzer werden per E-Mail informiert, und die Testphasen laufen am 2. Oktober 2026 ab, womit der Start der Welle in die ersten Augusttage fällt.
Die Aktion ist auf jene Länder beschränkt, in denen FSD (Supervised) tatsächlich legal genutzt werden darf. Diese Liste bleibt kurz, und sie ist seit Juni nicht länger geworden.
Wo die Testphase gilt
Fünf EU-Mitgliedstaaten haben das System freigeschaltet, und alle stützen sich auf eine einzige niederländische Entscheidung statt auf eigene Zulassungen:
| Land | Zugelassen |
|---|---|
| Niederlande | 10. April 2026 |
| Litauen | 20. Mai 2026 |
| Estland | 29. Mai 2026 |
| Dänemark | 9. Juni 2026 |
| Belgien | 11. Juni 2026 |
Die niederländische Fahrzeugbehörde RDW erteilte die Typgenehmigung am 10. April — die erste Freigabe dieser Art in der gesamten Europäischen Union. Die vier Länder, die folgten, beschleunigten auf dieser Grundlage ihre eigenen Verfahren.
Die Besitzer bestätigen die E-Mails unabhängig voneinander. Ein Besitzer in den Niederlanden schrieb am 4. August auf r/teslamotors, Tesla habe ihn per E-Mail über „erneut eine zweimonatige kostenlose Testphase von FSD (Supervised), ab sofort” informiert, und ergänzte, ein Freund habe dieselbe Nachricht erhalten. Dieser Besitzer hatte im Mai und Juni bereits einen Gratismonat — genau das macht dies zur zweiten und nicht zur ersten Runde.
Warum Tesla die Software verschenkt
Die kommerzielle Logik ist eindeutig: Testphasen konvertieren. Teslas Zahlen für das zweite Quartal 2026 weisen weltweit 1,48 Millionen aktive FSD-Abos aus, und die europäische Nachfrage kommt seit den Zulassungen im Frühjahr zusätzlich hinzu. Zwei Monate sind lang genug, damit sich Fahrerinnen und Fahrer daran gewöhnen, FSD auf dem Weg zur Arbeit einzuschalten — und die Aktion fällt genau in die Zeit, in der Tesla frische Sicherheitszahlen vorweisen kann.
Am 28. Juli veröffentlichte Tesla Europe die ersten regionalen Sicherheitskennzahlen für das System und erklärte, FSD sei in Europa über 65 Millionen in der Region protokollierte Kilometer hinweg 5,2-mal sicherer als manuelles Fahren. Dass die Testphasen genau dann verteilt werden, wenn diese Zahlen die Runde machen, ist kein Zufall.
Europas Zulassungslandkarte bleibt der Engpass
Für die meisten europäischen Besitzer ist die Testphase eine theoretische Angelegenheit — ihr Land hat die Software nicht zugelassen, es gibt also nichts zu aktivieren. Die EU-weite Anerkennung der niederländischen Zulassung erfordert eine qualifizierte Mehrheit im TCMV-Ausschuss: mindestens 15 Mitgliedstaaten, die 65 % der EU-Bevölkerung vertreten. Diese Abstimmung wird für Oktober erwartet — denselben Monat, in dem diese Testphasen ablaufen — und bis dahin sind nationale Zulassungen der einzige Weg.
Einige Aufsichtsbehörden bewegen sich dennoch. Finnland hat signalisiert, FSD möglicherweise noch vor der EU-Abstimmung zuzulassen, anstatt darauf zu warten. In den großen Märkten ist der Fortschritt gemischt. Frankreich hat die Anerkennung der niederländischen Zulassung verweigert und wartet auf eine Entscheidung auf EU-Ebene, und Tschechien hat sich genauso positioniert. Das deutsche KBA prüft das System weiter, wobei die unbegrenzten Autobahn-Geschwindigkeiten die offene Frage bleiben, während Tesla in Italien einen neuen Antrag gestellt hat.
Bis sich der TCMV bewegt, werden kostenlose Testphasen weiterhin in denselben fünf Ländern landen — rund 11 % der europäischen Staaten — ganz gleich, wie gut die Sicherheitsdaten aussehen.