Ein Händler für gebrauchte Teslas in Großbritannien hat ein Model 3 mit sehr hoher Laufleistung gekauft, um herauszufinden, was 250.000 Meilen mit einem solchen Auto tatsächlich anstellen. Die kurze Antwort, veröffentlicht am 12. September: weniger, als die meisten Käufer befürchten.
Es handelt sich um ein Model 3 Long Range aus dem Jahr 2021. Es legte 250.000 Meilen — rund 402.000 km — in weniger als fünf Jahren zurück, im Schnitt etwa 150 Meilen pro Tag. Richard Symons, der nach eigener Aussage Großbritanniens größten Showroom für gebrauchte Teslas betreibt, kaufte es gezielt, um der Frage nach hoher Laufleistung Zahlen entgegenzusetzen, statt darüber zu diskutieren.
Die Batterie
Es ist der originale Akku, und er hält noch 84 % seiner Nennkapazität. Bei einer Sommerladung entspricht das rund 284 Meilen nutzbarer Reichweite.
Die zweite Befürchtung bei einem alternden Akku — dass er nicht mehr schnell lädt — bestätigte sich ebenfalls nicht. Am Supercharger brachte eine Sitzung von 11 Minuten 30 % und rund 85 Meilen. Über die gesamte Laufzeit ergibt sich eine Effizienz von 4,15 Meilen pro kWh, also etwa 15,0 kWh/100 km.
Was verschlissen ist — und was nicht
| Komponente | Nach 250.000 Meilen |
|---|---|
| Traktionsbatterie | Original — 84 % Kapazität |
| Antriebsmotoren | Original |
| Bremsscheiben und -beläge | Original |
| Bremsflüssigkeit und Kühlmittel | Original |
| Reifen | Sechs Sätze |
| Wischerblätter | Mehrere Sätze |
| Fahrwerksbuchsen | Ersetzt |
| Hintere Stoßdämpfer | Vorsorglich ersetzt, nicht defekt |
| Lautsprecher in der Frontschürze | Der einzige ungeplante Ausfall |
Bei den Bremsen lohnt es sich innezuhalten. Im Alltag übernimmt die Rekuperation den Großteil der Verzögerung, sodass das Reibmaterial so lange hält, wie es bei einem Verbrenner nie der Fall wäre. Originale Scheiben und Beläge nach 402.000 km sind eine Wartungsersparnis, keine Kuriosität.
Das einzige Bauteil, das tatsächlich ausfiel, war der externe Lautsprecher in der Frontschürze — die Einheit zur Fußgängerwarnung, die für neue Elektrofahrzeuge vorgeschrieben ist. Dem Bericht zufolge schafft das Auto zudem weiterhin 0-60 mph in 3,8 Sekunden.
Wie sich das in die größere Datenlage einfügt
Ein Auto ist nur ein Auto, und dieses wurde von jemandem gekauft und bewertet, dessen Geschäft der Verkauf gebrauchter Teslas ist. Ein Abgleich mit einer größeren Stichprobe lohnt sich. Aviloos erster Battery Report, der auf mehr als einer halben Million Tests beruht, ermittelte beim Model Y einen Medianwert von 90,3 % nach 150.000 km. Dieses Model 3 ist rund 2,7-mal weiter gefahren und büßt dafür etwa sechs weitere Prozentpunkte ein — im Einklang mit einer Degradationskurve, die früh abfällt und dann abflacht.
Die Betriebskosten weisen in dieselbe Richtung. Ein französischer Halter veröffentlichte in derselben Woche seine Zahlen: 76.000 km in einem Model 3 von 2022 bei 15,2 kWh/100 km, im Schnitt €3,33 pro 100 km — und zwei Wischerblätter als einziges Ersatzteil.
Was das für europäische Käufer bedeutet
Konstante 150 Meilen pro Tag kommen dem schonendsten Lastprofil nahe, das eine Batterie haben kann. Lange Strecken bedeuten weniger Vollzyklen pro Meile und weniger Standzeit bei hohem Ladestand — das Gegenteil eines Autos, das 20 Meilen am Tag fährt und dazwischen bei 90 % steht. Ein hoher Kilometerstand ist bei einem gebrauchten Elektrofahrzeug nicht automatisch ein Warnsignal, aber wie die Meilen zusammengekommen sind, zählt weiterhin mehr als ihre bloße Zahl.
Diese Unterscheidung lässt sich bald leichter überprüfen. Ab November müssen neue EU-Fahrzeuge einen Umweltpass mit Angaben zur Batteriegesundheit führen, und der britische Handel drängt auf ein Batteriezustandszertifikat für jedes gebrauchte Elektrofahrzeug.