Tesla Europe veröffentlichte am 7. September neun Worte, auf die viele europäische Fahrzeugbesitzer seit Anfang Juni gewartet haben: „FSD Supervised now approved in Slovenia. Rollout will begin soon.”

Slowenien wird damit das sechste europäische Land, in dem Full Self-Driving (Supervised) für öffentliche Straßen freigegeben ist. Es ist zugleich der erste neue Markt seit Belgien im Juni — und das macht die zweimonatige Lücke davor zu einem ebenso wichtigen Teil der Geschichte wie die Genehmigung selbst.

Wo FSD Supervised in Europa derzeit steht

Land Genehmigt
Netherlands April 2026
Lithuania May 2026
Estonia May 2026
Denmark June 2026
Belgium June 2026
Slovenia September 2026

Die Niederlande gingen voran, und zwar aus einem strukturellen und nicht aus einem enthusiastischen Grund. Die niederländische Fahrzeugbehörde RDW erteilte eine Genehmigung, die andere EU-Mitgliedstaaten rechtlich übernehmen können — damit wurde aus einer nationalen Entscheidung etwas, das andere Regulierungsbehörden nachvollziehen konnten, anstatt es neu zu verhandeln. Litauen und Estland folgten innerhalb von Wochen, Dänemark im Juni und Belgien etwa einen Tag nach Dänemark.

Dann stand die Landkarte zwei Monate lang still.

Was während der Pause geschah

Der Stillstand war keine ruhige Phase für FSD in Europa — er war eine laute, nur eben nicht auf der Ebene nationaler Genehmigungen.

Ende August veröffentlichte Tesla seinen Sicherheitsnachweis nach Artikel 39, das Dokument zur Unterstützung einer EU-weiten Ausnahmegenehmigung, über die die Mitgliedstaaten im Oktober abstimmen sollen. TeslAnt berichtete über das Sicherheits-Dashboard, das Tesla hinter diese Einreichung stellte. Tage später erklärte Frankreich — das FSD sechs Wochen zuvor abgelehnt hatte —, es werde die Homologation nun doch unterstützen.

Sloweniens Genehmigung fällt zeitlich zwischen diese beiden Schritte und die Abstimmung im Oktober. Diese Reihenfolge ist wichtig für die Frage, wie viel man hineinlesen sollte. Eine sechste nationale Genehmigung ist eine echte Ausweitung, aber sie folgt weiterhin demselben Weg Land für Land — und nicht der EU-weiten Freigabe, um die Tesla tatsächlich bittet.

Was slowenische Fahrzeugbesitzer bekommen, und wann

Tesla hat für Slowenien weder ein Rollout-Datum noch eine Build-Nummer oder eine Hardware-Voraussetzung veröffentlicht. „Soon” ist bislang die gesamte Auskunft.

Zwei praktische Einschränkungen sollte man jetzt schon festhalten. Die erste: Genehmigung und Verfügbarkeit sind zwei verschiedene Ereignisse — in Dänemark und Belgien lag jeweils eine Verzögerung zwischen der Freigabe und dem Zeitpunkt, an dem die Fahrzeuge die Funktion tatsächlich erhielten. Die zweite: FSD (Supervised) bleibt in Europa ein überwachtes System — der Fahrer bleibt verantwortlich, die Hände bleiben verfügbar, und die vom Fahrzeug gewählte Geschwindigkeit ist weiterhin das Problem des Fahrers, wenn sie ein Bußgeld einbringt.

Was das für den Rest Europas bedeutet

Slowenien ist ein kleiner Markt, und genau darin liegt wohl der Punkt. Sechs Genehmigungen in fünf Monaten, verteilt auf die Niederlande, das Baltikum, Skandinavien, Belgien und nun Slowenien, zeigen, dass der Weg der gegenseitigen Anerkennung funktioniert — langsam, eine Behörde nach der anderen, in der Reihenfolge, in der die nationalen Regulierungsbehörden dazu kommen.

Für Fahrzeugbesitzer in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und im restlichen Staatenbund ist nicht die Zahl sechs die entscheidende. Es ist die Abstimmung im Oktober. Bis diese in Teslas Sinne ausgeht, kommt jeder neue Markt so wie dieser: unangekündigt, ein Land nach dem anderen.