Tesla hat am 10. September 2026 begonnen, die Software auszuliefern, mit der ein Cybertruck und eine Powerwall 3 gleichzeitig dasselbe Haus versorgen können. Bislang mussten Besitzer beider Geräte sich für eines entscheiden.

Was sich tatsächlich geändert hat

Powershare — die Fähigkeit des Cybertruck, bei einem Stromausfall ein Haus zu versorgen — funktioniert seit 2024, allerdings nur allein. Ein Haus mit bereits installierter Powerwall konnte entweder die Powerwall oder den Pickup nutzen, nicht beides, weil die beiden sich die Aufgabe nicht teilen konnten, das Netz innerhalb des Hauses aufrechtzuerhalten.

Im Zusammenspiel liefert das Duo laut Tesla mehr als drei Tage Notstrom. Das Unternehmen beschreibt den Beitrag des Pickups als Äquivalent von neun zusätzlichen Powerwalls, was eher Rechnen als Marketing ist: Der Cybertruck trägt einen 123-kWh-Akku, eine Powerwall 3 speichert 13,5 kWh, der Pickup entspricht beim Energieinhalt also etwa neun davon. Was er nicht ersetzt, sind neun davon bei der Ausgangsleistung — Powershare speist das Haus mit bis zu 11,5 kW, unabhängig davon, wie viel noch im Akku ist.

Gespeicherte Energie Rolle
Powerwall 3 13.5 kWh Netzbildend
Cybertruck-Akku 123 kWh Netzbildend über Powershare
Kombinierter Notstrom mehr als 3 Tage Tesla-Angabe
Powershare-Ausgangsleistung bis zu 11.5 kW Unverändert

Die Hardware-Anforderungen haben sich nicht verändert: ein Powershare Gateway und ein Universal Wall Connector, eine Installation, für die Besitzern in der Regel rund 4.000 US-Dollar genannt wurden. Diese Version deckt die Powerwall 3 ab. Tesla hat nicht gesagt, wann oder ob ältere Powerwall-Generationen folgen.

Zwei Jahre zu spät, aus einem Grund, den Tesla erklärt hat

Tesla hatte dies zuerst für 2025 versprochen, dann für Mitte 2026, dann für den Sommer 2026. TeslAnt hat vor zwei Wochen über den dritten verpassten Termin berichtet, als das Unternehmen gar keine neuen Termine mehr nannte.

Das Hindernis war nie das Marketing. Wes Morrill, leitender Ingenieur des Cybertruck, formulierte es unmissverständlich: Zwei netzbildende Geräte müssen laufend aushandeln, welches von ihnen die Versorgung bildet und welches folgt, während sich der Ladezustand beider verändert. Ein netzbildendes Gerät erzeugt die Spannungs- und Frequenzreferenz, an der sich alles andere im Haus orientiert. Setzt man zwei davon ohne Schiedsrichter auf eine Verteilung, erhält man genau jenen Fehlerfall, zu dessen Verhinderung es Sicherheitsnormen zur Inselnetzerkennung gibt — das Unter-Spannung-Setzen von Stromkreisen, die eigentlich spannungsfrei sein sollen. Morrill ergänzte, dass die Aushandlung ohne Netzwerkverbindung und mit jeder bereits im Feld befindlichen Powerwall-Generation funktionieren musste.

Dass die Funktion nun ausschließlich für die Powerwall 3 erscheint, passt zu dieser Erklärung. Die Powerwall 3 ist die Generation, deren Leistungselektronik Tesla am umfassendsten kontrolliert.

Warum das in Europa zählt, wo der Pickup nicht verkauft wird

Der Cybertruck wird in Europa nicht verkauft, und nichts deutet darauf hin, dass sich das ändert. Das technische Problem dahinter ist jedoch nicht Cybertruck-spezifisch — und es ist der Grund, warum Vehicle-to-Home hier noch selten ist.

Jedes Haus, in dem schon ein Speicher steht, stößt in dem Moment auf dieselbe Frage der Kontrollzuweisung, in dem ein Auto mitspielen will. Europa baut die Regeln dafür gerade zusammen — die Ergänzung zu ISO 15118-20, die AC-Vehicle-to-Grid praktikabel macht, kam im Juli —, während Teslas eigener europäischer Weg zur Stromabgabe nach wie vor eine 344-Schritte-Nachrüstung für 2,4 kW ist.

Tesla hat jetzt gezeigt, dass der schwierige Teil in einem ausgelieferten Produkt lösbar ist. Das ist der nützliche Präzedenzfall — auch für Besitzer, die den Pickup, der es bewiesen hat, nie zu sehen bekommen werden.