Tesla teilte Cybertruck-Besitzern im Dezember 2025 mit, dass Powershare bis Mitte 2026 mit der Powerwall zusammenarbeiten werde. Der leitende Ingenieur Wes Morrill nannte später den Sommer 2026. Der Sommer endet in wenigen Wochen, die Funktion ist nicht erschienen, und die jüngste Auskunft von Tesla lautet, dass es keinen aktualisierten Zeitplan gibt.
Was heute funktioniert und was nicht
Powershare selbst ist keine Luftnummer. Ein Cybertruck kann ein Haus bereits während eines Netzausfalls versorgen, sofern der Besitzer das Powershare Gateway und einen kompatiblen Wall Connector installiert hat. Dieser Weg funktioniert und hat immer funktioniert.
Was nicht funktioniert, ist die Kombination, die die meisten Tesla-Energiekunden tatsächlich besitzen.
| Konfiguration | Status |
|---|---|
| Cybertruck + Powershare Gateway + Wall Connector | Verfügbar |
| Cybertruck + vorhandene Powerwall | Nicht veröffentlicht |
| Ursprüngliches Ziel | 2025 |
| Revidiertes Ziel (Dez. 2025) | Mitte 2026 |
| Neu genanntes Ziel | Sommer 2026 |
| Aktuelle Auskunft | keine Angabe |
Warum es schwierig ist — in Teslas eigenen Worten
Morrill hat sich ungewöhnlich konkret zu dem Hindernis geäußert, und es lohnt sich, ihn zu zitieren statt zu paraphrasieren: „Zwei netzbildende Geräte müssen aushandeln, welches netzbildend arbeitet und welches folgt — abhängig vom jeweiligen Ladezustand.”
Ein netzbildendes Gerät ist eines, das die Spannungs- und Frequenzreferenz erzeugt, an der sich der Rest des Hauses orientiert. Während eines Ausfalls übernimmt das eine Powerwall. Ein Cybertruck mit Powershare ebenfalls. Hängen beide am selben Verteiler, müssen sie fortlaufend und fehlerfrei entscheiden, welches führt und welches folgt — während sich der Ladezustand beider ändert und während Sonne und Last im Tagesverlauf schwanken.
Morrill nannte auch die Randbedingungen, die es zusätzlich erschweren: Diese Aushandlung muss ohne Netzwerkverbindung funktionieren, über mehrere im Feld befindliche Hardware-Generationen der Powerwall hinweg, und zugleich die Sicherheitszertifizierung erfüllen. Tesla erklärte, die zusätzliche Zeit diene dazu, die vielen bereits installierten Konfigurationen und Powerwall-Generationen abzudecken, und es habe sich „als deutlich schwieriger als erwartet” erwiesen, das Ganze über bestehende Wall Connectors zum Laufen zu bringen.
Das ist eine glaubwürdige technische Erklärung und keine Ausrede. Zwei unabhängige netzbildende Energiequellen auf einem Grundstück sind genau der Fall, den Inselnetz-Normen am sorgfältigsten behandeln — denn ein Fehler setzt Stromkreise unter Spannung, die eigentlich spannungsfrei sein sollten.
Warum Europa ein Fahrzeug interessieren sollte, das es nicht kaufen kann
Der Cybertruck wird in Europa nicht verkauft, und nichts deutet auf eine Änderung hin. Das dahinterliegende Problem ist jedoch nicht Cybertruck-spezifisch.
Jedes Vehicle-to-Home-Konzept — von Tesla oder von anderen — stößt auf dieselbe Frage der Kontrollaushandlung, sobald ein Haus bereits über einen Speicher verfügt. Europa arbeitet seit Längerem an den Regeln dafür: Der Standard, der AC-Vehicle-to-Grid ermöglicht, kam im Juli, während die EU-Verordnung weiterhin auf die ältere Fassung verweist, und Tesla-Besitzer hierzulande greifen derweil zu V2L-Adaptern von Drittanbietern.
Eine Lesart spricht für Tesla: Aktuelle iOS-App-Builds sollen Powerwall-bezogene Powershare-Textbausteine enthalten, was üblicherweise bedeutet, dass ein Release bevorsteht. Besitzer haben bei dieser Funktion solche Signale allerdings schon einmal gehört.
Das ehrliche Fazit lautet: Tesla hat diesen Termin nun zweimal verpasst, hat klar erklärt warum, und nennt keine neuen Termine mehr — was womöglich nützlicher ist als ein dritter, den das Unternehmen ebenfalls verpassen könnte.