Am 6. Juli 2025 gegen 18:57 Uhr fuhr ein Tesla Model 3 des Baujahrs 2019 an der Kreuzung County Route 671 und Chestnut Avenue in Buena Vista Township, Atlantic County, New Jersey, über ein Stoppschild und erfasste einen Honda Civic, der links über die Kreuzung abbog. Der Fahrer des Civic, der 82-jährige Stephen Field, kam ums Leben. Der Fahrer des Tesla und drei Mitfahrende wurden mittelschwer verletzt.
Der örtliche Bericht verzeichnete den Vorfall als Fahrzeug, das nicht angehalten hatte. Was in diesem Bericht nicht steht — wohl aber in Teslas eigener Meldung an die US-Aufsichtsbehörde —, ist, dass zum Unfallzeitpunkt ein Level-2-Fahrassistenzsystem aktiv war.
Was Tesla der NHTSA meldete
Nach der Standing General Order der NHTSA müssen Autohersteller Unfälle melden, an denen fortgeschrittene Fahrassistenzsysteme beteiligt sind. In dem Eintrag, der zu diesem Unfall passt, verzeichnete Tesla den Automatisierungsstatus als „Verified Engaged” — das heißt, die Telemetriedaten des Unternehmens selbst bestätigen, dass das System aktiv war; es handelt sich nicht um eine nachträgliche Behauptung eines Fahrers.
Was der Eintrag offenlegt, ist dürftig, und drei weitere Felder sind als vertrauliche Geschäftsinformationen zurückgehalten:
| Feld | Was Tesla gemeldet hat |
|---|---|
| Automatisierungsstatus | Verified Engaged |
| Geschwindigkeit vor dem Aufprall | 4 mph |
| Unfallhergang | Als vertraulich zurückgehalten |
| Softwareversion | Als vertraulich zurückgehalten |
| Freigabe des Einsatzgebiets | Als vertraulich zurückgehalten |
Die Schwärzungen sind der Grund, warum es sich hier um journalistische Arbeit und nicht um eine simple Datenbankabfrage handelt. Electrek ordnete den Datensatz dem Unfall über Ort, Bundesstaat, Fahrzeugtyp, bestätigten Todesfall und Zeitstempel zu — die 22:54 UTC der Meldung entsprechen 18:54 Uhr Ortszeit und liegen damit innerhalb von drei Minuten zur Uhrzeit im Polizeibericht.
Das Detail mit den 4 mph
Die protokollierte Geschwindigkeit vor dem Aufprall ist der Punkt, bei dem man verweilen sollte. Vier Meilen pro Stunde sind kein Fahrzeug, das ungebremst über eine Kreuzung geschossen ist; es ist ein Fahrzeug, das langsamer wurde, nicht anhielt und weiterfuhr. Das ist ein rollender Stopp.
Tesla rief 2022 wegen genau dieses Verhaltens rund 54.000 Fahrzeuge zurück, nachdem eine „Rolling Stop”-Einstellung Fahrzeugen erlaubt hatte, Kreuzungen mit Stoppschildern in allen Richtungen bei niedriger Geschwindigkeit zu passieren, ohne zum Stillstand zu kommen. Electrek liest den Fall so, dass an diesem Unfall höchstwahrscheinlich FSD und nicht der einfache Autopilot beteiligt war — mit der Begründung, dass die Erkennung von Stoppschildern eine City-Streets-Funktion ist; der einfache Autopilot ist ein Spurhaltesystem für Autobahnen und bewältigt Kreuzungen überhaupt nicht. Dass Tesla die Softwareversion geschwärzt hat, ist der Grund, warum das eine Schlussfolgerung bleibt und keine Tatsache wird.
Das Muster, in das sich der Fall einreiht
Dies ist der jüngste Unfall, den Electrek im Rahmen einer laufenden Recherche über die Lücke zwischen dem Inhalt von Polizeiberichten und dem Inhalt von Teslas Meldungen zugeordnet hat. TeslAnt hat über mehrere der anderen Fälle berichtet: ein Model X mit aktiver Fahrassistenz bei 49 mph, das in Moraine, Ohio, einen Motorradfahrer tötete, ein tödliches Linksabbiegen bei 24 mph in Batavia und zwei Teslas, die auf befahrenen Autobahnspuren stehen blieben.
Der rote Faden ist nicht, dass die Fahrassistenz diese Unfälle verursacht hätte. Er ist, dass die öffentlich zugänglichen Unterlagen — jene, die ein Gerichtsmediziner, eine Lokalzeitung oder eine trauernde Familie zu lesen bekommt — die Tatsache nicht enthalten, dass sie eingeschaltet war, Teslas Meldung hingegen schon.
Warum das in Europa relevant ist
Hinter dem europäischen FSD (Supervised) steht nichts, was der Standing General Order entspräche. Es gibt keine öffentliche Unfalldatenbank mit angehängtem, vom Hersteller bestätigtem Automatisierungsstatus, die jemand abgleichen könnte. Da immer mehr europäische Märkte das System freigeben, lohnt es sich, dieses Fehlen beim Namen zu nennen: Der einzige Grund, warum über diesen Unfall in New Jersey überhaupt etwas bekannt ist, ist eine US-Meldevorschrift.