Deutschlands Kaufprämie für Elektroautos hat inzwischen 52.473 Fahrzeuge bewilligt – und der zweitgrößte Nutznießer ist Tesla.
Das gehört klar gesagt, denn TeslAnt hat vor vier Wochen nahezu das Gegenteil berichtet. In EYs Warnung vor subventionsgetriebenem Scheinwachstum schrieben wir, dass Tesla nur sehr wenig des subventionsgetriebenen Volumens abschöpfe. Anfang August war das eine vertretbare Einschätzung, denn das Unternehmen hatte gerade 367 deutsche Neuzulassungen für den Juli gemeldet. Die Zahlen, die das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle seither veröffentlicht hat, sagen etwas anderes.
Wohin die Bewilligungen geflossen sind
Stand 1. September 2026:
| Konzern | Bewilligungen | Anteil |
|---|---|---|
| Volkswagen | 11.680 | 22,3 % |
| Tesla | 8.141 | 15,5 % |
| Stellantis | 7.482 | 14,3 % |
| Alle Antragsteller | 52.473 | 100 % |
Die Zahl der Bewilligungen hat sich binnen eines Monats nahezu verdoppelt. Zwischen dem 1. August und dem 1. September kamen 25.598 hinzu, ein Zuwachs von rund 95 %. Rund 230 Millionen Euro sind aus einem bis 2029 laufenden Topf von 3 Milliarden Euro gebunden, mit dem Umweltminister Carsten Schneider insgesamt etwa 800.000 Fahrzeuge abdecken will.
Tesla ist langsamer gewachsen als das Programm insgesamt: von 4.590 Bewilligungen am 1. August auf 8.141 einen Monat später, ein Plus von 77 % gegenüber den 95 % des Programms. Der zweite Platz blieb, der Vorsprung darauf schrumpfte leicht.
Das Model Y aus Grünheide führt alle Modelle an
Beim Stichtag 1. August war das meistgeförderte Einzelfahrzeug in Deutschland das in Grünheide gebaute Model Y. Teslas nächstplatziertes Modell, das Model 3 mit 1.517 Bewilligungen, kommt aus Fremont und Shanghai.
Diese Aufteilung ist deshalb bedeutsam, weil Berlin über den nächsten Schritt nachdenkt. Wie in dem Vorschlag, die Prämie an europäische Produktion zu koppeln beschrieben, wollen die Regierungsparteien Local-Content-Bedingungen an die Förderung knüpfen. Nach der aktuellen Datenlage stünde Tesla auf beiden Seiten dieser Linie: Sein meistverkauftes gefördertes Fahrzeug wird in Brandenburg gebaut, das zweitplatzierte nicht.
Die China-Sorge schlägt sich in den Daten nicht nieder
Von den zehn meistgeförderten Modellen entfielen 61 % der Bewilligungen auf Fahrzeuge aus europäischen Werken und 39 % auf anderswo gebaute Autos. BYD, die in dieser Debatte am häufigsten genannte Marke, lag beim Stand vom 1. August mit 1.338 Bewilligungen auf Platz sieben – hinter der Hyundai Motor Group mit 2.973 und der Renault Group mit 1.659.
Was das für Käufer im größten E-Auto-Markt Europas bedeutet
Zwei praktische Punkte. Die Prämie ist einkommensabhängig, und die meisten Bewilligungen gingen an Haushalte mit einem Jahreseinkommen von bis zu 45.000 Euro, mit Zuschüssen zwischen 1.500 und 6.000 Euro je nach Modell, Haushaltsgröße und Einkommen. Der plakative Höchstbetrag ist nicht der Regelfall, und das Fehlen einer Preisobergrenze ändert daran nichts.
Das Geld ist zudem endlich. Erst 230 Millionen von 3 Milliarden Euro sind gebunden, doch die Abflussrate hat sich in einem einzigen Monat verdoppelt – und die Geschichte des Programms zeigt, dass die Neuzulassungen einbrechen, sobald die Förderung ausläuft.
Das Argument vom August, den Spatz in der Hand zu nehmen, gilt daher weiterhin – und nun auch für Tesla-Käufer. Verändert hat sich, wie stark Tesla vom Ende der Förderung betroffen wäre. Im August urteilten wir, das Unternehmen habe wenig zu verlieren, wenn das Geld ausgeht, weil es wenig davon gewinne. Mit 8.141 geförderten Fahrzeugen und einem August, in dem Tesla seine deutschen Neuzulassungen mehr als verdoppelt hat, stimmt das nicht mehr.