Das deutsche Ladesäulenregister hat eine runde Zahl überschritten. Die Bundesnetzagentur zählte zum 1. August 2026 bundesweit 212.064 öffentlich zugängliche Ladepunkte, ein Zuwachs von 28.663 Ladepunkten – 15,6 % – gegenüber dem Vorjahr. Die gleichzeitig verfügbare installierte Leistung erreichte 9,22 GW, nach zuvor 7,35 GW.
Die aufschlussreichere Zahl für alle, die einen Tesla fahren, steht weiter unten in der Mitteilung: Von 12.914 registrierten Betreibern ist Tesla der drittgrößte.
Wer Deutschlands Ladepunkte tatsächlich betreibt
| Betreiber | Ladepunkte |
|---|---|
| EnBW mobility+ | 12.464 |
| E.ON Drive | 4.942 |
| Tesla | 3.951 |
| EWE Go | 3.595 |
| BP/Aral | 3.149 |
Tesla liegt auf Platz drei einer Liste von fast 13.000 Betreibern, was daran erinnert, wie ungewöhnlich diese Position ist: ein Autohersteller, der eines der größten Ladenetze im größten Automarkt Europas betreibt. Bei diesen Ladepunkten handelt es sich um Supercharger, und ein wachsender Anteil davon steht auch anderen Marken offen – die Zahl zählt damit als öffentliche Infrastruktur und nicht als geschlossener Garten.
Sie erinnert außerdem daran, wie fragmentiert der Rest ist. Die fünf größten Betreiber kommen zusammen auf rund 28.000 der 212.064 Ladepunkte. Alles andere verteilt sich auf Gemeinden, Hotels, Supermärkte, Parkhäuser und Stadtwerke – und genau deshalb bleiben Roaming-Konditionen und Reibungsverluste beim Bezahlen das praktische Problem, nicht die reine Abdeckung.
Die Verteilung neigt weiter zum Langsamladen
| Typ | Ladepunkte | Anteil |
|---|---|---|
| AC, bis 22 kW | 156.399 | 74 % |
| DC, über 22 kW | 55.665 | 26 % |
Drei Viertel des öffentlichen Ladeangebots in Deutschland sind AC mit 22 kW oder weniger – nützlich über Nacht oder am Ziel, irrelevant auf einer Autobahnfahrt. Das Wachstum findet allerdings am oberen Ende statt: Die höchste DC-Klasse, über 299 kW, wuchs um 36,4 % auf 19.566 Ladepunkte und zeigt damit die stärkste Dynamik in den Daten. Unter den Bundesländern legte Hamburg mit 38,6 % am schnellsten zu.
Zu dieser Spitzenklasse gehört speziell für Tesla-Fahrer eine Einschränkung. Ein Ladepunkt mit mehr als 299 kW bietet Reserven, die kein aktueller Tesla abrufen kann – die Fahrzeuge laden mit maximal 250 kW – und damit dieselbe Diskrepanz, die TeslAnt beim staatlich finanzierten 400-kW-Ausbau von Shell in Polen beschrieben hat. Schnellere Ladesäulen helfen dennoch, denn ein Auto, das die Spitzenleistung nicht nutzen kann, hält eine höhere Laderate länger, wenn ein Standort die Leistung nicht aufteilt – aber die Kilowatt der Schlagzeile sind keine Tesla-Zahl.
Wo die Ladepunkte stehen
Nordrhein-Westfalen führt mit 41.646 Ladepunkten, vor Bayern mit 40.421 und Baden-Württemberg mit 35.791 – die drei bevölkerungsreichsten Bundesländer, in genau dieser Reihenfolge.
Die Gesamtzahl ist eine Untergrenze
Die Bundesnetzagentur weist ausdrücklich darauf hin, dass ihre eigenen Zahlen zu niedrig liegen. Die Ladesäulenverordnung schreibt keine vollständige Registrierung vor, weshalb die tatsächliche Zahl öffentlich zugänglicher Ladepunkte höher ist als 212.064. Privates Laden zu Hause und nicht öffentliches Laden in der Industrie werden überhaupt nicht erfasst.
Der europäische Vergleich
Zum Vergleich: Frankreich überschritt am 31. Juli 2026 die Marke von 200.045 öffentlichen Ladepunkten, bei einer ähnlichen Gesamtzahl, aber einem sich verlangsamenden Ausbautempo. Deutschlands Jahreswachstum von 15,6 % deutet auf den umgekehrten Trend hin – und die Konzentration dieses Wachstums auf leistungsstarkes DC-Laden ist der Punkt, an dem Langstreckenfahrten in Europa im kommenden Jahr einfacher werden.