Das Laden zu Hause macht in Europa den größten Teil der Wirtschaftlichkeit eines Elektroautos aus, und für alle, die in einer Wohnung leben, ist es zugleich der Teil, der sich am schwersten organisieren lässt. Frankreich veröffentlicht vierteljährlich eine Erhebung dazu, wie weit das gediehen ist, und die Zahlen für das zweite Quartal 2026 sind zugleich die besten aller Zeiten und eine Erinnerung daran, wie früh man immer noch dran ist.
Die Zahlen
Avere-France, das die staatlich gestützte Förderung Advenir betreut, beziffert die Zahl der Mehrfamilienhäuser mit Lademöglichkeit zum Ende des zweiten Quartals 2026 auf 18.289 — ein Anstieg von 45 % binnen eines Jahres. Für weitere 43.648 Gebäude sind Projekte genehmigt, aber noch nicht installiert.
| Ausgestattete Gebäude | |
|---|---|
| Ende 2024 | 10.595 |
| Q2 2025 | 12.628 |
| Q2 2026 | 18.289 |
Die Zahl der Ladepunkte in diesen Gebäuden erreichte 44.331 gegenüber 32.069 ein Jahr zuvor — ein Plus von 38 %.
Die Zahl, auf die es wirklich ankommt
Frankreich hat rund 252.000 Mehrparteiengebäude mit Stellplätzen. Ein Bestand von 18.289 ausgestatteten Gebäuden entspricht einer Ausstattungsquote von 7,2 %.
Das Wachstum ist also real und die Basis ist klein. Nach diesen Zahlen haben mehr als neun von zehn Wohnungen weiterhin keine Lademöglichkeit dort, wo das Auto steht — was für Kaufinteressenten bedeutet, auf das öffentliche Netz zu öffentlichen Preisen angewiesen zu sein. Genau diese Lücke hat TeslAnt in Italien vermessen, wo das Laden zu Hause 0,25 €/kWh kostete gegenüber 0,63–0,74 € im öffentlichen Netz. Sie ist auch der begrenzende Faktor hinter dem sich verlangsamenden öffentlichen Ausbau in Frankreich, der im Juli die Marke von 200.000 Ladepunkten überschritten hat.
Eine Einschränkung wirkt in die andere Richtung: Die Erhebung erfasst nur Installationen, die über Advenir gefördert wurden, sodass der tatsächliche landesweite Bestand um einen unbekannten Betrag höher liegt.
Was es kostet
Die Advenir-Sätze wurden zum 1. April 2026 neu bemessen, und die Erhöhungen sind kräftig. Jede Förderung deckt die Hälfte der Kosten bis zur angegebenen Obergrenze.
| Advenir-Förderung in einer copropriété | Obergrenze, netto |
|---|---|
| Einzelner Ladepunkt | 1.000 € (zuvor 600 €) |
| Ladepunkt an einer gemeinsamen Lösung | 1.660 € |
| Gemeinschaftsinfrastruktur, pro Gebäude | ab 12.500 € (zuvor 8.000 €) |
| Zuschlag für Erdarbeiten im Außenbereich | bis zu 3.000 € |
Zwei Bedingungen entscheiden darüber, ob ein Haushalt das Geld tatsächlich erhält. Die neuen Beträge gelten für Projekte, die nach dem 1. April 2026 in einer Eigentümerversammlung beschlossen wurden, und der Antrag muss vor Beginn der Arbeiten eingereicht und bewilligt sein — eine nachträgliche Genehmigung gibt es nicht.
Wie diese Ladepunkte genutzt werden
Die Nutzungsdaten dürften jedem Tesla-Fahrer bekannt vorkommen. In Mehrfamilienhäusern beginnen 60 % der Ladevorgänge zwischen 21:00 und 03:00 Uhr, bei durchschnittlich 4,7 kW.
Das ist nächtliches AC-Laden mit geringer Leistung, und genau darum geht es. Gemeinschaftliche Ladeinfrastruktur in Gebäuden muss nicht schnell sein, sie muss vorhanden sein — weshalb eine über die Tiefgarage verteilte Installation mit 3,7–7 kW hier die richtige Antwort ist und ein 400-kW-Standort nicht. Deshalb zählt in diesen Gebäuden auch das Lastmanagement mehr als die Spitzenleistung — ein Problem, das konkurrierende Heimladegeräte inzwischen im Gerät selbst lösen.
Worauf zu achten ist
Advenir ist mit einem Budget von 520 Millionen Euro ausgestattet, um bis Ende 2027 weitere 250.000 Ladepunkte zu fördern. Ob sich die Ausstattungsquote von 7 % auf ein strukturell relevantes Niveau bewegt, hängt weniger von der Förderung ab als davon, wie schnell die Eigentümerversammlungen abstimmen: Die 43.648 genehmigten, aber noch nicht gebauten Gebäude sind mehr als doppelt so viele wie die bereits fertiggestellten, und sie sind die Pipeline, die über die nächsten zwei Jahre entscheidet.