Cybercabs tauchen mit vorderen Lichtleisten in Farben auf, die noch kein Serien-Tesla getragen hat. Eines wurde in Austin fotografiert, während der Streifen violett leuchtete; ein weiteres erschien bei einer Veranstaltung zu autonomen Fahrzeugen in Florida in Rot, Weiß und Blau. Die berichtete Erklärung ist keine Dekoration. So finden Sie Ihre Fahrt.

Wie es funktionieren soll

Die vordere Lichtleiste ist RGB-fähig, und die angezeigte Farbe soll mit der Farbe übereinstimmen, die in der Robotaxi-App des Fahrgasts erscheint. Wer auf eine Reihe identischer weißer Zweisitzer zugeht, dem gehört jenes Fahrzeug, das in seiner Farbe leuchtet. Im Normalbetrieb leuchtet die Leiste weiß, die Farbe ist also ein Abholzustand und keine Lackierung.

Das löst ein Problem, das bei einem einzelnen Fahrzeug klein und bei einer Flotte gravierend ist. Fahrdienste verlieren schon heute Zeit und Geld, weil Fahrgäste in das falsche Fahrzeug einsteigen, und jede heute übliche Gegenmaßnahme – ein Kennzeichen zum Ablesen, ein winkender Fahrer, ein Name zur Bestätigung – setzt einen Menschen auf dem Vordersitz voraus. Ein Cybercab hat keinen Fahrer, der aufschauen und nicken könnte. Mit 16,7 Millionen darstellbaren Farben wird Tesla innerhalb einer Fahrzeugreihe nicht die eindeutigen Zuordnungen ausgehen.

Der Teil, der es nicht nach Europa schafft

Die nach vorne gerichtete Beleuchtung gehört in Europa zu den am strengsten regulierten Bereichen eines Fahrzeugs. Weiß und Gelb sind vorne weitgehend zulässig; Rot, Grün und Blau sind die Farben, die Rettungsdiensten und der Verkehrslenkung vorbehalten oder mit ihnen verbunden sind – genau deshalb wirken sie so aufmerksamkeitsstark. Eine violette oder rote vordere Lichtleiste im öffentlichen Straßenverkehr der EU ist keine Gestaltungsentscheidung, die ein Hersteller einfach treffen kann, und die bisherigen Sichtungen stammen sämtlich aus US-Tests.

Für europäische Leserinnen und Leser ist das keine Fußnote. Es ist der Unterschied zwischen einer Funktion, die hier ausgeliefert wird, und einer Funktion, die durch etwas Fadere ersetzt wird – ein Display in der Scheibe, ein gelbes Muster, eine Abfolge statt eines Farbtons. Nichts in der Berichterstattung deutet darauf hin, dass Tesla sich dazu geäußert hätte. Das Unternehmen hat den Zweck der Fahrgastzuordnung überhaupt nicht bestätigt; es ist eine Schlussfolgerung daraus, was die Fahrzeuge tun und wo die Farben auftauchen.

Wo das im Vorfeld des Cybercab einzuordnen ist

Der Zeitpunkt ist verräterisch. Tesla hat den 3. September als Termin für das Cybercab-Launch-Event festgelegt und wird es im Livestream übertragen, weshalb in den zwei Wochen davor Hardware-Details ans Licht kommen, wie es immer der Fall ist. Auf der Betreiberseite ist bereits eigenes Vokabular durchgesickert, darunter ein 'Roaming'-Zustand und eine Eingriffssteuerung, und die Aufnahme der Flotte im Alltag von Austin fiel so durchwachsen aus, dass sich sogar Teslas eigene Botschafter beschwert haben.

Die Fahrgastzuordnung gehört in diese zweite Kategorie – nicht zur Autonomie, sondern zum Service darum herum. Eine fahrerlose Flotte muss Identifikation, Einstieg, Gepäck, Sauberkeit und Streitfälle ohne Personal lösen, und jeder dieser Punkte braucht einen Mechanismus. Eine farbige Lichtleiste ist eine elegante Antwort auf einen davon – in einem Markt, der farbige Lichtleisten erlaubt.

Was als gesichert gelten kann

Bestätigt: Cybercabs sind im öffentlichen Raum mit nicht-weißen vorderen Lichtleisten unterwegs, fotografiert und gefilmt. Berichtet, aber unbestätigt: dass die Farbe pro Fahrt zugewiesen und in der App gespiegelt wird. Ungeklärt: ob irgendetwas davon auf einer europäischen Straße legal ist.