Ein Robotaxi von WeRide hat die erste autonome Testfahrt in der Slowakei absolviert. Der Haken liegt im Aufbau: Die Fahrt fand auf einer abgesperrten Strecke statt, mit einem Sicherheitsfahrer am Steuer, dessen Aufgabe es war, die Fahrt zu beobachten und bei Bedarf einzugreifen.
Was tatsächlich passiert ist
Es ist die erste Fahrzeugbewegung eines Programms, das im März 2026 angekündigt wurde, als das chinesische Unternehmen für autonomes Fahren WeRide gemeinsam mit dem lokalen Partner ELEVATE Slovakia in die Slowakei einstieg. Das Fahrzeug ist WeRides Robotaxi GXR, das die Straße mit Lidar plus einem Kamera-Array erfasst und nicht mit Kameras allein.
| Element | Status |
|---|---|
| Erste Fahrt | Absolviert, auf abgesperrter Teststrecke |
| Sicherheitsfahrer | Anwesend, am Steuer |
| Pilotstadt | Bratislava |
| Spätere Phasen | Kosice und die Hohe Tatra |
| Öffentlicher kommerzieller Betrieb | Kein Termin angekündigt |
Die Tests laufen unter der Aufsicht des slowakischen Verkehrsministeriums, das auch der Grund dafür ist, dass das Programm in dieser Form überhaupt existiert. Das Ministerium hat einen Rechtsrahmen erarbeitet, der Tests mit Fahrzeugen ohne physischen Fahrer am Steuer erlaubt — ein Schritt, den kein anderer EU-Mitgliedsstaat in dieser Form gegangen ist. Die abgesperrte Strecke und der Sicherheitsfahrer sind also nicht die Grenze dessen, was das slowakische Recht zulässt. Sie sind der Punkt, an dem ein vorsichtiger Betreiber beginnt.
Das Programm insgesamt reicht über Taxis hinaus. WeRide will seine Produkte Robotaxi, Robobus, Robovan und Robosweeper einsetzen – mit dem Verkehrsministerium für Personenmobilität, der slowakischen Post für Paketlogistik und der Stadt Bratislava für die kommunale Reinigung. Die Slowakische Akademie der Wissenschaften ist beteiligt, und DiusAi übernimmt Finanzierung und technische Umsetzung.
Warum das für Tesla-Fahrer relevant ist
Tesla kann das in Europa noch nicht leisten. FSD (Supervised) ist EU-weit weiterhin nicht zugelassen, und Teslas Weg führt über die niederländische RDW und ein UNECE-Verfahren, das sich wiederholt verzögert hat. Unterdessen betreibt ein chinesischer Anbieter seine Hardware auf einer europäischen Teststrecke, unter einem nationalen Rahmen, der für fahrerlose Tests geschrieben wurde.
Dieses Muster ist inzwischen die Regel und nicht die Ausnahme. Deutschland hat im Juli Momenta bundesweit für Level-4-Tests freigegeben, und Waymo sowie Pony.ai sichern sich europäische Städte, während Tesla auf die Zulassung wartet. Die Slowakei fügt einen vierten Datenpunkt hinzu – und den freizügigsten Rechtstext der Gruppe.
Es gibt eine echte Asymmetrie darin, wie diese Zulassungen funktionieren. Ein Betreiber mit Geofencing, Lidar, einer Fernüberwachungszentrale und einem benannten Testgebiet ist eine eingegrenzte regulatorische Frage: Eine Behörde kann das Risiko auf eine Strecke oder einen Stadtteil begrenzen. Tesla verlangt etwas strukturell Schwierigeres – ein rein kamerabasiertes System, in Fahrzeugen im Kundenbesitz, auf jeder Straße des Landes. Der Vergleich schmeichelt keiner Seite automatisch, aber er erklärt, warum WeRide in Bratislava fährt, während europäische Model Y-Besitzer weiterhin nur Autopilot bekommen.
Was als Nächstes zu beobachten ist
Zwei Dinge werden zeigen, ob das echte Dynamik ist oder nur ein Fototermin. Das Erste ist, wann WeRide die abgesperrte Strecke verlässt und auf Bratislavas öffentliche Straßen wechselt – und ob der Sicherheitsfahrer bleibt. Das Zweite ist, ob der slowakische Rahmen auch von anderen genutzt wird: Ein nationales Gesetz, das fahrerlose Tests erlaubt, ist für die europäische Autonomie-Debatte deutlich wertvoller, wenn ein zweiter Betreiber oder ein Autohersteller davon Gebrauch macht. Für beides gibt es keinen Termin.