Der langjährige Streit um Teslas elektronische Türgriffe erreichte am 24. Juli 2026 einen Wendepunkt — und der schnitt in beide Richtungen. Die US-amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA lehnte es ab, eine formelle Mängeluntersuchung zu den verborgenen manuellen Türentriegelungen einzuleiten, mit denen Hunderttausende Model 3 Limousinen ausgestattet sind. Im gleichen Atemzug kündigte sie an, brandneue Türsicherheitsvorschriften für jeden Automobilhersteller zu erarbeiten.
Was die Petition forderte
Die Petition, die im November 2025 von einer Privatperson eingereicht wurde, umfasste 179.031 Fahrzeuge des Modelljahrs 2022 vom Typ Model 3. Sie argumentierte, dass die manuelle Türentriegelung des Fahrzeugs nach einem Unfall schwer zu finden sei, insbesondere wenn das Fahrzeug den Strom verloren habe, was das Risiko erhöhe, dass Insassen eingeschlossen werden. Teslas vordere Türen öffnen sich elektronisch per Knopfdruck; die mechanische Reserve ist ein weniger offensichtlicher Hebel, dessen Platzierung je nach Sitz variiert.
Warum die NHTSA Nein sagte
Die Antwort der Behörde war unmissverständlich: Die Belege fehlten. Nach Durchsicht ihrer Beschwerdedatenbank bis März 2026 erklärte die NHTSA, sie habe genau einen Bericht gefunden, der der konkreten Behauptung der Petition entsprach — eine unbeschriftete oder verborgene Entriegelung schaffe ein Einschlussrisiko — und diese Beschwerde stammte von demselben Halter, der die Petition eingereicht hatte. Ohne ein breiteres Muster von Verletzungen oder Praxisberichten lehnte es die NHTSA ab, Ermittlungsressourcen für eine Mängeluntersuchung aufzuwenden.
Das größere Zugeständnis
Der folgenreichere Teil der Entscheidung ist das, was die NHTSA über ihr eigenes Regelwerk einräumte. Die Behörde bestätigte, dass die derzeitige bundesweite Norm zur Türhaltung, FMVSS 206, die Kennzeichnung oder Platzierung mechanischer Türentriegelungen tatsächlich überhaupt nicht regelt. Eine separate Petition zur Regelsetzung, die im gleichen Zeitraum eingereicht wurde, hatte eine neue Norm gefordert, die „ein robustes und offensichtliches Türausstiegssystem in allen Kraftfahrzeugen” vorschreibt. Die NHTSA stimmte zu, dieses formelle Regelsetzungsverfahren zu eröffnen.
| Element | Ergebnis |
|---|---|
| Petition zur Mängeluntersuchung | Abgelehnt — eine passende Beschwerde, vom Petenten |
| Von der Petition erfasste Fahrzeuge | 179.031 (MY2022 Model 3) |
| Aktuelle Norm (FMVSS 206) | Regelt Platzierung oder Kennzeichnung der manuellen Entriegelung nicht |
| Neue Ausstiegsregelsetzung | Eröffnet — branchenweit, nicht Tesla-spezifisch |
Warum es für europäische Halter wichtig ist
Obwohl es sich um ein US-amerikanisches Regulierungsverfahren handelt, ist die Debatte um die Türgriffe global, und jede neue amerikanische Ausstiegsnorm schlägt tendenziell auf Konstruktionsentscheidungen durch, die Tesla weltweit ausliefert. Das Unternehmen bewegt sich bereits in diese Richtung: TeslAnt berichtete Anfang dieses Sommers, dass Tesla seine Türgriffe überarbeitet, um strengeren Sicherheitserwartungen gerecht zu werden. Für europäische Halter lautet die Erkenntnis, dass die Notentriegelung im eigenen Fahrzeug einen Blick verdient, bevor sie überhaupt gebraucht wird — und dass unabhängig davon, welche Behörde die Änderung zuerst erzwingt, ein klarerer, stärker standardisierter Reservehebel in künftige Teslas kommen könnte.