Zwölf Tage, nachdem der Cybercab in Austin die ersten zahlenden Fahrgäste befördert hat, hat Tesla eines der Fahrzeuge in ein Flugzeug gesetzt. Der zweisitzige Serienwagen ist jetzt auf einer öffentlichen Ausstellungstour, die von September bis Dezember durch Japan, China, Australien und Neuseeland führt.

Es ist eine Showroom-Tour, kein Servicestart. In jedem Markt auf der Liste steht das Auto abgesperrt und unbewegt.

Wohin es geht und wann

Markt Veranstaltungsort Termine
Tokio OMAKASE Aoyama Garden by GMO, Minato 11.–14. September
Osaka Tesla Grand Front Osaka 17.–20. September
Peking Tesla Experience Center, China Central Place 17.–27. September
Shanghai HKRI Taikoo Hui, Ebene LG1, Nordhalle 17.–21. September
Nagoya Tesla Nagoya Noritake 22.–23. September
Tokio Shinjuku 26.–28. September
Sydney erste australische Station ab 21. September
Brisbane, Gold Coast, Canberra Oktober
Melbourne, Adelaide November
Perth Dezember
Auckland einzige Station in Neuseeland 2027

Allein die australische Etappe umfasst 7 Städte und 14 Standorte. In Tokio wurde der Wagen erstmals öffentlich in Japan gezeigt; Sydney ist seine erste Station auf der Südhalbkugel. Die Termine für die späteren australischen Städte sind ungefähre Angaben.

Warum es sich nie bewegt

Der Serien-Cybercab hat kein Lenkrad und keine Pedale. Das ist das gesamte Designkonzept – und zugleich der Grund, warum die Tour statisch bleibt.

In Australien hat Tesla unmissverständlich erklärt, dass das Auto während der Tour nicht auf öffentlichen Straßen fahren wird: Ein Fahrzeug ohne manuelle Bedienelemente entspricht nicht den Australian Design Rules, und Australien verfügt über keinen Rechtsrahmen für die Zulassung eines eigens als fahrerlos konstruierten Fahrzeugs. Auch in China bleibt es bei der reinen Ausstellung – Tesla verkauft den Cybercab dort nicht und startet dort auch keinen Robotaxi-Dienst. Der Auftritt an jedem Veranstaltungsort ist ein Blick auf das, was kommt, daneben Model 3 und Model Y mit FSD, also das, was Tesla tatsächlich verkaufen kann.

Das ist weniger eine Kritik an der Tour als eine Beschreibung dessen, wo das Auto derzeit steht. Es ist ein kommerziell betriebenes Fahrzeug in einer einzigen Stadt in Texas – und überall sonst ein Museumsstück.

Die Liste, auf der Europa nicht steht

Es wurde keine europäische Station angekündigt, in keinem Land, zu keinem Termin.

Europas Abwesenheit ist kein Versehen, und sie passt zu allem anderen, was bislang dokumentiert ist. Tesla bemüht sich weiterhin darum, FSD Supervised – die Version mit einem Menschen auf dem Fahrersitz – EU-weit anerkannt zu bekommen, eine Frage, die am 6. Oktober im Technischen Ausschuss für Kraftfahrzeuge zur Abstimmung kommt. Sechs Mitgliedstaaten erkennen es heute an. Ein Auto ohne Lenkrad liegt mehrere Genehmigungsklassen darüber, auf einem gesonderten Ausnahmeweg, den Tesla öffentlich noch nicht beschritten hat.

Als Musk am 8. September nach einem europäischen Cybercab gefragt wurde, bestand seine Antwort aus vier Worten ohne jedes Datum. Ein Tourplan ist die deutlichste Form von Absicht, die ein Unternehmen veröffentlichen kann – gebuchte Veranstaltungsorte, festgelegte Termine, verschiffte Fahrzeuge. Tesla hat einen veröffentlicht, der bis ins Jahr 2027 reicht und der EU an keiner Stelle nahekommt.

Die praktische Lesart für einen europäischen Besitzer bleibt unverändert: Was hier ankommt, ist FSD Supervised, und es kommt über eine Ausschussabstimmung im Oktober, nicht auf einem Tieflader.