Die Slowakei hat jetzt ein Gesetz für Autos, in denen niemand auf dem Fahrersitz sitzt. Das Parlament hat den Rahmen für vollautomatisierte Fahrzeuge verabschiedet, und er tritt am 1. Dezember 2026 in Kraft.

Der interessante Punkt ist nicht, dass die Slowakei sie erlaubt hat. Es ist, wie eng das Gesetz definiert, was ein Mensch aus der Ferne überhaupt tun darf.

Drei Hürden, in dieser Reihenfolge

Ein Betreiber kann ein fahrerloses Auto nicht einfach auf eine öffentliche Straße stellen. Das Gesetz staffelt die Zulassung, und jede Stufe muss abgeschlossen sein, bevor die nächste sich öffnet.

Stufe Was sie verlangt
Tests Erfolgen auf einem gesicherten Gelände, um zu überprüfen, dass das automatisierte System funktioniert, sowie die Sicherheitseigenschaften des Fahrzeugs und seine technische Kompatibilität
Probebetrieb Eine Genehmigung, die nach erfolgreich abgeschlossenen Tests erteilt wird
Betreiberlizenz Wird vom Verkehrsministerium der Slowakischen Republik erteilt, unter Mitwirkung der Polizei

Wer ein vollautomatisiertes Fahrzeug ohne diese Lizenz betreibt, riskiert eine Geldbuße von 5.000 € bis 50.000 €, die für Privatpersonen und Unternehmen gleichermaßen gilt.

Die Regel: ein Operator, ein Fahrzeug

Jedes lizenzierte Fahrzeug muss unter kontinuierlicher technischer Aufsicht einer Leitstelle stehen, die aus der Ferne eingreifen und das Auto sicher zum Stehen bringen kann. So weit ist das in europäischen Gesetzentwürfen inzwischen Standard.

Nicht Standard ist die Einschränkung für den Menschen. Während eines Eingriffs darf ein Fernoperator nur ein Fahrzeug betreuen und in dieser Zeit kein weiteres überwachen. Im Klartext: Eine slowakische fahrerlose Flotte lässt sich nicht von einer einzigen Person betreiben, die eine Wand aus Bildschirmen im Blick hat, denn sobald ein Auto Hilfe braucht, ist dieser Operator allein an dieses Fahrzeug gebunden.

Das ist der wirtschaftliche Kern des fahrerlosen Betriebs, und die Slowakei hat ihn gesetzlich festgeschrieben, statt ihn dem Betreiber zu überlassen. Über das Verhältnis in der Fernunterstützung entstehen die Kosten pro Kilometer einer Robotaxi-Flotte, und ein Land, das dieses Verhältnis während eines Eingriffs auf eins zu eins festlegt, hat eine Untergrenze für die Personalkosten jeder Flotte auf seinen Straßen gesetzt.

Warum ein Tesla-Besitzer das lesen sollte

Die Slowakei schreibt keine Regeln im Abstrakten. Das Land war im August bereits Gastgeber der ersten Robotaxi-Testfahrten von WeRide über einen heimischen Partner, und dieses Gesetz macht daraus mehr als eine Demonstration: etwas, hinter dem eine Lizenz steht.

Für Tesla im Besonderen liegt die Relevanz darin, was der Rahmen von einem System verlangt und nicht von einer Marke. Es gibt hier keine nationale Zulassung für eine Verbraucherfunktion, die man mit einem Auto kauft — die Lizenz hängt an einem Betreiber, der Fahrzeuge unter Aufsicht einsetzt, was zu einem Robotaxi-Dienst passt und nicht zu einem privat gehaltenen Auto, das FSD Supervised nutzt. Ein slowakischer Besitzer erhält durch dieses Gesetz keine neue Erlaubnis.

Was es liefert, ist eine Vorlage. Mitteleuropäische Staaten regeln das autonome Fahren eines nach dem anderen — die Tschechische Republik verabschiedete ihre Level-3-Novelle noch vor 2026 — und jedes nationale Regelwerk fügt eine Reihe von Bedingungen hinzu, die jeder Betreiber Land für Land erfüllen muss. Teslas erklärtes Ziel eines europäischen Robotaxi-Dienstes läuft genau darauf zu: nicht auf eine Zulassung, sondern auf eine ganze Warteschlange von Zulassungen, jede mit eigenen Aufsichtsregeln und eigenem Ministerium.

Das Gesetz ist verabschiedet und datiert. Die erste Lizenz auf seiner Grundlage kann nicht vor dem 1. Dezember erteilt werden, und öffentlich bekannt wurde bislang kein Antrag.