Kia hat in Deutschland kumuliert mehr als 100,000 batterieelektrische Fahrzeuge verkauft, gerechnet ab dem Marktstart des Soul EV im Jahr 2014. Zwölf Jahre für die ersten 100,000 sind für sich genommen kein bemerkenswertes Tempo – bemerkenswert ist die Geschwindigkeit, mit der sich das Wachstum jetzt beschleunigt.

Das Wachstum setzte spät ein und verläuft steil

Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Elektroverkäufe von Kia in Deutschland um 87% gegenüber dem Vorjahr. Thomas Djuren, Chief Operating Officer von Kia Deutschland, wies darauf hin, dass das Unternehmen in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 mehr Elektrofahrzeuge verkauft hat als im gesamten Jahr 2025.

Die eigentlich auffällige Zahl ist der Anteil. Elektroautos machten in diesem Zeitraum 41.9% der deutschen Neuzulassungen von Kia aus, gegenüber einem Marktdurchschnitt von 24.8% – das deutsche Geschäft von Kia liegt damit rund 17 Prozentpunkte vor dem Markt, in dem es verkauft. Zum Vergleich: Der gesamtdeutsche BEV-Anteil erreichte im Juli 29.3%, Kia profitiert also nicht einfach von einem Markttrend, sondern läuft ihm davon.

Das meiste davon ist eine Frage des Modelltimings, nicht der Strategie. Der im November 2024 eingeführte EV3 ist das erste Volumenmodell der aktuellen Elektrogeneration von Kia – ein Kompakt-SUV in genau jenem Segment, in dem deutsche Privatkunden tatsächlich einkaufen, und zu einem Preis, den die älteren EV6 und EV9 nie erreicht haben.

Das Ergebnis zur Batteriealterung

Neben dem Verkaufsmeilenstein hat eine Studie der schwedischen Gebrauchtwagenplattform Carla rund 9,953 Aviloo-Batteriediagnosen ausgewertet, die zwischen 2022 und 2026 erhoben wurden. Nach 100,000 Kilometern kamen die Kia-Modelle im Durchschnitt auf 96.8% Restkapazität – Platz eins unter den getesteten Marken.

Modell Restkapazität bei 100,000 km
Kia e-Niro 97.25%
Kia Markendurchschnitt 96.8%
Kia EV6 95.95%

Unabhängige Diagnosedaten in dieser Stichprobengröße sind wirklich aussagekräftig, und sie weisen in dieselbe Richtung wie inzwischen die meisten groß angelegten Batteriestudien: Die Degradation moderner Akkupakete verläuft deutlich langsamer, als der Gebrauchtwagenhandel sie vor einigen Jahren eingepreist hat.

Ein Vorbehalt gehört dazu

Dass der e-Niro die Tabelle der Einzelmodelle anführt, verdient ein Sternchen, denn genau dieses Modell ist derzeit von einem Rückruf wegen unzureichender Batterieüberwachung und Brandgefahr betroffen. Die beiden Befunde widersprechen sich nicht – Restkapazität und Zellfehlererkennung sind unterschiedliche Probleme, und ein Akkupaket kann seine Energie gut halten, während die überwachende Software einen sich entwickelnden Defekt übersieht. Aber eine Bestenliste zur Batteriegesundheit misst nur, was ihr Messverfahren erfasst, und Käufer, die 97.25% lesen, sollten darin kein allgemeines Sicherheitsurteil sehen.

Warum die deutsche Zahl für Europa wichtig ist

Deutschland ist der Markt, in dem sich die europäische EV-Nachfrage entscheidet, und es ist ein Markt, in dem Importeure historisch Mühe hatten, ihren Anteil gegen die heimischen Marken zu verteidigen. Dass Kia auf 41.9% Elektroanteil kommt, während der Markt unter 30% bleibt, deutet darauf hin, dass die Elektropalette etwas gelingt, was der Verbrennerpalette nie gelungen ist: über das Produkt zu gewinnen und nicht über den Preis.

Das passt zu einem größeren Muster im Konzern. Der Transporter Kia PV5 hat aus dem Stand 37% des europäischen Segments der kleinen Elektrotransporter erobert. Volumen und Marktanteil kommen gleichzeitig, und das in zwei sehr unterschiedlichen Segmenten – üblicherweise ein Zeichen dafür, dass die Plattform darunter stimmt.