Italien hat die Buchungsplattform für den Nutzfahrzeug-Ecobonus 2026 am 29. Juli 2026 um die Mittagszeit geöffnet. Am frühen Nachmittag war nichts mehr übrig. Der ausschließlich für elektrische und wasserstoffbetriebene Transporter reservierte Anteil war nach rund 20 Minuten vollständig gebunden; die gesamte Tranche war nach etwa 50 Minuten vergeben.
Was zu holen war
Grundlage ist das DPCM vom 10. Juni 2026, das 180 Millionen Euro für Fahrzeuge der Klassen N1 und N2 vorsieht, die zwischen dem Inkrafttreten des Dekrets und dem 31. März 2030 gekauft werden. Vierzig Prozent der jährlichen Mittel sind für elektrische und wasserstoffbetriebene Fahrzeuge reserviert.
Die diesjährige Tranche belief sich auf 40 Millionen Euro und war entsprechend aufgeteilt:
| Topf | Betrag | Antragsberechtigte | Zeit bis zur Erschöpfung |
|---|---|---|---|
| Zweckbindung für Elektro und Wasserstoff | €16m | Nur BEV und FCEV | ~20 Minuten |
| Offener Topf | €24m | Jede Antriebsart | — |
| Gesamt | €40m | — | ~50 Minuten |
Die Zuschüsse reichen von 2.000 bis 20.000 Euro, je nach Fahrzeugmasse, Antriebsart und danach, ob ein Altfahrzeug verschrottet wird. Der Höchstbetrag von 20.000 Euro gilt für elektrische und wasserstoffbetriebene Transporter, die im Tausch gegen ein verschrottetes Fahrzeug angeschafft werden.
Die Förderkriterien sind eng. Antragsteller müssen kleine oder mittlere Unternehmen sein, die Güter im Werkverkehr oder gewerblich für Dritte befördern und ein werksneues Fahrzeug der Klasse N1 (bis 3,5 Tonnen) oder N2 (bis 7,2 Tonnen) mit Zulassung in Italien kaufen oder leasen. Elektrofahrzeuge sind auch ohne Verschrottung förderfähig, und der Zuschuss steigt, wenn ein Fahrzeug derselben Klasse bis Euro 4 verschrottet wird. Bei Verbrennern und Hybriden ist die Verschrottung Pflicht.
Der Streit um die anderen 24 Millionen Euro
Interessant ist nicht, dass das Geld ausging – bei Click-Day-Verfahren ist das die Regel –, sondern der Streit darüber, wofür die übrigen 24 Millionen Euro gedacht waren. Weil dieser Topf allen Antriebsarten offenstand, bewarben sich auch Käufer von Elektrofahrzeugen darum und sicherten sich nach allem, was bekannt ist, einen großen Anteil.
Motus-E, der italienische Verband für Elektromobilität, argumentiert, die Aufteilung sei nie als Deckel für den Elektroanteil gedacht gewesen: Die Quote von 40 % sei keine Obergrenze, sondern faktisch eine Mindestgarantie. Ob die 24 Millionen Euro in den Rechtsdokumenten formal für Elektrofahrzeuge bestimmt waren, ist der nun umstrittene Punkt – und er entscheidet darüber, wie die endgültigen Zahlen ausgewiesen werden.
Die von Invitalia betriebene Plattform lehnte Anträge nach Erschöpfung der Mittel unmittelbar ab, sodass die Händler es in Echtzeit mitbekamen.
Was das über die europäische Nachfrage nach Transportern aussagt
Eine Förderung, die in weniger als einer Stunde ausgeschöpft ist, belegt kein gut bemessenes Programm. Sie belegt eine Warteschlange. Italienische Betriebe hatten seit Juni auf dieses Dekret gewartet, und dass sich der elektrische Topf zweieinhalbmal schneller leerte als der offene, zeigt, wo der Nachfragestau sitzt.
Das ist über Italien hinaus bedeutsam. Leichte Nutzfahrzeuge sind das Segment, in dem die europäische Elektrifizierung am beharrlichsten hinter den Pkw zurückbleibt, auch wenn die Zulassungen von E-Lkw und E-Bussen in der EU im ersten Halbjahr 2026 gestiegen sind. Das italienische Ergebnis deutet darauf hin, dass bei E-Transportern der Preis die Bremse ist und nicht das Interesse – ein Topf von 16 Millionen Euro fand seine Käufer in 20 Minuten.
Ein Retrofit-Bonus für die Umrüstung bestehender Fahrzeuge statt ihres Ersatzes bleibt weiter verfügbar. Für alle anderen ist der nächste relevante Termin die Tranche 2027.