Tschechiens Markt für Elektroautos ist in den ersten acht Monaten des Jahres 2026 um fast ein Drittel gewachsen — und die heimische Marke hat sich davon ein Drittel gesichert.

Eine von cistadoprava.cz veröffentlichte Analyse, die auf Zulassungsdaten des tschechischen Verkehrsministeriums und des Importeursverbands SDA beruht, zählt 11.665 neu zugelassene batterieelektrische Fahrzeuge zwischen Januar und August 2026 — 32% mehr als im Vorjahreszeitraum. Allein auf den August entfielen davon 1.497 Fahrzeuge, ein Plus von 78% gegenüber dem Vorjahr.

Sieben Prozent — und woran sich das messen lassen muss

Batterieelektrische Autos kommen in Tschechien inzwischen auf 7% der Pkw-Neuzulassungen, nach 5,5% vor einem Jahr. Auf tschechischen Straßen sind mittlerweile mehr als 77.000 Elektroautos unterwegs.

Diese 7% sind die Zahl, die man im Kopf behalten sollte, denn sie entsprechen ungefähr einem Viertel dessen, was derselbe Wert weiter westlich anzeigt: Der Elektroanteil in Europa hat in diesem Sommer die Marke von 25% überschritten. Tschechien wächst schnell, aber von einem niedrigen Ausgangsniveau — eine Annäherung an den europäischen Durchschnitt ist das nicht. Das Nachbarland Österreich erreichte im August 29%.

Zwei Škodas, dann das Model Y

Am stärksten verändert hat sich das Modellranking.

Modell Zulassungen, Jan.-Aug. 2026
Škoda Enyaq 1.951
Škoda Elroq 1.794
Tesla Model Y 1.218

Škoda steht für 34,1% aller batterieelektrischen Zulassungen im Heimatmarkt — und das mit zwei Modellen statt einem: Der Elroq, der im Kompaktsegment unterhalb des Model Y startete, ist dem größeren Enyaq im selben Zeitraum bis auf 160 Zulassungen nahegekommen. Im August kamen zwei weitere Škoda-Modelle in die Tabelle: der Epiq mit 112 und der Peaq mit 114 Zulassungen, beide aus dem Stand.

Wo Tesla tatsächlich steht

Das Model Y ist das meistverkaufte Elektroauto Tschechiens, das nicht von Škoda stammt — in einem Markt dieser Größe eine echte Position. Das Problem ist das Model 3: Seine Zulassungen gingen im Jahresvergleich um 7% zurück, in einem Markt, der um 32% gewachsen ist.

Teslas europäisches Jahr kennt nicht eine Richtung, sondern mehrere. Im August endete die Verlustserie in Nordeuropa — das Model Y führte in Frankreich das Gesamtranking an, und Tesla verdoppelte seinen Absatz in Deutschland mehr als — während Italien um 36% einbrach und Österreich Tesla auf den fünften Platz verwies. Tschechien gehört zur zweiten Gruppe: ein um 32% wachsender Markt, in dem Teslas älteres Modell schrumpft und der Raum von der heimischen Marke besetzt wird, nicht von einem chinesischen Neueinsteiger.

Der Gebrauchtimport wächst schneller als der Neuwagenmarkt

Die Zahl, die am meisten darüber aussagt, woher tschechische Elektroautos tatsächlich kommen, ist gar keine Neuwagenzahl. Importeure brachten zwischen Januar und August 8.930 gebrauchte batterieelektrische Fahrzeuge ins Land, 68% mehr als die 5.317 des Vorjahres. Gebrauchte Elektrofahrzeuge machen damit 8,3% aller importierten Gebrauchtwagen aus — eine höhere Wachstumsrate, als sie der Neuwagenmarkt erreicht hat.

Für tschechische Käufer kommt von dort das Angebot an bezahlbaren Elektroautos, und es besteht überwiegend aus Gebrauchtwagen aus Westeuropa, nicht aus Fahrzeugen, die in Prag neu verkauft werden.

Die gewerblichen Segmente bleiben im Vergleich dünn: 1.328 elektrische leichte Nutzfahrzeuge (9,3% dieses Marktes), 87 Elektro-Lkw (1,4%) und 45 Elektrobusse (6,7%).