Nur 8% der Menschen in den fünf größten Automärkten Europas geben an, dass ihr nächstes Auto ein batterieelektrisches sein wird. Das ergibt eine YouGov-Umfrage im Auftrag von CLEPA, dem europäischen Verband der Automobilzulieferer.
Die Zahl wird als Argument dafür verwendet, die EU-Regeln für Verbrennungsmotoren ab 2035 abzuschwächen. Ein genauer Blick lohnt sich, denn die Umfrage ist interessanter als die Argumentation, die auf ihr aufbaut.
Was gefragt wurde — und wann
YouGov befragte 5,221 Erwachsene, jeweils rund 1,000 in Frankreich, Deutschland, Italien, Polen und Spanien. Die Feldarbeit lief vom 7. bis 16. Juli 2026 — zwei Monate, bevor die Ergebnisse veröffentlicht wurden. Bei jeder Umfrage, die in eine laufende politische Debatte hineingegeben wird, ist dieser Abstand einen Hinweis wert.
Im Durchschnitt der fünf Märkte nannten 8% ein BEV als nächsten Kauf. Hybride lagen in nahezu jedem Markt vor den batterieelektrischen Autos. Deutschland war die einzige Ausnahme, und selbst dort war es knapp: 14% für BEV gegenüber 13% für Hybride.
CLEPA vertritt die Position, dass die Politik eine Bandbreite emissionsarmer und emissionsfreier Technologien offenhalten und nicht eine einzige vorschreiben sollte — und dass zuerst Ladeinfrastruktur, Erschwinglichkeit und Energiekosten in Ordnung gebracht werden müssen.
Gegengerechnet mit dem, was die Menschen tatsächlich gekauft haben
Erklärte Kaufabsicht und Zulassungen sind zwei verschiedene Messgrößen, und die Lücke zwischen ihnen ist die eigentliche Geschichte.
| Messgröße | BEV | Hybrid |
|---|---|---|
| CLEPA/YouGov-Kaufabsicht, fünf Märkte, Juli 2026 | 8% | In vier von fünf Märkten höher |
| ACEA-Zulassungen, EU, H1 2026 | 20.7% | 37.3% |
| ACEA-Zulassungen, EU, H1 2025 | 15.6% | — |
Der tatsächliche BEV-Anteil im ersten Halbjahr 2026 lag zweieinhalbmal so hoch wie der Absichtswert der Umfrage, und er stieg von 15.6% ein Jahr zuvor. Was auch immer die 8% messen: Es ist nicht das, was beim Händler passiert.
Die Rangfolge trifft die Umfrage allerdings richtig. Hybride verkaufen sich in der EU tatsächlich besser als batterieelektrische Autos, mit 37.3% gegenüber 20.7%. Dieser Punkt ist unbestritten, und CLEPA darf zu Recht darauf verweisen.
Was die Umfrage nicht stützt, ist die Andeutung, die BEV-Nachfrage brechte gerade zusammen. Ein Wert zur erklärten Kaufabsicht, der ein Drittel der realen Zulassungsquote ausmacht, sagt vor allem etwas darüber aus, wie Menschen Umfragen beantworten: Die meisten Befragten sind in diesem Jahr überhaupt nicht auf dem Markt, und „elektrisch” liest sich noch immer als die größere Entscheidung, als sich ein Kauf am Ende erweist.
Wo Tesla steht
Tesla wird in der Umfrage nicht genannt; gefragt wurde nach Antriebsarten, nicht nach Marken. Doch zu den fünf befragten Märkten gehören jene, in denen Teslas europäische Position in diesem Jahr am schwächsten war — und die Regulierung, um die es geht, betrifft Tesla direkt: Ein Unternehmen, das ausschließlich batterieelektrische Autos verkauft, hat von einem technologieneutralen 2035 nichts zu gewinnen.
In Deutschland, dem Markt mit der höchsten erklärten BEV-Kaufabsicht, ist Tesla mit 8,141 Bewilligungen die am stärksten geförderte Marke im nationalen Förderprogramm für Elektrofahrzeuge. In Österreich entfielen im August 29% der Zulassungen auf BEV, mit Tesla auf Platz fünf. Das sind die Zahlen, die ein europäischer Käufer gegen eine Kaufabsichtsumfrage aus dem Juli abwägen sollte.
Die praktische Einordnung für europäische Käufer
Nehmen Sie die 8% als Stimmungsbild eines Lobbyverbands mit eigener Position, erhoben vor dem Sommer — und die 20.7% als das, was der Markt tatsächlich getan hat. Beides ist real. Nur eines davon ist ein Kauf.