Ein belgischer Tesla-Fahrer beim Wocheneinkauf hat das oberste Deck verloren. Carrefour hat alle 18 seiner Dachparkplätze in Belgien für Elektrofahrzeuge gesperrt — sieben davon in Flandern — und weitet damit landesweit eine Beschränkung aus, die zuerst Ende Juli für die Filiale in Kraainem galt.
Der Supermarkt stellt ausdrücklich klar: Das ist kein Urteil über Elektroautos. Es ist ein Urteil über die Gebäude.
Zwei Gründe, und der zweite ist der interessante
Der erste ist die Masse. „Wegen ihrer schweren Batterien wiegen sie im Schnitt 250 bis 500 Kilogramm mehr als ein vergleichbares Auto mit fossilem Antrieb”, sagte Carrefour-Sprecher Mich Vergauwen dem VRT. Ein vor Jahrzehnten gebautes Parkdeck wurde für den Fahrzeugbestand seiner Zeit ausgelegt, und ein volles Deck mit Zwei-Tonnen-Autos ist ein anderer Lastfall als jener, für den die Konstruktion abgenommen wurde.
Der zweite Grund ist der, an den Halter selten denken: was passiert, wenn eine Batterie tatsächlich brennt. Ein Lithium-Ionen-Paket im thermischen Durchgehen wird weniger gelöscht als vielmehr gekühlt — über Stunden und mit sehr viel Wasser. Die belgische Feuerwehr nutzt dafür einen dompelcontainer — einen Tauchcontainer, in den das Auto abgelassen und vollständig eingetaucht wird. Diese Taktik setzt voraus, dass der Container überhaupt bis zum Auto gelangt. Auf einem Dach geht das oft nicht: Die Auffahrtsrampe ist zu eng, oder der gefüllte Container ist selbst zu schwer für das Deck.
Die Beschränkung sagt also nicht wirklich „E-Autos sind gefährlich”. Sie sagt, dass die Standardreaktion auf ein seltenes Ereignis an genau diesem Ort nicht umsetzbar ist.
Was sich für Halter wirklich ändert
Weniger, als die Schlagzeile nahelegt.
| Vorher | Jetzt | |
|---|---|---|
| Parkdeck auf dem Dach | Für alle Autos offen | Nur Benzin und Diesel |
| Ebenerdige Stellplätze | Offen | Offen und laut Carrefour ausreichend |
| Ladepunkte | Erdgeschoss | Erdgeschoss — unverändert |
Carrefours Ladepunkte waren ohnehin ebenerdig installiert; das Einzige, wofür ein Halter nach oben gefahren wäre, war also nie dort oben. Das Unternehmen bezeichnet die Maßnahme als vorbeugend und erklärt, es sei keine unmittelbare Gefahr für die Statik festgestellt worden. Der französischsprachige Sprecher Damien Bytebier fasste es als „vor allem die Konfiguration dieser Parkplätze” zusammen.
Warum man das beobachten und nicht achselzuckend abtun sollte
Der Gewichtsunterschied, den Carrefour anführt, verschwindet nicht, und ein Model Y liegt genau in der beschriebenen Spanne — nahe an zwei Tonnen, gegenüber einem Benzin-SUV gleicher Grundfläche, das mehrere Hundert Kilogramm leichter ist. Jedes ältere Parkhaus und jedes Dachparkdeck in Europa wurde entworfen, bevor das die Norm war.
Belgien behandelt Elektroautos dort, wo es zählt, längst wie normale Autos — etwa bei der Straßenvignette, die ab Mai 2027 jeder Fahrer zahlen wird. Zufahrtsregeln sind die leisere Front: Über sie entscheiden Gebäude für Gebäude die Eigentümer und Versicherer statt der Parlamente — sie kommen also ohne Anhörung und ohne landesweite Schlagzeile.
Fazit
Ein Händler, 18 Parkplätze und kein einziger verlorener Ladepunkt. Aber es ist ein konkreter Fall eines strukturellen Problems, das Europa nicht angegangen ist: Die Autos wurden schwerer, die Parkbauten nicht. Rechnen Sie mit mehr Schildern, nicht mit weniger.