Besitzer des Model Y L in China berichten, dass die Hinterachsfederung des Fahrzeugs absinkt — in manchen Fällen so stark, dass ein Reifensatz ruiniert wird — und sie tauschen sich auf Sina in einer Größenordnung darüber aus, die chinesische Medien von einer Welle sprechen lässt. Tesla China hat sich öffentlich nicht dazu geäußert.
Das Model Y L ist die sechssitzige Langversion des Model Y mit verlängertem Radstand, die im August 2025 in China eingeführt wurde. Es wird in Europa nicht verkauft, insofern betrifft hier nichts direkt das Fahrzeug eines europäischen Besitzers. Bedeutsam ist es wegen dessen, was die Berichte beschreiben: ein lastabhängiges Versagen der Hinterachsfedern bei Teslas neuester Großserienvariante für China, rund ein Jahr nach Lieferbeginn.
Was die Besitzer beschreiben
Das Symptom ist ein Radhaus hinten, das merklich absinkt, typischerweise nach Langstreckenfahrten oder wenn das Auto entsprechend seiner sechs Sitzplätze beladen ist. Weil das Absacken die Hinterachsgeometrie verändert, ist die berichtete Folge ein anormaler Verschleiß an der inneren Schulter der Hinterreifen — mehrere Besitzer geben an, ihre Reifen hätten die Verschleißgrenze erreicht.
Zwei zirkulierende Fälle vermitteln einen Eindruck von der Spannbreite: Ein Fahrzeug zeigte den Fehler bei etwa 9.000 km nach einer Reise nach Tibet, ein anderes bei rund 30.000 km in Shanghai. Die Besitzer argumentieren, diese Streuung deute auf ein Chargenproblem hin und nicht auf einzelne Fälle von Fehlgebrauch. Das ist ihre Deutung, kein Befund.
Die Zahl 764 mm
Der konkrete Wert, der die Runde macht, ist Teslas eigener Service-Schwellenwert. Die After-Sales-Vorgaben setzen die normale Höhe des hinteren Radhauses Berichten zufolge auf 784 ± 20 mm und autorisieren einen Federwechsel erst dann, wenn die Messung unter 764 mm fällt.
Daraus ist eine Laiendiagnose entstanden. Die Besitzer messen den Spalt über dem Hinterreifen in Fingerbreiten: vier Finger sind normal, drei sind ein Warnzeichen, zweieinhalb oder weniger bedeuten, dass die Feder hinüber ist. Das ist grob, aber es existiert, weil der offizielle Schwellenwert eine harte Grenze ist — ein Auto, das sichtbar absackt, aber 765 mm misst, bekommt nichts.
Wer zahlt
Das ist der Punkt, an dem die Besitzer am meisten Anstoß nehmen. Tesla tauscht die Federn kostenlos auf Garantie. Die Reifen, die das Absacken zerstört hat, sind das Problem des Besitzers.
Ein Besitzer berichtete, die Federung sei zehn Tage nach einem Austausch erneut eingebrochen, und das Service-Center habe die Montage eines zweiten Satzes abgelehnt. Der Kundendienst von Tesla China hat betroffenen Besitzern geraten, einen Inspektionstermin im Service-Center zu buchen; ein systematischer Fehler wurde nicht eingeräumt, und es gibt keinen Rückruf.
Wie viel davon ist belegt
Hier ist so viel Zurückhaltung angebracht, dass man sie ausdrücklich benennen sollte. Die Zahl der Beschwerden wurde von niemandem quantifiziert — „Anstieg” und „Welle” sind die Beschreibungen, keine Zahl. Tesla hat keine Stellungnahme abgegeben. Keine Behörde hat ein Verfahren eröffnet. Die Spezifikation der Radhaushöhe stammt aus Berichten über Servicedokumente und wurde nicht von Tesla veröffentlicht. Belegt ist, dass mehrere Besitzer dasselbe Fehlerbild mit denselben Messwerten beschreiben und dass Tesla Federn auf Garantie tauscht — was ein Hersteller bei einem Nicht-Problem nicht tut.
Davon getrennt und nicht damit zu verwechseln: US-Behörden haben im Juli eine Untersuchung zu Versagen der Vorderachsfederung an rund 1,2 Millionen Model 3 und Model Y eröffnet. Andere Achse, andere Modelle, anderer Markt — aber es ist die zweite Federungsangelegenheit, mit der Tesla sich in diesem Sommer befasst.
Wer die Fertigungsqualität von Tesla bei neueren Varianten verfolgt, sollte das Model Y L im Auge behalten. Für europäische Besitzer gibt es nichts zu tun — das Auto wird hier nicht verkauft, und kein europäisches Modell ist betroffen.