Volkswagen teilte Investoren am 18. September 2026 mit, dass die operative Marge in diesem Jahr höchstens 1 % betragen wird — gegenüber einer Prognose von 4 % bis 5,5 %. Die Aktie verlor mehr als 7 %. Der größte Einzelgrund ist eine nicht zahlungswirksame Abschreibung von 6 Milliarden Euro auf den Firmenwert von Porsche, gebucht im dritten Quartal.

Was Volkswagen tatsächlich angekündigt hat

Der Konzern belastete sein operatives Ergebnis 2026 mit rund 10 Milliarden Euro an Sondereffekten und schlüsselte sie auf: etwa 0,9 Milliarden bereits im ersten Halbjahr gebucht, die 6 Milliarden Euro Abschreibung auf Porsche sowie rund 2 Milliarden für den Ausbau der Altersteilzeit, den Verkauf von Volkswagen Osnabrück und Wertberichtigungen auf chinesische Beteiligungen.

Eine Firmenwertabschreibung ist eine Aussage über die Zukunft, nicht über die Vergangenheit. Volkswagen, mit 75,4 % an der Porsche AG beteiligt, sagt damit, dass die mittelfristigen Erträge, die der Konzern nun von Porsche erwartet, deutlich niedriger ausfallen als jene, für die er einst bezahlt hat. Davon zu trennen sind die Abschreibungen bei Porsche SE, der Holding, die Volkswagen kontrolliert, die im August eine eigene Belastung von 3 Milliarden Euro verbuchte.

Eingebrochen ist die elektrische Hälfte der Baureihen

Die Halbjahreszahlen von Porsche selbst zeigen, woran die Prognose zerbrochen ist.

Baureihe Auslieferungen H1 2026 Veränderung
Cayenne 38.141 stärkste Baureihe
911 (Verbrenner) 30.534 +19 %
Macan Electric 15.620 Baureihe insgesamt -22 %
Taycan 6.219 -25 %
Gesamt 122.306 -16 %

Der 911 — das älteste und am wenigsten elektrische Produkt im Porsche-Programm — ist die Baureihe, die gewachsen ist. Der Taycan, das Auto, mit dem Porsche beweisen wollte, dass es Tesla bei einer Limousine schlagen kann, verkauft sich inzwischen nur noch etwa ein Fünftel so oft wie der 911.

Die von Porsche genannten Gründe sind enger gefasst als die Schlagzeile: das Ende der Produktion des Verbrenner-718, ein ungewöhnlich starker Vorjahreszeitraum beim Macan Electric und das Auslaufen der US-Steuergutschriften. Alle drei sind real, und keiner erklärt für sich genommen eine Abschreibung von 6 Milliarden Euro.

Die Stellenzahl, mit ihrem Bezugsrahmen

Das Handelsblatt berichtete am 19. September unter Berufung auf Unterlagen zum Vorstandsbeschluss hinter dem Restrukturierungsprogramm Zukunftsplan 2030 von Volkswagen, dass in der Markengruppe Sport & Luxury rund 4.100 weitere Stellen wegfallen sollen — jener Markengruppe, die Volkswagen um Porsche herum aufbaut. Allein bei den Gemeinkosten fehlten demnach rund 700 Millionen Euro, und der Abbau kommt ausdrücklich zu dem bereits Vereinbarten hinzu.

Bereits vereinbart sind rund 9.000 Stellen bis 2035: ein Plan über 1.900 Stellen, der später auf 3.900 ausgeweitet wurde, etwa 500 bei Tochtergesellschaften und weitere 5.000, die im Juli 2026 vereinbart wurden. Gemessen an 45.049 Beschäftigten im März 2026 ist das fast jede fünfte Stelle. Weder Volkswagen noch Porsche haben die 4.100 bestätigt, und für die Standorte Zuffenhausen und Weissach gelten Zusagen bis 2035, unterlegt mit einer Investition von 2,1 Milliarden Euro.

Was das für Europa und für Tesla bedeutet

Der Taycan war der direkteste Rivale des Model S, und TeslAnt berichtete über die berichteten Pläne, ihn bis 2030 auslaufen zu lassen. Die 6 Milliarden Euro beziffern die Annahme, die darunter lag — dass die europäische Nachfrage nach elektrischen Premiumfahrzeugen in dem Volumen eintreffen würde, mit dem Porsche geplant hatte. Sie tat es nicht, und Porsche zieht sich auf den Verbrenner zurück, während es wartet.

Für europäische Käufer schneidet das nach zwei Seiten. Das Segment, das Tesla seit dem Model S anführt, verliert seinen glaubwürdigsten europäischen Herausforderer — weniger Wettbewerb und weniger Druck, besser zu werden. Doch mit derselben Restrukturierung finanziert Volkswagen günstigere Elektrofahrzeuge, und günstigere Volkswagen sind es, die hierzulande am Ende auf die Preise des Model Y drücken. Einer dieser Effekte tritt früher ein als der andere.