Der Gebrauchtwagenhandel war jener Teil der britischen Automobilbranche, dem der Umstieg auf Elektroantriebe am meisten geschadet hat — und er hat ihm am längsten nachgetragen. Das ändert sich jetzt messbar.

Der August-Report des Used Car Tracker von Startline Motor Finance zeigt, dass sich einer von drei Gebrauchtwagenhändlern um die Elektrifizierung sorgt. Das ist der niedrigste Wert, den der Tracker seit Oktober 2022 erfasst hat — also seit fast vier Jahren.

Warum die Händler überhaupt besorgt waren

Die Skepsis war verdient, nicht irrational. Gebrauchte Elektrofahrzeuge erlebten Anfang der 2020er-Jahre einen drastischen Einbruch der Restwerte, und die Händler trugen ihn unmittelbar. Wer ein Elektroauto in der Auktion kaufte und dann zusah, wie sein Händlereinkaufswert schneller fiel, als sich das Fahrzeug verkaufen ließ, verlor wiederholt echtes Geld — auf eine Weise, die es bei Verbrennerbeständen nicht gab.

Startline-Chef Paul Burgess beschreibt den Wandel unmissverständlich: „Die Haltung der Händler gegenüber Elektroautos wurde verständlicherweise vom Einbruch der Restwerte vor einigen Jahren geprägt, doch diese Erinnerung verblasst offenbar zunehmend, und E-Autos werden mehr und mehr als Chance und nicht als Problem gesehen.”

Zwei Faktoren trugen die Erholung. Die Werte fanden einen Boden, sobald das anfängliche Überangebot an Leasingrückläufern abgebaut war, und die Nachfrage zog nach, als gebrauchte Elektroautos Preise erreichten, bei denen auch Privatkäufer sie in Erwägung zogen — und nicht nur technikbegeisterte Frühkäufer. Das Vertrauen eines Händlers in eine Fahrzeugkategorie hängt vor allem davon ab, wie schnell sie sich dreht und wie planbar die Marge ist — und in beiden Punkten sind gebrauchte E-Autos zu einem ganz normalen Produkt geworden.

Was die Händler sich wünschen

Der Tracker fragte auch, was helfen würde, und die Antworten sind bemerkenswert, weil sie sich auf Kaufhilfen beziehen und nicht auf die Fahrzeuge selbst:

  • Die Hälfte der befragten Händler befürwortete ein Förderprogramm für gebrauchte Elektrofahrzeuge.
  • Fast zwei Drittel unterstützten die Idee kostenloser oder verbilligter Heimladestationen als Kaufanreiz.

Die Antwort zur Heimladestation ist die interessantere. Händler sind dem tatsächlichen Einwand am nächsten, den sie über den Schreibtisch hinweg hören, und das ist meist nicht die Reichweite — es ist die Tatsache, dass ein Käufer ohne eigene Einfahrt oder Wallbox keine günstige Lademöglichkeit hat, was aus einem guten gebrauchten E-Auto ein teures macht. Die Ladeinfrastruktur zu subventionieren statt des Fahrzeugs adressiert das Problem der Betriebskosten und nicht den Listenpreis.

Startline hat für den August-Tracker keine Stichprobengröße veröffentlicht — das sollten Sie im Blick behalten, wenn Sie die Prozentwerte lesen.

Der größere europäische Zusammenhang

Das trifft auf einen Markt, in dem die Neuwagenverkäufe von Elektrofahrzeugen bereits Rekordniveau erreichen — Großbritannien verbuchte im Juli einen Rekordanteil an Elektroautos und blieb dennoch hinter dem Ziel des ZEV mandate zurück. Erst ein funktionierender Gebrauchtmarkt macht diese Neuzulassungen tragfähig: Flotten- und Leasingkunden kalkulieren Neuwagen über die erwarteten Restwerte, ein Gebrauchthandel, der Elektrobestände haben will, senkt also die Kosten jedes neuen Elektroautos, das an eine Flotte verkauft wird.

Die Händlerstimmung ist ein weicher und nachlaufender Indikator. Doch hier zählt die Richtung mehr als das Niveau, denn der Gebrauchtwagenhandel war die Gruppe mit den stärksten Argumenten für Pessimismus — und er ist derjenige, der seine Meinung ändert.