Tesla hat im August 2026 in Südkorea 10.400 Autos zugelassen und führt damit den Importmarkt des Landes den siebten Monat in Folge an. Das ist mehr, als Tesla in Deutschland, den Niederlanden, Norwegen und Italien zusammengenommen geschafft hat.

Die Daten stammen von der Korea Automobile Importers & Distributors Association (KAIDA), die für August 29.817 zugelassene importierte Pkw zählt – ein Plus von 9,2 % gegenüber dem Vorjahr. Davon entfielen 34,9 % auf Tesla, den einzigen Importeur über 10.000 Einheiten.

Tesla verkaufte mehr als BMW und Mercedes-Benz zusammen

BMW lag mit 6.180 Zulassungen auf Platz zwei, Mercedes-Benz mit rund 4.000 auf Platz drei. Tesla schlug beide zusammengerechnet.

Das Model Y gewann nicht nur die Importwertung. Das kombinierte Model-Y-Volumen erreichte 9.638 Einheiten und lag damit vor dem Kia Sorento mit 6.397 – womit es der meistverkaufte Pkw in Südkorea überhaupt war, heimische Marken eingeschlossen. Das ist der zweite Monat in Folge: Das Model Y führte auch im Juli den gesamten koreanischen Markt an, damals mit 8.705 Einheiten, sodass im August rund tausend Autos hinzukommen. Yonhap berichtet, dass allein auf die Ausstattungsvariante Model Y Premium 7.490 davon entfielen – damit wäre eine einzige Ausstattungslinie das meistverkaufte Importmodell des Landes.

Der Kontrast zu Europa

Stellt man die koreanische Zahl den August-Zulassungen gegenüber, die TeslAnt in der vergangenen Woche für europäische Märkte veröffentlicht hat, ist der Abstand frappierend.

Markt Tesla-Zulassungen, August 2026
Südkorea 10.400
Deutschland 3.034
Niederlande 1.023
Norwegen 627
Italien 265

Diese vier europäischen Märkte kommen zusammen auf 4.949 Autos – weniger als die Hälfte des koreanischen Werts. Frankreich ist Teslas stärkster europäischer Markt und schließt die Lücke dennoch nicht im Alleingang: Auf das Model Y entfielen dort 4.622 Zulassungen, wobei es sich dabei um ein einzelnes Modell und nicht um die gesamte Marke handelt.

Der Vergleich schmeichelt Korea ein wenig, denn die koreanischen Importzahlen decken einen Markt ab, in dem jeder Tesla per Definition ein Import ist, während die europäischen Summen in sehr viel größeren Heimatmärkten stecken. Die Richtung ist aber kein Artefakt. Tesla wächst in Korea, während seine europäische Position erodiert – ein Minus von fast 36 % in Italien, ein Rückgang um 2.387 Autos gegenüber dem Vorjahr in Norwegen und in Deutschland eine Erholung lediglich von einem Juli-Einbruch auf 367 Autos.

Warum Korea funktioniert

Zwei Dinge unterscheiden den koreanischen Markt von Europa, und bei keinem davon geht es um das Auto.

Das erste ist, dass Teslas wichtigster europäischer Rivale ausgesperrt ist. Südkorea hat seine Regeln zur Elektrofahrzeug-Förderung zum 1. Juli 2026 durch ein Punktesystem ersetzt, das von den Herstellern mindestens 60 Punkte in den Bereichen Lieferkettenbeitrag, Kundendienst und Zertifizierung verlangt. Zehn Autohersteller erfüllten die Kriterien, darunter Tesla Korea. BYD Korea und Zeekr nicht. In Deutschland verkaufte BYD im selben Monat mit 5.256 zu 3.034 Autos mehr als Tesla; in Korea verkauft das Unternehmen ohne die Förderung, die seine Konkurrenten erhalten.

Das zweite ist, dass Tesla seine Preise direkt an den Regeln ausgerichtet hat. Koreas Preisobergrenze für die Förderung liegt 2026 bei 53 Millionen Won und sinkt 2027 auf 50 Millionen Won. Tesla senkte den Preis des Model Y Premium mit Hinterradantrieb von 52,99 auf 49,99 Millionen Won – eine Reduzierung um drei Millionen Won, die es ein Jahr früher unter den Schwellenwert des kommenden Jahres bringt. Allein diese Ausstattungsvariante verkaufte sich im August 7.490 Mal.

Die Förderung selbst fällt bescheiden aus: 1,7 Millionen Won für das Model Y RWD und 2,1 Millionen für das Long Range AWD und das Model Y L. Entscheidend ist die Förderfähigkeit, nicht die Höhe.

Für europäische Leserinnen und Leser liegt die nützliche Erkenntnis nicht in der Rangliste. Sie besteht darin, dass Teslas schwacher August ein regionales und kein globales Phänomen war – dasselbe Auto verkaufte sich im selben Monat 8.000 km entfernt in Rekordstückzahlen, in einem Markt, dessen Förderregeln zufällig genau den Rivalen ausschließen, der Tesla in Europa Anteile abnimmt.