Das Insurance Institute for Highway Safety verlieh dem überarbeiteten Tesla Model Y am 3. September 2026 die Bewertung Top Safety Pick+, die höchste Auszeichnung des Instituts. Das Fahrzeug erhielt „Good“ — die Bestnote — in jedem Crashtest und in jedem Unfallvermeidungstest, dem es unterzogen wurde.
Die Bewertungsübersicht
| Test | Bewertung |
|---|---|
| Frontalaufprall mit geringer Überdeckung | Good |
| Frontalaufprall mit mittlerer Überdeckung (aktualisiert) | Good |
| Seitenaufprall (aktualisiert) | Good |
| Frontalkollisionsvermeidung, Fahrzeug zu Fahrzeug | Good |
| Frontalkollisionsvermeidung, Fußgänger | Good |
| Scheinwerfer | Good |
| Gurtwarner | Marginal |
Sechsmal „Good“ und einmal „Marginal“. Da das IIHS für die Auszeichnung keine Bewertung der Gurtwarner voraussetzt, kostet das „Marginal“ das Model Y nichts — es ist aber der einzige Test, in dem das Fahrzeug nicht an der Spitze lag, und es geht dabei um einen Signalton, nicht um eine Crashstruktur.
Das IIHS führt den Preisträger als Model Y des Modelljahres 2027 in seiner Klasse der mittelgroßen Luxus-SUVs; die Bewertungen gelten für die Baujahre 2026 und 2027 des überarbeiteten Fahrzeugs.
Das Ergebnis, über das sich streiten lässt
Die beiden „Good“ bei der Frontalkollisionsvermeidung wurden mit Teslas serienmäßiger, rein kamerabasierter automatischer Notbremsung erzielt. Kein Radar, kein Lidar — Kameras und neuronale Netze, getestet sowohl gegen ein Fahrzeugziel als auch gegen ein Fußgängerziel, mit der Höchstnote.
Das ist ein konkreter Datenpunkt in einer Auseinandersetzung, die seit Teslas Verzicht auf Radar andauert. Entschieden ist sie damit nicht: Das IIHS prüft bestimmte Szenarien bei bestimmten Geschwindigkeiten unter definierten Bedingungen, und die heiklen Fälle für rein kamerabasierte Systeme — tiefstehende Sonne, Starkregen, Nebel — messen diese Tests gerade nicht. Aber die Position „eine rein kamerabasierte Notbremsung kann im Fußgängertest des IIHS kein ‚Good‘ erreichen“ steht nicht mehr zur Verfügung.
Das Institut hat Full Self-Driving (Supervised) ausdrücklich nicht bewertet. Bei dieser Auszeichnung geht es um die Sicherheitssysteme, die jedes Model Y serienmäßig mitbringt — und das ist für einen Käufer der richtige Vergleich.
Teslas Position beim IIHS insgesamt
Auch der Cybertruck 2026 hält einen Top Safety Pick+, in der Klasse der großen Pickups — ein Ergebnis, das jene überraschte, die angesichts des Exoskeletts aus Edelstahl das Schlimmste für die Struktur erwartet hatten. Das Model 3 hat über mehrere Testzyklen hinweg IIHS-Spitzenauszeichnungen erhalten.
Was das für europäische Käufer wert ist
Unmittelbar: nicht viel. Das IIHS ist eine amerikanische, von Versicherern finanzierte Einrichtung, und die Sicherheit von Neuwagen in Europa bewertet Euro NCAP mit anderen Tests, einer anderen Punktvergabe und einem anderen Sternesystem. Eine IIHS-Auszeichnung verleiht einem europäischen Model Y nichts, und das nordamerikanische Fahrzeug unterscheidet sich in Details der Beleuchtung und der Rückhaltesystem-Abstimmung.
Mittelbar ist sie nützlich, denn beide Programme haben sich auf ähnliche Physik zubewegt. Der aktualisierte IIHS-Test mit mittlerer Überdeckung belastet gezielt die Rücksitze, und genau beim Schutz der Rücksitzinsassen hat Euro NCAP seine eigenen Anforderungen zuletzt angehoben. Ein Fahrzeug, das dort „Good“ erreicht, wird sich in Europa nicht blamieren.
Das Ergebnis beim Gurtwarner ist der eine Punkt, den ein europäischer Halter aus einem anderen Grund bemerken dürfte: EU-Vorschriften verlangen ohnehin Warner auf allen Sitzen, das hier verkaufte Model Y muss also eine Hürde nehmen, die das IIHS nur empfiehlt. Die Note „Marginal“ spiegelt wider, wie eindringlich der Signalton ist, nicht ob es ihn gibt.
Wer ein Model Y beim Thema Sicherheit gegen einen Konkurrenten abwägt, dem sei ehrlich gesagt: Dies war bereits ein sehr sicheres Fahrzeug und bleibt es. Nichts davon ändert eine Kaufentscheidung. Es nimmt lediglich ein Argument aus dem Verkehr, das gegen das Auto verwendet wurde.