Tesla ruft in den Vereinigten Staaten 19 Model Y zurück, weil ein Befestigungselement, das die Vorderradaufhängung mit dem Hilfsrahmen verbindet, möglicherweise nie korrekt angezogen wurde — und der Grund dafür ist, dass die Kontrolle, die genau diese Arbeit bestätigen sollte, versehentlich abgeschaltet war.
Was passiert ist
Der vordere Querlenker ist mit zwei Befestigungselementen am Hilfsrahmen befestigt. Bei Fahrzeugen, die zwischen dem 26. Juli und dem 4. August 2026 gebaut wurden, wurde mindestens eines dieser Elemente möglicherweise nicht mit dem vorgeschriebenen Drehmoment angezogen. Eine zu locker angezogene Schraube kann sich mit der Zeit lösen und schließlich dazu führen, dass sich der Lenker vom Hilfsrahmen trennt, was die Radstellung verändert und — in Teslas eigener Meldung — das Unfallrisiko erhöht.
Die Ursache ist ungewöhnlich konkret. Eine speicherprogrammierbare Steuerung, die für die Positionskontrolle des Nachzieh-Drehmomentwerkzeugs zuständig ist, wurde am 26. Juli 2026 versehentlich deaktiviert. Diese Steuerung ist die Prozesskontrolle, die bestätigt, dass das richtige Befestigungselement mit dem richtigen Wert angezogen wurde. Ohne sie prüfte nichts mehr die Verbindung.
Aufgefallen ist der Fehler einem Menschen, nicht dem Prozess. Am 7. August meldeten Tesla-Mitarbeiter in Fremont ein Fahrzeug wegen auffälligem Fahrverhalten und Geräuschen; eine Endkontrolle am Bandende ergab, dass an der Verbindung zwischen Lenker und Hilfsrahmen ein Befestigungselement fehlte.
Umfang und Abhilfe
| Zurückgerufene Fahrzeuge | 19 (2026 Model Y) |
| Bauzeitraum | 26. Juli – 4. August 2026 |
| Geschätzt tatsächlich betroffen | etwa 75 % |
| Unfälle oder Verletzte | keine gemeldet |
| Halterschreiben | bis 30. Oktober 2026 |
Service-Center prüfen die Befestigungselemente, ziehen sie dort, wo sie lose sind, auf das vorgeschriebene Drehmoment an, kontrollieren die Achsvermessung und tauschen beschädigte Bauteile aus — für die Halter kostenlos.
Das ist nicht die Untersuchung, an die Sie vielleicht denken
Teslas Vorderradaufhängung ist bereits Gegenstand eines weit größeren Verfahrens auf Bundesebene, und die beiden Vorgänge sollten nicht vermischt werden.
Die NHTSA führt eine laufende Untersuchung zu rund 1,2 Millionen Model 3 und Model Y, eröffnet nach mehr als 150 Beschwerden über Bauteile der Vorderradaufhängung, die im Betrieb versagten oder sich lösten. Dabei geht es um brechende Teile in Fahrzeugen mehrerer Modelljahre. Bei diesem Rückruf handelt es sich um einen Fertigungsfehler an 19 Fahrzeugen aus einem einzigen Bauzeitraum Ende Juli und Anfang August, zurückzuführen auf eine einzelne deaktivierte Steuerung. Dieselbe Ecke des Fahrzeugs, ein anderer Fehlermechanismus, eine um fünf Größenordnungen andere Dimension.
Ebenso wenig hat es etwas mit den Beschwerden über absackende Hinterachsen beim Model Y L in China zu tun — eine andere Achse, eine andere Variante und ein anderer Markt.
Betrifft das auch Europa?
Nein. Die betroffenen Fahrzeuge wurden in Fremont gebaut, das Nordamerika beliefert. Europäische Model Y laufen in der Giga Berlin vom Band, und der Rückruf ist bei der NHTSA ausschließlich für die US-Produktion gemeldet.
Der Mechanismus ist aber bemerkenswert. Ein solcher Fehler wandert nur dann weiter, wenn derselbe Werkzeugzustand an derselben Linie aufgetreten ist — und Berlin betreibt seine eigene. Wo ein Tesla-Rückruf tatsächlich Europa erreichen muss, läuft er über die niederländische RDW als Typgenehmigungsbehörde, die im vergangenen Monat öffentlich dargelegt hat, was einen solchen Rückruf auslösen würde.
Neunzehn Fahrzeuge sind gemessen an Teslas Produktion ein Rundungsfehler, und verletzt wurde niemand. Das Unangenehme daran ist nicht die Zahl. Es ist, dass zwischen einer nicht angezogenen Fahrwerksschraube und einem Kunden nichts weiter stand als eine einzige Steuerung — und dass es eine Geräuschbeschwerde zwölf Tage später brauchte, um zu bemerken, dass sie ausgefallen war.