Die europäische Sammelklage rund um Teslas Versprechen von Full Self-Driving für Hardware 3 hat 7.907 verifizierte Teilnehmer aus 39 Ländern erreicht — das zeigen die laufend aktualisierten Zahlen der Initiative dahinter. Zusammen melden sie €15,5 Millionen an Ausgaben für FSD, eine Zahl, die nach Einschätzung der Organisatoren auf €19,4 Millionen steigen wird, sobald die offenen Registrierungen geprüft sind.

Angestoßen wurde die Klage im April 2026 von dem niederländischen Model-3-Besitzer Mischa Sigtermans, nachdem Tesla FSD (Supervised) in die Niederlande gebracht und dabei Fahrzeuge auf Basis von Hardware 3 ausgeschlossen hatte — jenem Rechner, der in Autos verbaut wurde, die etwa zwischen 2019 und 2023 ausgeliefert wurden. Diese Besitzer hatten für das Paket europäische Preise von bis zu €7.500 gezahlt, teils Jahre bevor überhaupt eine Version der Software verfügbar war. Vorbereitet wird das Verfahren als Sammelklage nach niederländischem Recht.

Wo Europas Kläger sitzen

Die Niederlande stellen mehr als ein Viertel der Gesamtzahl, was angesichts des Ursprungs der Initiative und des ersten europäischen FSD-Starts wenig überrascht. Deutschland folgt auf Platz zwei.

Land Teilnehmer Gemeldete FSD-Ausgaben
Niederlande 2,062 €4,885,958
Deutschland 617 €2,170,306
Belgien 450 €1,544,609
Frankreich 305 €1,076,235
Dänemark 212 DKK 3,302,569

Die registrierten Fahrzeuge verteilen sich wie die Flotte selbst auf die Volumenmodelle: 2.881 Model 3, 1.501 Model Y, 587 Model S und 483 Model X.

Die Organisatoren veröffentlichen außerdem eine Zahl, die den Ton der Beschwerde besser erklärt als das Geld. Bei Erstbesitzern liegt die durchschnittliche Wartezeit zwischen dem Kauf von FSD und einer nutzbaren Version bei rund fünf Jahren und drei Monaten — 1.913 Tagen. Der längste erfasste Einzelfall liegt bei zehn Jahren.

Warum die Zahl wieder steigt

Anfang Mai lagen die Registrierungen bei rund 5.700 aus 37 Ländern. Das Wachstum seither folgt einem zweiten Vorwurf: Die Software, die Tesla den HW3-Besitzern schließlich doch anbot, lässt die Hardware ausfallen.

Da HW3-Autopilot-Rechner unter FSD v14 Lite überhitzen, berichten Besitzer von Platinen jenseits von 90 °C, von erzwungenen Abschaltungen und in einigen Fällen von Einheiten, die komplett getauscht werden mussten. Das deutsche Portal teslamag meldete am 5. August, die Klage habe knapp 8.000 europäische HW3-Besitzer angezogen, und nannte die thermischen Ausfälle als Grund dafür, dass die Zahl wieder in Bewegung geraten ist.

Genau diese Abfolge ist der Kern des Streits. Elon Musk erklärte jahrelang, HW3 werde für autonomes Fahren ausreichen. Im April nahm er das zurück und kündigte ein Upgrade-Programm auf den neueren AI4-Rechner an, schwenkte dann aber erneut um und bot HW3-Fahrzeugen statt des Hardwaretauschs eine abgespeckte Version an — FSD v14 Lite. Für einen Käufer, der für das Versprechen voller Autonomie bezahlt hat, ist eine eingedampfte Softwarefassung auf einem Rechner, der nun überhitzt, ein schwacher Ersatz.

Wie es weitergeht

Eine niederländische Sammelklage ist ein langsames Instrument, und nichts an dem Verfahren zwingt Tesla zu Verhandlungen. Die Organisatoren haben erklärt, sie zögen einen Vergleich einem Prozess vor; die Registrierungskampagne dient beiden Wegen — eine größere, verifizierte Gruppe mit belegten Kaufsummen ist das, was beiden Gewicht verleiht.

Tesla hat sich öffentlich nicht zu der Klage geäußert und die Überhitzungsberichte trotz wiederholter Nachfragen in sozialen Netzwerken nicht kommentiert. Für europäische Besitzer, die weiter HW3-Fahrzeuge fahren, ändert sich praktisch nichts: Die versprochene Funktion ist nicht gekommen, und die Software, die gekommen ist, macht das Auto für manche schlechter.