Mercedes-AMG hat seinen vollelektrischen CLA 45 4MATIC+ in 7:32.070 Minuten um die Nürburgring-Nordschleife gebracht und nennt das einen Klassenrekord. Beide Hälften dieses Satzes sind wahr, und die zweite braucht ein Sternchen.

Die Runde

Kevin Berger fuhr die Zeit am 28. Juli 2026 auf der vollen Konfiguration über 20.832 Kilometer, bei sommerlichen Bedingungen — 24 °C Luft, 30 °C Asphalt — und im ersten Versuch des Fahrzeugs. Die Zeit wurde offiziell gemessen und notariell beglaubigt.

Das Auto war mit dem optionalen Paket AMG DYNAMIC PLUS unterwegs, das das für die Runde genutzte RACE-Programm enthält und die Höchstgeschwindigkeit auf 270 km/h anhebt, dazu Reifen von Pirelli P Zero Trofeo RS und die adaptive Dämpfung AMG RIDE CONTROL.

Merkmal Wert
Rundenzeit 7:32.070
Leistung 500 kW (680 PS)
Motoren Drei Axialflussmotoren — zwei hinten, einer vorn
Batterie 94 kWh nutzbar
0–100 km/h 2.7 s (Methode 1-foot rollout)
Reichweite Über 670 km Limousine, 640 km Shooting Brake
Höchstgeschwindigkeit 270 km/h mit DYNAMIC PLUS

Der Verkauf startet im August 2026.

Zu diesem Rekord

Der CLA 45 ist der erste Rekordhalter in einer Nürburgring-Klasse, die es vorher nicht gab: „Electric Compactcars”. Der Erste in einer neuen Kategorie zu sein, ist nicht dieselbe Leistung, wie ein etabliertes Feld zu schlagen — und es sei klar gesagt, dass für diese Zeit kein anderer elektrischer Kompaktwagen verdrängt wurde.

Der Vergleich, der die Runde einordnet, ist der mit den Verbrenner-Rivalen derselben Größenklasse. Dort steht der CLA 45 gut da, aber nicht an der Spitze. Auf der Nordschleife ist er schneller als ein BMW M2; langsamer bleibt er als der M2 CS, der 7:25.5 gefahren ist. Gegen schwerere und stärkere elektrische Performance-Modelle ist die Zeit des CLA 45 wirklich stark — polnische Berichte sahen ihn vor dem Porsche Taycan Turbo S und dem Hyundai Ioniq 6 N.

Die faire Zusammenfassung lautet also: AMG hat eine kompakte Elektrolimousine gebaut, die die Nordschleife in derselben Region umrundet wie ernst zu nehmende Verbrenner-Sportwagen — und dabei eine 94-kWh-Batterie mitträgt und mehr als 670 km Reichweite bietet. Das ist der beeindruckende Teil, und er braucht die Rekord-Erzählung nicht, um zu bestehen.

Warum der Antrieb die eigentliche Geschichte ist

Drei Axialflussmotoren sind das Detail, das die Rundenzeit überdauern wird. Axialflussmaschinen sind kürzer und dichter als die Radialflussmotoren, die fast jedes Serien-Elektrofahrzeug verwendet — deshalb sind sie bisher überwiegend in Kleinserien-Hypercars aufgetaucht. Drei davon in eine kompakte Limousine zu setzen, die in diesem Monat in den Verkauf geht, holt die Technologie in ein Segment, in dem die Kosten zählen.

Der Wert von 2.7 Sekunden für 0–100 km/h basiert auf der Methode 1-foot rollout, der amerikanischen Dragstrip-Konvention, die einer Messung aus dem Stand rund eine Zehntelsekunde abnimmt. Rechnen Sie damit, dass europäische Messfahrten etwas langsamer ausfallen.

Was das für europäische Käufer bedeutet

Praktisch gelesen heißt das: Ein kompakter AMG mit 500 kW kommt jetzt mit echter Langstreckenreichweite statt mit dem Reichweiten-Aufschlag, den sportliche Elektrofahrzeuge traditionell verlangt haben. Ob das Segment eine kompakte Limousine mit 680 PS überhaupt will, ist die schwierigere Frage — und eine, auf die Europas Premiummarken derzeit gemischte Antworten bekommen.