Deutschland hat seine staatliche Kaufprämie für Elektroautos am 19. Mai 2026 wieder geöffnet. Elf Wochen später will die Partei, die das Land mitregiert, sie umschreiben.
Am 6. August 2026 forderte Alexander Hoffmann, Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, die Prämie so umzubauen, dass die von ihr subventionierte Wertschöpfung vorrangig in Europa stattfindet. Sein Vorwurf ist konkret: In der jetzigen Ausgestaltung, so argumentiert er, profitierten überwiegend nicht-europäische Hersteller vom Geld der deutschen Steuerzahler.
Was den Vorstoß ausgelöst hat
Die Zahlen hinter der Forderung stammen aus der Antwort des Umweltministeriums auf eine parlamentarische Anfrage. Diese Daten zeigen, dass die Prämie überproportional an Tesla, Skoda und Renault fließt. Deutsche Hersteller steigerten ihre Elektroverkäufe unter dem Programm um 31%, ihr Marktanteil sank jedoch auf 53.9%, während ausländische Marken einschließlich Tesla ihre Verkäufe nahezu verdoppelten.
An Interessenten mangelt es dem Programm nicht. Bis zum 5. August 2026 waren bei der zuständigen Stelle seit dem Start 103,500 Anträge eingegangen — ein Tempo, das sich bereits in den Zulassungszahlen niederschlägt: Deutschlands BEV-Anteil erreichte im Juli 29.3%. TeslAnt hatte das frühere Signal im Juli berichtet, als Tesla in den ersten Wochen des Programms die Tabelle der bewilligten Anträge anführte.
Was tatsächlich vorgeschlagen wird
Hoffmann hat Local-Content-Vorgaben ins Spiel gebracht — Bedingungen, die die Förderfähigkeit oder die Höhe des Bonus daran knüpfen, wo ein Auto und seine Komponenten gefertigt werden. Er verweist auf andere EU-Mitgliedstaaten, die Kaufprämien bereits an Kriterien wie lokale Batteriefertigung, Materialherkunft und Transportentfernung binden.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte in einem ARD-Sommerinterview, die Koalition habe vereinbart, die Förderung im Herbst zu überprüfen und anzupassen und sie auf Gebrauchtwagen auszuweiten, damit deutsche Hersteller deutlich stärker profitieren.
Damit endet der bestätigte Teil. Es gibt keinen Entwurfstext, es sind keine Kriterien festgelegt und es ist keine Abstimmung terminiert. Eine Koalitionsverabredung, ein Programm im Herbst zu überprüfen, ist keine Entscheidung, es umzuschreiben.
Die unbequeme europäische Rechnung
Die Rahmung hat ein Problem, das man deutlich benennen sollte. Die drei in den Ministeriumsdaten genannten Marken sind Tesla, Skoda und Renault. Skoda ist tschechisch und Teil des Volkswagen-Konzerns; Renault ist französisch. Zwei der drei größten Nutznießer sind europäische Hersteller — eine Regel rund um europäische Wertschöpfung würde sie also nicht treffen, und eine Regel zugunsten deutscher Hersteller ist eine andere Regel mit einem anderen rechtlichen Problem im Binnenmarkt.
Tesla verkompliziert das zusätzlich. Das in ganz Europa verkaufte Model Y wird in Grünheide in Brandenburg gebaut, rund 60 Kilometer vom Bundestag entfernt. Ein Local-Content-Test, der auf die europäische Montage abstellt, würde Teslas europäische Volumina erfassen statt sie auszuschließen. Ein Test, der auf die Herkunft der Batteriezellen abstellt, würde sehr viele Autos erfassen, darunter etliche deutsche.
Was Käufer tun sollten
Vorerst nichts. Die Prämie läuft, ist finanziert und wird ausgezahlt, und die Überprüfung ist noch Monate entfernt. Wer in diesem Herbst einen Kauf erwägt, sollte auf Entwurfskriterien achten statt auf Schlagzeilen — der Unterschied zwischen einer Regel zum Montageort und einer Regel zur Batterieherkunft entscheidet darüber, ob ein in Grünheide gebautes Model Y förderfähig ist, und dieses Detail existiert noch nicht.