ESB ecars betreibt rund 1.600 öffentliche Ladepunkte auf der gesamten irischen Insel und hat seine Preise am Montag, dem 2. November, erhöht – zum zweiten Mal seit Juli. Ohne Abonnement kostet das Schnellladen nun 83 Cent pro kWh in der ESB-App und 85 Cent pro kWh bei kontaktloser Kartenzahlung, wie completecar.ie berichtete. Laut dem Irish Independent ist ESB damit nicht nur der größte, sondern auch der teuerste Ladeanbieter des Landes.

ESB begründete den Schritt mit gestiegenen Kosten. „Diese Anpassung spiegelt die anhaltend steigenden Energie- und Betriebskosten wider und ermöglicht es uns, das Netz weiterhin instand zu halten und zugleich in weitere Hochleistungslader zu investieren und die Verfügbarkeit im ganzen Land auszubauen”, schrieb das Unternehmen seinen Kunden in einer E-Mail, aus der der Independent zitiert.

Die neuen Preise

Die Schnellladestufe umfasst alles von den älteren 50-kW-Ladesäulen von ESB bis hin zu den 350-kW-Ladern. Alle Preise gelten pro kWh in der Republik Irland.

Zahlungsoption Ladesäulen mit geringerer Leistung Schnelllader Erhöhung
App, Pay as you go 70c (zuvor 60c) 83c (zuvor 72c) +17 % / +15 %
Kontaktlose Karte 72c (zuvor 61c) 85c (zuvor 73c) +18 % / +16 %
Mitgliedschaft für 4,79 € im Monat 65c (zuvor 55c) 78c (zuvor 67c) +18 % / +16 %
Neu: Charge Smart, 6,99 € im Monat 52c nachts, 65c tagsüber 66c nachts, 78c tagsüber neuer Tarif

Der Nachttarif von Charge Smart gilt von 21:00 bis 07:00 Uhr. Die bisherigen Preise entsprechen dem Juli-Tarif, wie ihn die Irish Times im September aufgeführt hat.

Die zweite Erhöhung binnen vier Monaten

Die Erhöhung im Juli brachte ein Plus von bis zu 6 Cent pro kWh – genau zu der Zeit, als die Regierung ihre Abwrackprämie ICE2EV einführte. Nach Berechnung des Independent liegen die Schnellladepreise nun 24 % über dem Niveau vom Juni. Eine 79-kWh-Batterie an einem ESB-Schnelllader mit kontaktloser Karte von leer aufzuladen, kostet laut der Zeitung jetzt 67,15 €, zu Hause dagegen weniger als 25 €. Zuvor war im Jahr 2026 Ionity der teuerste Betreiber gewesen, mit 81 Cent pro kWh bei kontaktloser Kartenzahlung an seinen 350-kW-Stationen.

In Nordirland, wo sich rund 330 der ESB-Ladepunkte befinden, trat die Erhöhung laut The Irish News ebenfalls am 2. November in Kraft. Dort gelten nun 85 Pence pro kWh bei kontaktloser Kartenzahlung an Ladern ab 49 kW und 72 Pence an leistungsschwächeren Ladesäulen; ein Charge-Smart-Tarif folgt dort am 25. November. Die Blockiergebühren und den Preis der Mitgliedschaft hat ESB nicht angehoben.

Die Erhöhung fällt in eine Phase wachsender Elektroauto-Verkäufe in Irland. Batterieelektrische Pkw erreichten im Oktober laut SIMI-Zahlen, die der Independent zitiert, einen Anteil von 27,74 % an den Neuzulassungen. Irische Haushalte hatten bereits einen der stärksten Strompreisanstiege in der EU erlebt, wie die Eurostat-Daten für das erste Halbjahr 2026 zeigen.

Wie die Supercharger im Vergleich abschneiden

Tesla betreibt in der Republik laut supercharge.info 15 Supercharger-Standorte mit 112 Ladeplätzen. Zwölf davon mit 90 Ladeplätzen stehen auch anderen Marken offen. Sechs wurden zwischen Juli und Oktober 2026 eröffnet, in Sligo, Wicklow, Limerick, Mallow, Longford und Letterkenny; drei weitere sind in Dublin im Bau.

Im September bezifferte die Irish Times den Preis an Superchargern, die auch Fahrern anderer Marken offenstehen, auf 57 bis 64 Cent pro kWh, je nach Tageszeit. Zu diesen Preisen kostet eine Ladung von 50 kWh zwischen 28,50 € und 32,00 €, gegenüber 42,50 € zum neuen kontaktlosen Schnellladetarif von ESB. Die Supercharger-Preise variieren je nach Standort und Tageszeit; der aktuelle Preis wird vor Ladebeginn in der Tesla-App angezeigt.

Was das für Halter bedeutet

Wer zu Hause lädt, ist kaum betroffen. Fahrer ohne eigene Lademöglichkeit zu Hause müssen nach Schätzung des Independent mit bis zu 1.500 € Mehrkosten pro Jahr rechnen – für einen VW ID.3 mit 15.000 km Jahresfahrleistung zu Pay-as-you-go-Tarifen. Für Tesla-Fahrer auf längeren Strecken ist der Preisabstand zum Supercharger-Netz größer geworden: Bereits im September waren die Supercharger günstiger als die Schnellladetarife von ESB. Wer regelmäßig bei ESB lädt, kann die Erhöhung mit einem Abonnement abfedern oder mit Charge Smart, sofern nachts geladen werden kann.