Der ADAC hat gemessen, wie viel Strom ein Elektrofahrzeug beim Laden mit Wechselstrom tatsächlich verschwendet — und der Abstand zwischen der besten und der schlechtesten Methode ist groß genug, um Ihre Entscheidung für die heimische Ladeinfrastruktur zu ändern. Beim Laden von fünf Fahrzeugen an einer Wallbox mit voller Leistung blieben die Verluste unter 7%. Dieselben Fahrzeuge an einer gewöhnlichen Haushaltssteckdose kamen auf bis zu 24.2%.
Ladeverluste sind die Differenz zwischen der Energie, die Ihr Zähler erfasst, und der Energie, die in der Batterie ankommt. Sie entstehen im Onboard-Charger, der Wechselstrom in Gleichstrom umwandelt, im Kabelwiderstand sowie in der Fahrzeugelektronik und im Thermomanagement, die während der gesamten Ladung mitlaufen. Bezahlen müssen Sie alles davon.
Die Zahlen
| Lademethode | Verlustbereich |
|---|---|
| Wallbox mit 11 oder 22 kW | unter 7% |
| Haushaltssteckdose (Schuko) | bis zu 24.2% |
Das schlechteste Einzelergebnis lieferte ein Mercedes CLA 350 EQ: An der Haushaltssteckdose gingen 24.2% der bezogenen Energie verloren. Dasselbe Fahrzeug verlor an der Wallbox 6.9% — mehr als 17 Prozentpunkte Unterschied bei identischer Hardware, verändert wurde allein die Art der Stromzufuhr.
Am anderen Ende der Skala stand der Renault 5, der sowohl bei hoher Ladeleistung als auch beim Laden mit Photovoltaik-Überschuss die niedrigsten Verluste erzielte.
Warum die Steckdose so viel schlechter abschneidet
Eine Haushaltssteckdose liefert rund 2.3 kW, eine Wallbox 11 oder 22 kW. Der Grundverbrauch des Fahrzeugs — Niedervoltsysteme, Batterie-Thermomanagement, die festen Verluste des Onboard-Chargers — läuft so lange wie der Ladevorgang, und bei 2.3 kW dauert dieser fünf- bis zehnmal länger. Derselbe feste Grundverbrauch verteilt sich auf deutlich weniger gelieferte Kilowattstunden und verschlingt damit einen wesentlich größeren Anteil.
Der ADAC hat auch das Laden mit Photovoltaik-Überschuss untersucht, bei dem die verfügbare Leistung mit der Sonneneinstrahlung schwankt. Das Laden mit geringer PV-Leistung liegt aus demselben Grund zwischen den beiden Extremen.
Was es kostet
Ein Fahrzeug mit einem Verbrauch von 16 kWh/100 km benötigt bei 15,000 km Jahresfahrleistung rund 2,400 kWh in der Batterie. Bei 7% Verlusten kaufen Sie etwa 2,580 kWh ein, bei 24% rund 3,160 kWh. Das sind rund 580 kWh pro Jahr, die Ihr Kabel und Ihre Fahrzeugelektronik erwärmen, statt Sie zu bewegen. Über die Lebensdauer einer Wallbox holt allein der Effizienzgewinn einen spürbaren Teil der Installationskosten wieder herein — die Zeitersparnis durch fünf- bis zehnmal schnelleres Laden noch nicht eingerechnet.
Was das für Europa bedeutet
Der ADAC hat unter deutschen Bedingungen gemessen, doch die Physik gilt überall. Jeder europäische Markt bietet zu Hause dieselben zwei Optionen — eine 230 V-Steckdose mit rund 2.3 kW oder eine Wandladestation mit 11 oder 22 kW — und das Verlustverhältnis richtet sich nach der Leistung, nicht nach dem Land.
Was sich unterscheidet, ist die Wirtschaftlichkeit. Hohe Haushaltsstrompreise lassen die Wallbox am schnellsten rentabel werden, Förderprogramme für die Installation verkürzen die Amortisation von der anderen Seite. UK erhebt inzwischen einen niedrigeren Mehrwertsteuersatz auf Haushaltsstrom als auf öffentliches Laden, was den Abstand weiter vergrößert.
Der Sicherheitsaspekt
Die Empfehlung des ADAC gründet nicht allein auf der Effizienz. Eine Haushaltssteckdose und die dahinterliegende Leitung wurden nie für eine stundenlange Dauerentnahme nahe der Nennbelastung ausgelegt — und genau das ist anhaltendes Laden mit 2.3 kW. Deshalb bezeichnet der ADAC die Haushaltssteckdose als Notlösung und nicht als Ladelösung — als Notnagel, wie es auf Deutsch heißt.
Für alle, die regelmäßig zu Hause laden, ist die Schlussfolgerung eindeutig: Eine fest installierte Wallbox ist günstiger und sicherer, und das Notladekabel gehört in den Kofferraum für den Fall, dass es keine Alternative gibt.