Tesla hat unbeaufsichtigte Robotaxi-Fahrten im gesamten Stadtgebiet von Austin freigeschaltet. Seit dem 3. Juni 2026 kann jeder, der die Robotaxi-App innerhalb von rund 245 Quadratmeilen im Zentrum von Texas nutzt — von der Innenstadt bis in die Vororte —, ein fahrerloses Model Y oder einen Cybercab ohne Sicherheitsbeobachter auf dem Beifahrersitz herbeirufen. Es ist das größte Servicegebiet, das Tesla seit dem Start des Programms in Austin eröffnet hat, und es kommt nur wenige Tage, nachdem das Unternehmen begonnen hat, den Dienst formell als autonomes System der SAE-Stufe 4 zu bezeichnen.
Eine viel größere Karte, eine sehr kleine Flotte
Die Schlagzeile ist der Geofence, nicht die Flotte. Tesla hat das gesamte Stadtgebiet auf der Karte abgedeckt, doch die Zahl der Fahrzeuge, die tatsächlich Fahrgäste ohne Menschen an Bord befördern, bleibt klein — Branchenbeobachter beziffern die aktive unbeaufsichtigte Flotte auf rund 20 Fahrzeuge, etwas weniger als beim Höchststand von nahezu 25 Ende April. Das ist ein Bruchteil der mehreren hundert fahrerlosen Fahrzeuge, die der Konkurrent Waymo in seinen US-Städten betreibt, und es bedeutet, dass die praktische Wartezeit auf eine Fahrt weiterhin weit mehr davon abhängt, wie viele Fahrzeuge in der Nähe sind, als davon, wie groß das Servicegebiet aussieht.
Die Ausweitung ist real, doch die Lücke zwischen Abdeckungsgebiet und Fahrzeugbestand ist der beobachtenswerte Teil. Ein größerer Geofence erlaubt es Tesla, eine stadtweite Verfügbarkeit zu bewerben und Daten über mehr Straßentypen zu sammeln; er bringt allein jedoch nicht mehr Fahrzeuge auf die Straße.
Wie die Fahrzeuge mit Polizei, Feuerwehr und Unfällen umgehen
Begleitend zur Ausweitung hat Tesla die sicherheitstechnischen Abläufe beschrieben, nach denen Aufsichtsbehörden und Rettungsdienste gefragt haben. Die Fahrzeuge nutzen ihre Außenkameras, um Rettungskräfte zu erkennen, und können ihnen Zugang gewähren — sich entriegeln und an den Rand fahren —, wenn sie an einer Einsatzstelle herangewinkt werden. Tesla kann zudem temporäre Geofences rund um Unfälle, Straßensperrungen und Unwetter ziehen und die Flotte so aus Bereichen heraussteuern, in denen ein fahrerloses Fahrzeug ein Risiko wäre. Ein Team für Fernunterstützung kann ein Fahrzeug aus dem Verkehr ziehen oder es durch Situationen leiten, die die Software nicht von selbst angeht.
Dies sind die Mechanismen, die einen fahrerlosen Einsatz rechtlich umsetzbar machen, und es sind die Fragen, die letztlich auch europäische Aufsichtsbehörden stellen werden — auch wenn hier auf dieser Seite des Atlantiks bislang nichts davon gilt.
Was es über Texas hinaus bedeutet
Die Einstufung als Stufe 4 beruht auf einer Selbstzertifizierung, die nach einem neuen texanischen Gesetz für fahrerlose Fahrzeuge zulässig ist, nicht auf einer unabhängigen behördlichen Genehmigung, und sie gilt nicht außerhalb des Bundesstaates — eine Unterscheidung, über die wir berichtet haben, als Tesla seinen Cybercab in Texas selbst zertifizierte. Europa hingegen genehmigt weiterhin nur FSD (Supervised), ein System der Stufe 2, das gesetzlich einen aufmerksamen Fahrer erfordert. Für europäische Halter ist die Ausweitung in Austin eine Vorschau darauf, wohin Tesla die Autonomie bringen will, und nicht etwas, das lokal eintrifft: Der nächste Schritt, den Tesla angedeutet hat, ist ein Vorstoß nach Arizona, wobei Cybercabs bereits im Vorfeld auf US-Straßen gesichtet wurden.