Tesla verabschiedete sich am Abend des 20. Mai 2026 im Werk Fremont mit dem Signature Edition Delivery Event vom Model S und Model X. Die finale Serie von 350 Einheiten — 250 Model S und 100 Model X, alle im exklusiven Garnet Red mit goldenen Akzenten — wurde im Rahmen einer Zeremonie an ausschließlich geladene Kunden übergeben. Geleitet wurde die Veranstaltung von Elon Musk, Chefdesigner Franz von Holzhausen und Antriebsstrang-Vizepräsident Lars Moravy. Der Termin war vom 12. Mai verschoben worden, nachdem Musk gemeinsam mit Präsident Trump nach China gereist war, wie TeslAnt in der Ankündigung der Mai-Terminverschiebung berichtet hatte.
Die 18-jährige Reise auf der Bühne
Franz und Musk führten das Publikum durch das ursprüngliche Model-S-Programm und erinnerten daran, dass die ersten Prototypen von einem kleinen Designteam skizziert wurden, das „in einem Zelt hinter einer SpaceX-Fabrik" arbeitete. Das Model S debütierte 2012 mit dem heute ikonischen 17-Zoll-Touchscreen und etablierte als Erster Over-the-Air-Software-Updates — Funktionen, die heute branchenweit Standard sind, damals jedoch revolutionär waren.
Tesla nutzte den Abend, um die Serienpremieren aufzulisten, die Model S und Model X gebracht haben:
| Errungenschaft | Fahrzeug |
|---|---|
| Erstes Serien-Elektrofahrzeug mit über 400 Meilen Reichweite | Model S |
| Erstes Serienfahrzeug, das 60 mph in unter 2 Sekunden erreicht | Model S Plaid |
| Erste Serienlimousine, die die Viertelmeile unter 9,5 Sekunden absolviert (9,23 s) | Model S Plaid |
| Erstes Fahrzeug, dessen Dach das NHTSA-Testgerät beschädigte | Model S |
| Erstes Serien-SUV, das im behördlichen Test nicht überschlug | Model X |
Lars Moravy bezeichnete die heutigen Fahrzeuge als die beste Ingenieursleistung, die Tesla je ausgeliefert hat: Das aktuelle Model S und X teilen nur noch 3 % der Komponenten mit dem Original von 2012 und kommen insgesamt mit rund 40 % weniger Bauteilen aus.
Wie es mit der Fremont-Linie weitergeht
Die folgenreichere Ankündigung betraf die Zukunft der Produktionslinie. Tesla bestätigte, dass die Fremont-S/X-Linie zu einer Produktionsstätte für den humanoiden Roboter Optimus umgewidmet wird. Das Unternehmen strebt eine Kapazität von rund einer Million Robotern pro Jahr an. Das Werk selbst bleibt in Betrieb — TeslAnt berichtete über das Ende der S/X-Produktion am 9. Mai —, doch die Fertigung verlagert sich nun auf Robotaxi-Fahrzeuge und humanoide Hardware.
Musk bestätigte zudem, dass die Cybercab-Produktion offiziell angelaufen ist, und zwar in der Giga Texas. Der volle Hochlauf soll „nächste Woche" erfolgen. Cybercab ist die dedizierte zweisitzige Robotaxi-Plattform, die Tesla 2024 vorgestellt hat; die Serienfertigung markiert den Übergang vom Prototyp zum Flottenfahrzeug im autonomen Mitfahrprogramm.
Was das für europäische Besitzer bedeutet
Die Signature Edition selbst war ein reines US-Sammlerstück (nur auf Einladung, ab 159.420 USD) — kein Kontingent erreichte Europa. Die substanzielle europäische Auswirkung betrifft den Bereich Service und Ersatzteile: Da keine neuen Model S oder Model X mehr aus Fremont rollen, wird das EU-Servicenetz eine bestehende Flotte betreuen, die nicht mehr wächst. Tesla hat keine Änderungen bei der Ersatzteilverfügbarkeit oder den Garantiebedingungen für europäische S/X-Besitzer angekündigt, und Lars Moravy betonte, dass das Unternehmen diese Fahrzeuge wie den Rest der Flotte weiter unterstützen wird.
Für Käuferinnen und Käufer, die in Europa über ein Flaggschiff von Tesla nachdenken, lautet die praktische Botschaft: Model S Plaid und Model X Plaid bleiben ausschließlich aus dem bestehenden Bestand verfügbar — eine Bestellung einer frisch gefertigten Einheit ist nicht mehr möglich.
Update: 2026-05-29
Am 26. Mai 2026 legten die Technik- und Design-Führungskräfte von Tesla die Gründe dar, warum das Model S und das Model X eingestellt werden. Der für den Antriebsstrang zuständige Vizepräsident Lars Moravy erklärte, dass die Plattform der Fahrzeuge — entworfen Ende der 2000er-Jahre — ihre technischen Grenzen erreicht habe und dass eine umfassende Neuausrüstung der Fertigungslinie in Fremont Hunderte Millionen Dollar gekostet hätte. Statt diese Summe für die Modernisierung zweier in geringen Stückzahlen produzierter Aushängeschilder auszugeben, entschied sich Tesla dafür, die freigewordene Fläche in eine Pilotfabrik für Optimus umzuwandeln, wie Not a Tesla App berichtete. Die Führungskräfte fügten hinzu, dass die Entscheidung tatsächlich bereits vor rund anderthalb Jahren gefallen sei. Bemerkenswert ist, dass sie zugleich eine mögliche Rückkehr der Modellnamen andeuteten und damit die Tür für ein künftiges Redesign statt eines endgültigen Aus offenließen.