Teslas jüngste Entscheidung, die Produktion von Model S und Model X einzustellen, ließ Enthusiasten darüber rätseln, ob das Unternehmen noch Platz für leistungsstarke Personenwagen hat. Neue Aussagen aus Teslas Entwicklungsleitung deuten darauf hin, dass die Antwort ein vorsichtiges „vielleicht” lautet — und dass ein dreimotoriger Model 3 Plaid zumindest in den Köpfen derjenigen ist, die ihn bauen würden.
„Ich denke die ganze Zeit darüber nach”: der Model 3 Plaid
Lars Moravy, Teslas Vice President of Vehicle Engineering, hat bestätigt, dass ein dreimotoriger Model 3 Plaid eine Idee ist, mit der er sich aktiv beschäftigt, und verwies sogar auf Motoren mit Karbonhülsen als die Art von Hardware, die ein solches Auto verwenden würde. „Ich denke die ganze Zeit darüber nach”, sagte Moravy — doch er stellte ebenso klar, dass dies keine Priorität sei.
Er beschrieb das Projekt als eine Entscheidung nach dem Prinzip „Aufwand für Ertrag”, die Teslas derzeitige Prioritätsschwelle schlicht nicht überschreitet. Mit anderen Worten: Das Entwicklungsteam kann sich das Auto vorstellen, aber der geschäftliche Nutzen muss mit allem anderen konkurrieren, was bei Tesla auf dem Tisch liegt.
Roadster, Robotaxi und Optimus kommen zuerst
Was auf dieser Prioritätenliste über einem aufgemotzten Model 3 steht, ist aufschlussreich. Moravy verwies auf drei Programme, die Teslas Entwicklungsaufmerksamkeit binden: den Roadster der nächsten Generation, den Ausbau des Robotaxi-Betriebs und den humanoiden Roboter Optimus. Moravy und Designchef Franz von Holzhausen bestätigten, dass der lange verzögerte Roadster in Texas gefertigt wird.
Vorerst ist ein Model 3 Plaid eher der Tagtraum eines Ingenieurs als ein Produkt auf der Roadmap — eine wichtige Unterscheidung für jeden, der versucht sein könnte, einen Kauf aufzuschieben, während er darauf wartet.
Model S und Model X: Sag niemals nie
Die Aussagen sind besonders interessant im Kontext von Teslas Flaggschiff-Limousine und -SUV. Wie TeslAnt berichtete, als Tesla die letzten Model S und Model X baute, hat das Unternehmen die Fremont-Linie heruntergefahren, die sie über ein Jahrzehnt lang produziert hat. Auf die Frage, ob die beiden Modelle jemals zurückkehren könnten, lehnte es Moravy ab, dies auszuschließen, und sagte, er würde „niemals nie” sagen.
Das ist keine Zusage — aber es lässt die Tür einen Spalt offen für ein künftiges, fortschrittlicheres Flaggschiff, sollten sich Teslas Prioritäten verschieben.
Was das für europäische Käufer bedeutet
Für europäische Kunden ist die praktische Erkenntnis eindeutig. Es gibt keinen bestätigten Model 3 Plaid, kein Rückkehrdatum für den Model S oder Model X und keinen europäischen Zeitplan für den Roadster. Dies sind technische Gedankenspiele, keine Ankündigungen. Käufer, die heute einkaufen, sollten ihre Entscheidung auf die Autos stützen, die Tesla derzeit tatsächlich verkauft — vor allem den Model 3 und den Model Y — und nicht auf Leistungsvarianten, die fest hypothetisch bleiben.