Kias zweiter Elektrotransporter wurde auf öffentlichen Straßen fotografiert – mit weitgehend entfernter Tarnung. Der PV7 wird 2027 erwartet, und die neuen Bilder sind der bislang deutlichste Blick auf ein Fahrzeug, das Kia bisher nur als Konzept aus dem Jahr 2024 gezeigt hat.
Offiziell ist davon nichts. Kia hat weder einen Marktstart noch eine Batterie, eine Reichweite oder einen Produktionsstandort bestätigt, und alles Folgende, das keine Konzeptabmessung ist, beruht auf Rückschlüssen aus Fotos.
Er ist deutlich größer als der PV5
Die Größe fällt sofort ins Auge. In einem der Videos wirkt der Radstand des Prototyps fast so lang wie der des Autotransporters, der ihn befördert — ein wenig schmeichelhafter Vergleich für alles, was sich Transporter nennt.
Die Konzeptwerte erklären, warum. Gegenüber dem PV5 Passenger fiel das auf der CES 2024 gezeigte PV7 Concept in jeder Dimension größer aus:
| Abmessung | PV5 Passenger | PV7 Concept |
|---|---|---|
| Länge | 4,695 mm | 5,270 mm |
| Breite | 1,895 mm | 2,065 mm |
| Höhe | 1,915 mm | 2,120 mm |
| Radstand | 2,995 mm | 3,390 mm |
Fast 60 cm mehr Länge und knapp 40 cm mehr Radstand rücken den PV7 in ein anderes Wettbewerbsumfeld — an das obere Ende des europäischen Marktes für Elektrotransporter statt an das kompakte Ende, in dem der PV5 antritt. Kia erklärt, der PV7 biete das größte Raumangebot der Baureihe, nennt dazu aber keine Zahlen.
Der Prototyp dürfte wie der PV5 die Infotainment- und Flottensoftware Pleos der Hyundai Motor Group tragen. Das ist eine plausible Erwartung, keine bestätigte Spezifikation.
Warum das in Europa zählt: der PV5
Der PV7 wäre eine Fußnote, wenn sein kleinerer Bruder nicht funktioniert hätte. Er hat funktioniert. Der PV5 ist der meistverkaufte kleine Elektrotransporter in Europa und im Vereinigten Königreich und hält inzwischen 37% des Segments — in fünf einzelnen Märkten liegt der Anteil sogar über 50%:
| Markt | PV5-Anteil bei kleinen Elektrotransportern |
|---|---|
| Dänemark | 63% |
| Irland | 62% |
| Schweden | 59% |
| Finnland | 58% |
| Vereinigtes Königreich | 54% |
Das sind Zahlen aus dem gewerblichen Flottengeschäft, keine Enthusiastenzahlen. Flottenkunden entscheiden nach Gesamtbetriebskosten, Nutzlast, Servicenetz und Restwerten, und wenn sie sich einmal auf eine Plattform festgelegt haben, bleiben sie in der Regel dabei. Ein größerer Transporter auf derselben Plattform, mit derselben Software und denselben Händlerbeziehungen, ist die naheliegende nächste Bestellung.
Was noch fehlt
Die ehrliche Zusammenfassung lautet: Die interessanten Zahlen gibt es noch nicht. Nutzlast, Ladevolumen, Batteriekapazität, Ladeleistung und Reichweite sind die Werte, die ein Flottenmanager braucht, und Kia hat keinen davon veröffentlicht. Ebenso wenig hat der Hersteller gesagt, ob der PV7 neben dem PV5 in Hwaseong oder anderswo gebaut wird, was in Europa für Zollrisiken und Lieferzeiten entscheidend ist.
Bis Kia Zahlen nennt, ist der PV7 ein großes, transporterförmiges Objekt, das definitiv kommt — und zwar wahrscheinlich 2027. Das ist gut zu wissen, wenn Sie einen Flottenzyklus planen, und völlig wertlos, wenn Sie ihn heute mit einem konkreten Konkurrenten vergleichen wollen.