Tesla hat ein Patent eingereicht, das eine deutlich günstigere Methode zum Bau adaptiver Matrix-Scheinwerfer beschreibt. Ein Großteil der Elektronik, die heutige Einheiten teuer macht, wird dabei durch eine dünne, lichtreaktive Folie ersetzt. Die Einreichung wurde diese Woche von Not a Tesla App aufgedeckt, und auch wenn von einem Patent bis zu einem serienreifen Bauteil ein weiter Weg ist, deutet der Ansatz darauf hin, wie Tesla die feinstufige Lichtsteuerung in mehr seiner Fahrzeuge bringen möchte — ohne den Preisaufschlag, der heute damit einhergeht.
So funktioniert der Entwurf
Herkömmliche Matrix-Scheinwerfer steuern ihren Lichtkegel, indem sie Dutzende einzeln ansteuerbare LEDs ein- und ausschalten, von denen jede über Umgebungslichtsensoren und eine dedizierte Steuerelektronik verwaltet wird. Diese Komplexität ist der Grund, warum der Austausch eines einzigen beschädigten Matrix-Moduls deutlich über 3.000 Dollar kosten kann. Teslas Patent geht einen anderen Weg: Es platziert eine ultradünne photochrome Folie vor einer deutlich kleineren Gruppe von LEDs. Der Farbstoff der Folie reagiert auf Licht der fahrzeugeigenen LEDs in einer bestimmten Wellenlänge und schaltet die Linse in den Bereichen, die beleuchtet werden sollen, von dunkel auf transparent.
Da die Abdeckung chemisch und nicht über Bänke geschalteter Dioden erfolgt, deutet das Patent darauf hin, dass die Auflösung dennoch hoch bleiben kann. Tesla beschreibt, jede der sieben LEDs pro Scheinwerfer in vier oder mehr Pixel zu unterteilen und acht Folienquadrate pro LED zu verwenden, was auf rund 112 steuerbare Segmente bei einem Scheinwerferpaar hinausläuft — genug, um dem adaptiven Verhalten der übrigen Fahrzeugflotte gerecht zu werden.
Warum es für die Reparaturkosten von Bedeutung sein könnte
Der unmittelbarste Vorteil ist wirtschaftlicher Natur. Die Verlagerung der „Subpixel” auf eine austauschbare chemische Folie bedeutet, dass eine zerkratzte oder gerissene Einheit möglicherweise durch den Austausch der Folie statt des gesamten Elektronikmoduls instand gesetzt werden könnte. Für Besitzer ist das der Unterschied zwischen einem kleinen Ersatzteil und einer vierstelligen Reparaturrechnung — eine bedeutsame Änderung angesichts dessen, wie stark Scheinwerfereinheiten Straßenschmutz und Stößen bei niedriger Geschwindigkeit ausgesetzt sind.
Das Patent wurde teilweise rund um den Cybertruck konzipiert, dessen schmale Frontpartie wenig Raum für ein herkömmliches Matrix-Array lässt. Die zugrunde liegende Idee ist jedoch nicht modellspezifisch, und ein kostengünstigeres Produktionsverfahren wäre für das Model 3, Model Y, Model S und Model X ebenso relevant.
Die europäische Perspektive
Adaptive Matrix-Lichtkegel sind in Europa seit Langem zugelassen und weit verbreitet, und Tesla bietet die Funktion bei in der Region verkauften Fahrzeugen bereits an — anders als in den Vereinigten Staaten, die den regulatorischen Weg erst kürzlich freigemacht haben. Für europäische Besitzer lautet die entscheidende Frage nicht, ob die Technologie kommt, sondern was ihr Besitz und ihre Reparatur kosten. Ein Entwurf, der dasselbe Verhalten bei der Lichtformung beibehält und gleichzeitig die Herstellungs- und Austauschkosten senkt, würde klar auf der Seite der Erschwinglichkeit stehen.
Wie immer bei Patenten ist der Vorbehalt groß: Die Einreichung verpflichtet Tesla nicht zur Produktion, und viele Patente erreichen nie ein Serienfahrzeug. Vorerst lässt sich das Dokument am besten als Absichtserklärung lesen — ein Zeichen dafür, dass Tesla nach Wegen sucht, eine hochwertige Beleuchtungsfunktion so günstig zu machen, dass sie sich über die gesamte Modellpalette verbreiten lässt.