Tesla hat seinen ersten europäischen Sicherheitsbericht für Full Self-Driving (Supervised) veröffentlicht, und die wichtigste Zahl ist auffällig: Fahrzeuge, die FSD auf niederländischen Straßen nutzten, verzeichneten 3,5-mal weniger Kollisionen als manuell gefahrene Teslas im selben Zeitraum. Der Bericht deckt den 10. April bis 5. Juni 2026 ab — das rund zweimonatige Fenster, seit die niederländische Fahrzeugbehörde RDW Tesla die erste nationale FSD-Zulassung in Europa erteilt hat.
Es ist das erste Mal, dass Tesla lokalisierte, straßentypspezifische Sicherheitsdaten für einen europäischen Markt veröffentlicht hat, und es ist über die Niederlande hinaus von Bedeutung: Die Zahlen sind der erste Eintrag in das, wozu sich Tesla als laufende jährliche Leistungsberichterstattung verpflichtet hat, und sie kommen genau in dem Moment, in dem Dänemark zum vierten europäischen Land wird, das das System zulässt.
Was die Zahlen zeigen
Die Lücke ist auf Autobahnen am größten. Auf 16,6 Millionen Kilometern Autobahnfahrt mit aktiviertem FSD meldet Tesla null Kollisionen — gegenüber 33 Kollisionen auf 158,7 Millionen manuell gefahrenen Autobahnkilometern. Auf Nicht-Autobahnstraßen schnitt das System ebenfalls besser ab, jedoch mit geringerem Abstand.
| Straßentyp | FSD-Distanz | FSD-Kollisionen | Manuelle Basislinie | Verbesserung |
|---|---|---|---|---|
| Autobahn | 16.6M km | 0 | 33 über 158.7M km | 3,4-mal sicherer |
| Nicht-Autobahn | 7.0M km | 3 | 109 über 152.9M km | 1,6-mal sicherer |
| Kombiniert | 23.6M km | 3 | 142 über 311.6M km | 3,5-mal sicherer |
Tesla meldete außerdem starke Rückgänge bei den von seiner Telemetrie erfassten Ereignissen harten Fahrverhaltens: 14,9-mal weniger Aktivierungen der automatischen Notbremsung, 8,8-mal weniger starke Beschleunigung, 7,3-mal weniger hartes Bremsen und 8-mal weniger harte Ausweichmanöver, wenn FSD fuhr.
Die beachtenswerten Vorbehalte
Zwei Dinge relativieren die Spitzenzahl. Erstens stammt hier jede Zahl aus Teslas eigener Flottentelemetrie — es gab keine unabhängige Überprüfung des Datensatzes, und die RDW verlangte die Berichterstattung als Bedingung der Typgenehmigung, anstatt sie direkt zu prüfen. Zweitens wird der Spitzenwert von 3,5-mal weitgehend von der Autobahnleistung getragen, wo schwere Unfälle ohnehin seltener sind. Auf den Nicht-Autobahnstraßen, auf denen in den Niederlanden tatsächlich die meisten schweren Verletzungen auftreten, schrumpfte der Vorteil von FSD auf das 1,6-fache.
Nichts davon löscht das Ergebnis aus — eine saubere Bilanz auf 16,6 Millionen Autobahnkilometern ist ein bedeutsames Signal —, aber FSD bleibt ein überwachtes Fahrerassistenzsystem. Die niederländische Zulassung gemäß UN-Regelung 171 erfordert weiterhin einen aufmerksamen Fahrer, der bereit ist, zu übernehmen, und die Daten spiegeln die Leistung von Mensch plus Software wider, nicht autonomes Fahren.
Warum es für europäische Besitzer wichtig ist
Für Besitzer in Märkten, in denen die Zulassung ausgerollt wird — die Niederlande, Litauen, Estland und jetzt Dänemark —, ist dies der erste konkrete Beweis dafür, wie sich das System auf lokalen statt auf amerikanischen Straßen verhält. Die jährliche Berichtspflicht der RDW bedeutet auch, dass europäische Regulierungsbehörden einen wiederkehrenden, vergleichbaren Datensatz erhalten — etwas, das Tesla in den Vereinigten Staaten nie veröffentlichen musste. Während sich FSD Supervised über den Kontinent ausbreitet, könnte diese Compliance-Bilanz am Ende ebenso wichtig sein wie die Sicherheitszahlen selbst.