Eine seit Langem bestehende Lücke zwischen iOS und Android

Seit mehreren Jahren genießen Tesla-Besitzer mit iOS eine kleine, aber wirklich nützliche Annehmlichkeit: Live Activities. Während ein Fahrzeug lädt, zeigt der iOS-Sperrbildschirm eine Echtzeit-Kachel mit dem Ladestand der Batterie, der verbleibenden Zeit und — an Superchargern — einer laufenden Schätzung der Sitzungskosten. Dasselbe System erfasst auch Robotaxi-Fahrten. Android-Besitzer mussten dagegen das Telefon entsperren und die App öffnen, um irgendetwas davon zu sehen.

Diese Lücke scheint sich nun zu schließen. In der derzeit ausgerollten Tesla App Version 4.58.0 wurden Verweise und Textzeichenfolgen für ein Android-Pendant entdeckt.

Was der Code verrät

Die neu aufgetauchten Zeichenfolgen deuten auf eine Lade-Benachrichtigung hin, die auf dem Android-Sperrbildschirm und in der Statusleiste lebt, statt in der herunterziehbaren Benachrichtigungsleiste vergraben zu sein. Das beschriebene Verhalten spiegelt die iOS-Funktion eng wider:

  • Aktueller Batterie-Ladestand und geschätzte Reichweite auf einen Blick
  • Verbleibende Zeit bis zum Erreichen des Zielladestands
  • Geschätzte Supercharger-Gebühren für die laufende Sitzung

Unter Android heißt der zugrunde liegende Mechanismus Live Updates, eine Funktion auf Systemebene, die Google letztes Jahr mit Android 16 eingeführt hat. Tesla scheint seine Lade-Benachrichtigungen auf diesem Framework aufzubauen, was der natürliche Weg ist, um auf modernen Android-Telefonen eine dauerhafte, sich kontinuierlich aktualisierende Kachel bereitzustellen.

Noch nicht aktiv — aber kurz davor

Ein wichtiger Vorbehalt: Die Funktion scheint im aktuellen öffentlichen Build nicht aktiv zu sein. Tesla liefert routinemäßig Code für neue Funktionen Wochen oder sogar Monate aus, bevor der Schalter umgelegt wird, entweder serverseitig oder in einer späteren App-Version. Das Bemerkenswerte an dieser Entdeckung ist, dass der Code voll ausgereift und nicht experimentell wirkt, was darauf hindeutet, dass Android-Nutzer möglicherweise nicht lange warten müssen.

Es gibt keine offizielle Bestätigung eines Veröffentlichungsdatums, und wie bei jeder durch Inspektion des App-Codes gefundenen Funktion können sich Pläne vor der Veröffentlichung ändern. Behandeln Sie den Zeitpunkt eher als wahrscheinlich-bald denn als garantiert.

Warum es für europäische Besitzer wichtig ist

Die Tesla-Mobil-App ist weltweit dasselbe Produkt, sodass eine für Android hinzugefügte Funktion europäische Besitzer zur gleichen Zeit erreicht wie alle anderen — es gibt keine regionale Beschränkung der App-Funktionalität, wie es sie etwa für Full Self-Driving gibt. Da Android in den meisten Teilen Europas einen größeren Anteil am Smartphone-Markt hält als in den Vereinigten Staaten, ist dies eine Änderung, die einen besonders großen Teil von Teslas europäischer Kundenbasis erreichen wird.

Für alle, die zu Hause über Nacht laden oder auf einer Reise an einem Supercharger nachladen, ist eine auf einen Blick erfassbare Kachel auf dem Sperrbildschirm eine spürbare Verbesserung der Lebensqualität: kein Entsperren, kein App-Start, nur ein kurzer Blick, um zu sehen, wie weit der Ladevorgang fortgeschritten ist und was er kostet.