BYD trägt seine Megawatt-Ladeoffensive nach Europa. Der chinesische Autohersteller hat Pläne bestätigt, bis 2027 rund 3.000 seiner Flash-Ladeeinheiten auf dem Kontinent zu installieren, wobei Großbritannien bis Ende nächsten Jahres eigene 300 Stationen erhält — und einen Zielpreis, der die heutigen Ultraschnell-Netze deutlich unterbieten würde.
Was BYD bestätigt hat
Der europäische Flash-Rollout wird sich auf stark befahrene Korridore und Autobahnen konzentrieren, wobei BYD auf stark frequentierten Routen einen Flash-Standort etwa alle 50 Kilometer anstrebt. In Großbritannien sieht der Plan 300 Stationen mit mindestens 600 Ladepunkten bis Ende 2027 vor — eine Hardware, die sofort zum schnellsten öffentlichen Laden des Landes würde.
| Region | Plan | Zeitrahmen |
|---|---|---|
| Europa | ~3.000 Flash-Ladeeinheiten, etwa ein Standort alle 50 km auf stark befahrenen Korridoren | bis 2027 |
| UK | 300 Stationen mit über 600 Ladepunkten | Ende 2027 |
| Kanada | Vorarbeiten laufen (Personalsuche für lokales Ladenetz) | nicht bestätigt |
Fünf Minuten von 10 % auf 70 %
Flash-Ladegeräte erreichen Spitzenwerte von 1.500 kW — das Dreifache der 500 kW von Teslas neuester V4-Supercharger-Hardware, derzeit die schnellste Ausrüstung, die Tesla einsetzt. Bei einer Live-Demonstration in Großbritannien, an der Auto Express teilnahm, ging ein BYD Z9 in fünf Minuten von 10 % auf 70 % Ladung und anschließend in etwa weiteren vier Minuten auf 97 %. Diese Spitzenraten setzen Fahrzeuge voraus, die für das Megawatt-Laden ausgelegt sind, wie der bei der Demonstration verwendete Z9; Autos mit niedrigeren Ladegrenzen ziehen nur so viel, wie ihre eigene Hardware zulässt.
Die Stationen selbst sind um Batteriespeicher direkt vor Ort herum aufgebaut, die sich über Nacht füllen, wenn der Netzstrom zu Schwachlasttarifen verfügbar ist. Dieses Design erlaubt es BYD, Megawatt-Spitzen ohne einen ebenso starken Netzanschluss zu liefern — und es ist zentral für den aggressiven Preisplan.
Ziel: unter 50 Pence pro kWh
BYDs Großbritannien-Chef Bono Ge sagt, das Unternehmen wolle, dass die Flash-Preise im Idealfall unter 50 Pence pro Kilowattstunde liegen. Das würde etablierte Ultraschnell-Netze in Großbritannien deutlich unterbieten, wo Megawatt-Geschwindigkeit bislang zu keinem Preis verfügbar war. Die über Nacht geladenen Pufferbatterien machen das Ziel plausibel: Das Netz kauft billigen Strom und verkauft ihn tagsüber bei Höchstgeschwindigkeit wieder.
Was das für europäische Tesla-Besitzer bedeutet
Für Tesla-Besitzer sind die unmittelbaren praktischen Auswirkungen begrenzt. Kein aktuelles Tesla kann auch nur annähernd mit Megawatt-Raten laden, sodass ein 1.500-kW-Ladeplatz ein Model Y nicht schneller füllen würde, als es ein V4-Supercharger heute tut. Worauf es ankommt, ist der Wettbewerbsdruck. Tesla hat 2026 damit verbracht, den Zugang zu seinem europäischen Netz auszuweiten — einschließlich der Öffnung der Supercharger für Volvo-Fahrer in 29 Ländern — und BYD greift nun die beiden Säulen an, die das Supercharger-Netz zum europäischen Maßstab gemacht haben: Korridorabdeckung und Preis.
Da BYD auch die Grundlagen schafft, um das Flash-Laden nach Kanada zu bringen, positioniert das Unternehmen sein Ladenetz eindeutig als globales Verkaufsargument für seine Elektrofahrzeuge — genau das Drehbuch, das Tesla vor einem Jahrzehnt geschrieben hat, nun jedoch mit der dreifachen Leistung umgesetzt.