Ein exklusiver Bericht von Not a Tesla App besagt, dass die Full-Self-Driving-Software, die auf aktuellen Fahrzeugen mit Hardware 4 (HW4/AI4) läuft, eine verkleinerte — oder „destillierte” — Version der schwereren KI-Modelle ist, die Tesla zuerst für seinen eigens entwickelten Cybercab-Robotaxi erstellt. Tesla hat diese Anordnung nicht öffentlich bestätigt, weshalb die hier genannten Einzelheiten eher Berichterstattung als eine offizielle Auskunft darstellen.
Wie die Destillation funktionieren würde
Im maschinellen Lernen ist die „Destillation” eine gut etablierte Technik: Ein großes, leistungsfähiges „Lehrer”-Modell wird verwendet, um ein kleineres, schnelleres „Schüler”-Modell zu trainieren, das das Verhalten des Lehrers innerhalb eines engeren Rechenbudgets annähert. Dem Bericht zufolge entwickelt Tesla FSD zuerst für den leistungsfähigeren Computer der nächsten Generation im Cybercab und destilliert es anschließend so herunter, dass es auf den etwas schwächeren HW4-Systemen in den heutigen Serienfahrzeugen läuft. Der zusätzliche Spielraum des Cybercab gibt Tesla eine größere Testumgebung, in der sich schwerere, komplexere Netze aufbauen lassen, die später für den Rest der Flotte verschlankt werden können.
Die Parallele zu HW3
Sollte dies zutreffen, spiegelt der Ansatz das wider, was Tesla weiter unten im Stapel bereits getan hat. FSD v14 Lite für ältere Fahrzeuge mit Hardware 3 (HW3/AI3) ist selbst eine destillierte Version des Haupt-v14-Zweigs, zugeschnitten auf die knappere Rechenleistung und den Speicher von HW3. Der Bericht stellt den HW4-Build als mittlere Stufe derselben Leiter dar: das Cybercab-Modell an der Spitze, ein daraus destilliertes HW4-Modell und v14 Lite, erneut destilliert für HW3.
Warum es für Besitzer wichtig ist
Für HW4-Besitzer ist diese Einordnung ermutigend. Die Möglichkeit, eine Version genau jener Software auszuführen, die Tesla für den fahrerlosen, kommerziellen Betrieb entwickelt, deutet darauf hin, dass HW4 gut aufgestellt ist, um zu höheren Autonomiestufen fortzuschreiten, statt vom Cybercab-Programm abgehängt zu werden. Es bedeutet zudem, dass HW4-Fahrzeuge indirekt von jedem Fortschritt profitieren, der auf der Flaggschiff-Hardware erzielt wird, da das Flottenmodell von ihr abgeleitet ist.
Die Kehrseite ist bereits im Wort „destilliert” angelegt. Ein Schüler-Modell ist von Natur aus ein Kompromiss — leichter und schneller als sein Lehrer, aber in seinen Fähigkeiten nicht identisch. Wenn die Flotten-Builds vom Cybercab destilliert werden, ist damit eine gewisse Obergrenze dessen angedeutet, was HW4 (und insbesondere HW3) letztlich im Vergleich zur eigens entwickelten Robotaxi-Hardware leisten kann.
Der unbestätigte Vorbehalt
Nichts davon ist offiziell von Tesla dokumentiert. Der Bericht ist glaubwürdig und steht im Einklang mit Teslas bekanntem Ingenieuransatz — das Unternehmen hat offen über das Training größerer Modelle und die Auslieferung optimierter Versionen an die Flotte gesprochen —, doch es gibt keine veröffentlichte Destillations-Roadmap, und der genaue Leistungsunterschied zwischen den Cybercab-, HW4- und HW3-Modellen wurde nicht offengelegt. Europäische HW4-Besitzer, die FSD (Supervised) erst jetzt erhalten, sollten dies als fundierten Einblick in Teslas Softwarestrategie lesen und nicht als Spezifikation, auf die sie das Unternehmen festnageln können.