Volkswagen hat am 29. April 2026 die Serienversion des vollelektrischen ID. Polo enthüllt – das erste Modell auf der neuen MEB+-Plattform und der Einstieg in eine überarbeitete Namensstrategie, die alphanumerische ID-Bezeichnungen zugunsten traditioneller Namen ablöst. Die Premiere ist ein direkter Angriff auf den europäischen B-Segment-Spitzenreiter Renault 5 und verändert das Wettbewerbsumfeld rund um Teslas kleinstes Modell in Europa, das Model 3.
Preise und Ausstattungen
Die Vorbestellungen in Deutschland starten bei 33.795 € für die Ausstattung Life und steigen auf 41.945 € für die Topvariante Launch – beide mit der größeren 56-kWh-NMC-Batterie und einem 155-kW-Motor. Die günstigste Version zum Preis von 24.995 € wird erst im Laufe des Sommers 2026 verfügbar sein und nutzt eine 38-kWh-LFP-Batterie mit einem 85-kW-Motor. In Spanien – wo das Fahrzeug im Werk Pamplona gebaut wird – hat Volkswagen einen Einstiegspreis von 24.330 € unter Berücksichtigung nationaler E-Auto-Förderungen bestätigt.
| Ausstattung | Batterie | Motor | WLTP-Reichweite | Preis (DE) |
|---|---|---|---|---|
| Einstieg (Sommer) | 38 kWh LFP | 85 kW | wird bestätigt (~340 km) | €24,995 |
| Life | 56 kWh NMC | 155 kW | bis zu 455 km | €33,795 |
| Launch | 56 kWh NMC | 155 kW | bis zu 455 km | €41,945 |
Was Volkswagen gebaut hat
Der ID. Polo ist 4,05 Meter lang und bietet Platz für fünf Personen – damit bleibt er im selben Format wie der Benziner-Polo, den er ablöst. Volkswagen gibt für die 56-kWh-Variante eine WLTP-Reichweite von bis zu 455 km und für internationale Märkte bis zu 282 Meilen an. Die LFP-Einstiegsvariante ist noch nicht homologiert, dürfte aber näher an 340 km landen. Das DC-Schnellladen erreicht im mittleren 100-kW-Bereich seine Spitze; für die größere Batterie werden rund 25 Minuten von 10 auf 80 Prozent angegeben.
Im Innenraum hat Volkswagen die reine Touch-Ergonomie zurückgenommen, die den ID.3- und ID.4-Starts geschadet hatte. Physische Tasten kehren ans Lenkrad zurück, das Klimabedienfeld erhält einen echten Lautstärkeregler und ein 12,9-Zoll-Infotainment-Display ist Serie. Die Marke positioniert das Fahrzeug als „bewusst einfach” – ein klarer Kontrast zum großflächigen Bildschirmansatz, den Tesla im Segment etabliert hat.
Warum das für Tesla wichtig ist
Das Model 3 ist nach Abzug der Förderungen Teslas einziges europäisches Angebot unter 45.000 € und liegt im C-Segment eine Stufe über dem ID. Polo. Doch der 24.995-€-Einstiegs-Polo trifft genau den Preispunkt, an dem Tesla wiederholt erklärt hat, dass ein erschwingliches Modell nötig sei, und kommt sechs Monate vor dem Model-Y-Refresh, auf den europäische Käufer warten. Mit der Wahl der spanischen Produktion verschafft sich Volkswagen zudem einen Fertigungskostenvorteil, den Tesla aus Berlin ohne ein spanisches oder portugiesisches Pendant nicht erreichen kann.
Markteinführung
Die deutschen Vorbestellungen wurden am Tag der Enthüllung geöffnet. Konfiguratoren in Tschechien, der Slowakei, Polen, Frankreich, Italien, Spanien und den Benelux-Staaten gingen in derselben Woche live, erste Auslieferungen sind für Spätsommer 2026 geplant. Die günstigste LFP-Ausstattung wird bis zum vierten Quartal 2026 in den Showrooms erwartet.