Der TÜV-Report 2026, veröffentlicht am 20. November, liefert eine ernüchternde Bewertung von Teslas Verarbeitungsqualität. Basierend auf 9,5 Millionen Hauptuntersuchungen in Deutschland zwischen Juli 2024 und Juni 2025 landete das Model Y auf dem letzten Platz aller getesteten Fahrzeuge — und das Model 3 auf dem vorletzten.
Die Ergebnisse
Das Model Y verzeichnete eine Mängelquote von 17,3 % bei zwei bis drei Jahre alten Fahrzeugen — das schlechteste Ergebnis in einem Jahrzehnt TÜV-Berichterstattung. Das Model 3 folgte dicht dahinter mit 13,1 %. Zum Vergleich: Der bestplatzierte Stromer — der Mini Cooper SE — kam auf lediglich 3,5 %, der Audi Q4 e-tron auf 4,0 %.
| Modell | Mängelquote | Rang |
|---|---|---|
| Mini Cooper SE | 3,5 % | Bestes E-Auto |
| Audi Q4 e-tron | 4,0 % | 2. bestes E-Auto |
| Tesla Model 3 | 13,1 % | 2. schlechtestes gesamt |
| Tesla Model Y | 17,3 % | Schlechtestes gesamt |
Was schiefgeht
Der TÜV identifizierte drei Hauptproblemfelder bei beiden Tesla-Modellen:
Fahrwerk: Mängel an der Achsaufhängung waren das häufigste Problem und trugen erheblich zur hohen Mängelquote bei. Dazu gehören verschlissene Kugelgelenke, beschädigte Spurstangen und Spiel in den Radlagern.
Bremsen: Bremsscheibenverschleiß wurde als anhaltendes Problem markiert. Tesla-Fahrzeuge nutzen die Rekuperationsbremse intensiv, was bedeutet, dass die mechanischen Bremsen seltener zum Einsatz kommen — paradoxerweise führt das zu Korrosion und ungleichmäßigem Verschleiß der Scheiben.
Beleuchtung: Probleme mit der Scheinwerfereinstellung und -funktion wurden festgestellt, wenn auch seltener als Fahrwerks- und Bremsprobleme.
Europäische Perspektive
Die TÜV-Hauptuntersuchung ist für alle in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge gesetzlich vorgeschrieben, was den Datensatz umfassend und nicht selbstselektiv macht. Die Ergebnisse haben Gewicht sowohl bei Regulierungsbehörden als auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt, wo ein schlechter TÜV-Ruf den Wiederverkaufswert direkt beeinflusst.
Für aktuelle Tesla-Besitzer in Deutschland ist die praktische Erkenntnis klar: Bremsscheiben regelmäßig prüfen, auch wenn die Rekuperationsbremse die meiste Bremsarbeit übernimmt, und auf Fahrwerksgeräusche oder ungleichmäßigen Reifenverschleiß achten. Eine Vor-TÜV-Prüfung im Tesla Service Center vor der Pflichtuntersuchung kann helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen.
Der Report merkt auch an, dass Elektrofahrzeuge als Kategorie insgesamt gut abschneiden — Teslas schwaches Ergebnis ist ein Ausreißer und kein Urteil über die E-Fahrzeug-Technologie an sich. Ob Tesla diese Qualitätsprobleme in neueren Produktionschargen aus dem Werk Grünheide behebt, bleibt abzuwarten.