Tesla hat Ende September seine erste vollwertige V4 Supercharger-Station in Redwood City, Kalifornien, eröffnet und damit das Debüt der 500-kW-Ladefähigkeit markiert. Obwohl der Meilenstein in den USA liegt, signalisiert er, was europäische Tesla-Besitzer erwarten können, wenn der V4-Ausbau voranschreitet.
Was V4 bringt
Der V4 Supercharger-Schrank ist ein bedeutender Fortschritt gegenüber V3. Jeder Schrank liefert die dreifache Leistungsdichte seines Vorgängers und kann bis zu acht Ladeplätze versorgen — doppelt so viele wie die vier Plätze pro Schrank bei V3. Die Spitzenladeleistung von 500 kW ist mehr als das Doppelte der maximalen 250 kW bei V3.
| Spezifikation | V3 Supercharger | V4 Supercharger |
|---|---|---|
| Spitzenleistung pro Ladeplatz | 250 kW | 500 kW |
| Ladeplätze pro Schrank | 4 | 8 |
| Leistungsdichte | 1x | 3x |
| Kabeltyp | Flüssigkeitsgekühlt | Flüssigkeitsgekühlt |
Es gibt einen wichtigen Vorbehalt: Nur der Cybertruck mit seiner 800-Volt-Architektur kann derzeit die vollen 500 kW abrufen. Alle anderen Tesla-Modelle nutzen 400-Volt-Systeme und erreichen deutlich niedrigere Werte. Tesla hat nicht bekannt gegeben, wann — oder ob — zukünftige Model 3-, Model Y- oder Model S/X-Varianten 800-Volt-Laden unterstützen werden.
Leistung in der Praxis
Bei einem Cybertruck mit aktivierter Vorkonditionierung und niedrigem Ladestand gibt Tesla an, dass V4 in 15 Minuten 44 % der Batteriekapazität wiederherstellen kann. Das entspricht rund 225 km Reichweite, die während eines typischen Kaffeestopps nachgeladen werden — womit die Lücke zum Benzintanken erheblich schrumpft.
Europäischer Ausblick
Teslas globales Supercharger-Netzwerk umfasste zum Q2 2025 insgesamt 7.377 DC-Schnellladestationen mit über 70.000 Anschlüssen, was einem Wachstum von 18 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der V4-Ausbau in Europa wurde noch nicht angekündigt, aber die Infrastruktur besteht bereits in großem Maßstab: Tesla betreibt eine umfangreiche Supercharger-Abdeckung in Deutschland, Norwegen, den Niederlanden, Frankreich und Großbritannien.
Wenn V4-Stationen in Europa eintreffen — und das werden sie — wird die Auswirkung stark davon abhängen, ob Teslas Fahrzeuge der nächsten Generation für Europa 800-Volt-Plattformen übernehmen. Bis dahin werden V4-Stationen bestehenden Besitzern dennoch durch bessere Leistungsverteilung und weniger Stau an stark frequentierten Standorten zugutekommen.
Update: Tesla hat seitdem weitere V4 Supercharger-Stationen in den USA eröffnet, darunter auch an der Ostküste.