Tesla hat seinen autonomen Robotaxi-Service in Houston und Dallas am 18. April 2026 gestartet — sie wurden damit zur dritten und vierten Stadt mit vollständig fahrerlosen Fahrten und die ersten außerhalb Kaliforniens und der texanischen Hauptstadt.
Neue Städte, kleine Geofences
Houstons anfängliche Servicezone umfasst ungefähr 12–15 Quadratmeilen im Nordwesten der Stadt, zentriert auf die Gebiete Jersey Village und Willowbrook. Dallas startete mit einem größeren Fußabdruck von ungefähr 30–35 Quadratmeilen, einschließlich eines Großteils des Stadtzentrums und des Viertels Park Cities.
Beide Zonen sind absichtlich klein gehalten. Austin begann mit einer Fläche von 20 Quadratmeilen und brauchte fast ein Jahr, um auf die heutigen 245 Quadratmeilen anzuwachsen — die neuen Städte folgen demselben vorsichtigen Hochlaufmuster.
Von frühen Fahrgästen geteilte Videos bestätigen, dass in keiner der beiden Städte ein Sicherheitsoperator auf einem der Sitze sitzt. Die Fahrten sind vollständig unbeaufsichtigt, ohne Mensch auf dem Fahrer- oder Beifahrersitz.
Auf dem Weg zu sieben Städten
Tesla skizzierte seine H1-2026-Rollout-Ziele während der Q4-2025-Ergebnispräsentation: Dallas, Houston, Phoenix, Miami, Orlando, Tampa und Las Vegas. Mit Dallas und Houston jetzt im Betrieb verbleiben bis Juni noch fünf Städte im Zeitplan.
Phoenix soll Berichten zufolge als nächstes an der Reihe sein, wobei bereits Vorbereitungsaktivitäten vor Ort sichtbar sind.
Leistung und Einschränkungen
Die Austin-Flotte hat seit dem Start 15 Vorfälle bei der NHTSA gemeldet, wobei die Unfallraten als vier- bis neunmal höher als bei menschlichen Fahrern beschrieben werden, abhängig vom verwendeten Benchmark. Der Service unterbricht derzeit den Betrieb bei Regen.
Die Flottengröße in Austin liegt zwischen 4 und 12 unbeaufsichtigten Fahrzeugen von insgesamt etwa 80 — was darauf hindeutet, dass auch die neuen Städte mit ähnlich kleinen Betriebspools starten.
Was das für europäische Besitzer bedeutet
Der US-Rollout hat direkte Auswirkungen auf Teslas europäische FSD-Strategie. Die Niederlande wurden am 10. April zum ersten EU-Land, das die Typgenehmigung für FSD Supervised gemäß UN-Regelung R-171 erteilte. Die kommerzielle Rentabilität, die Tesla mit Robotaxi in US-Städten demonstriert, stärkt das Argument für Regulierungsbehörden in Deutschland, Frankreich und anderen EU-Mitgliedstaaten, der niederländischen Genehmigung zu folgen.
Eine Abstimmung im Technischen Ausschuss für Kraftfahrzeuge der EU (TCMV) wird im Mai oder Juni 2026 erwartet. Ein positives Ergebnis würde den FSD Supervised-Zugang auf alle 27 Mitgliedstaaten gleichzeitig ausweiten, ohne dass einzelne nationale Genehmigungen erforderlich wären.
Europäische Tesla-Besitzer beobachten die US-Expansion derweil genau. Jede neue Stadt, die Tesla seiner Robotaxi-Karte hinzufügt, ist ein weiterer Datenpunkt im regulatorischen Argument für einen breiteren europäischen Zugang.
Update: 2026-04-30
Am 30. April 2026 berichtete Electrek, dass die unbeaufsichtigte Robotaxi-Flotte von Tesla endlich sichtbar zu skalieren beginnt. Die kumulierte Fahrzeugzahl in den drei texanischen Städten erreichte 25 — 19 in Austin, 3 in Dallas und 3 in Houston — nachdem sie im Großteil des Jahres 2025 im einstelligen Bereich verharrt hatte. Allein Austin hat in den vergangenen zwei Monaten mehr Fahrzeuge hinzugefügt als in den zwölf Monaten zuvor, was darauf hindeutet, dass Tesla die genehmigungsrechtlichen und technischen Hürden überwunden hat, die die Zahl stagnieren ließen. Tesla rekrutiert zudem Spezialisten für den Flottensupport in neun Städten, darunter Las Vegas, Tempe, Palo Alto, Tampa, Doral und Orlando — also lange vor jeglicher Ankündigung eines Dienstes in diesen Märkten.