Tesla ruft 218.868 Fahrzeuge in den USA zurück, nachdem die National Highway Traffic Safety Administration einen Konfigurationsfehler in der Software beanstandet hat, der das Display der Rückfahrkamera bis zu 11 Sekunden lang schwarz lassen kann, nachdem der Fahrer den Rückwärtsgang eingelegt hat. Der Mangel betrifft ausschließlich HW3-ausgestattete Fahrzeuge mit der Firmware-Version 2026.8.6, und Tesla hat die Behebung bereits als Over-the-Air-Update mit der Bezeichnung 2026.8.6.1 ausgespielt. Zum Zeitpunkt der NHTSA-Meldung hatten bereits 99,92 % der betroffenen Flotte den Patch erhalten (Tesla Issues OTA Recall for Delayed Rearview Camera Display).
Welche Fahrzeuge betroffen sind
Der Rückruf erfasst nur einen schmalen Ausschnitt der Flotte. Betroffen sind ausschließlich Fahrzeuge mit Hardware 3 (HW3), auf denen der spezifische Software-Build 2026.8.6 läuft; HW4-Fahrzeuge sowie alle HW3-Fahrzeuge mit einer anderen Firmware-Version sind nicht betroffen (Tesla to fix 219k vehicles in recall with simple software update).
| Modell | Betroffene Modelljahre |
|---|---|
| Model 3 | 2017, 2021-2023 |
| Model Y | 2020-2023 |
| Model S | 2021-2023 |
| Model X | 2021-2023 |
Die Lücke bei den Model-3-Jahrgängen ist kein Tippfehler. Der Fehler betrifft die ursprüngliche Produktion des Model 3 aus dem Jahr 2017 und tritt anschließend bei den Baujahren 2021-2023 erneut auf, wobei die Jahrgänge 2018-2020 nicht betroffen sind.
Wie der Rückruf an einem einzigen Tag eingereicht und behoben wurde
Der zeitliche Ablauf ist ungewöhnlich gestrafft. Tesla-Ingenieure identifizierten den Kamerastream-Fehler am 10. April 2026 und spielten 2026.8.6.1 bereits am Folgetag, dem 11. April, als OTA aus. Die Servicezentren wurden bis zum 7. Mai 2026 informiert, und die Halterbriefe sollen bis zum 3. Juli 2026 versandt werden (Tesla Fixes Rearview Camera Issue in 220,000 Vehicles with OTA Update).
Der Defekt selbst ist eine Konfigurationsdiskrepanz, die verhindert, dass der Kamerastream beim Einlegen des Rückwärtsgangs zeitnah die MCU erreicht. Der Bildschirm bleibt bis zu 11 Sekunden lang schwarz, bevor das Bild erscheint. Das liegt deutlich außerhalb des regulatorischen Zeitfensters für ein Rückfahrkamera-Display, was den Auslöser für das Eingreifen der NHTSA darstellt.
Warum dies 2026 als Rückruf zählt
Obwohl der Mangel vor der öffentlichen Bekanntgabe nahezu vollständig behoben war, handelt es sich formal um einen Rückruf. Nach US-amerikanischen Vorschriften muss jeder Mangel, der ein unangemessenes Sicherheitsrisiko darstellt, bei der NHTSA gemeldet werden, und die Behebung muss dokumentiert werden — auch wenn die Behebung in einem Software-Push besteht, der die Mehrheit der Flotte bereits erreicht hat. Die NHTSA akzeptiert OTA-Updates zunehmend als gültige Rückrufmaßnahme, und Tesla hat diesen Weg in den vergangenen Jahren wiederholt genutzt (Tesla Recalls Nearly 219,000 Vehicles To Address Rearview Camera Display Issue).
Die praktische Folge: kein Werkstattbesuch, keine Ersatzteile, keine Standzeit. Der regulatorische Papierkram hinkt der Korrektur hinterher.
Was europäische Halter wissen sollten
Dies ist eine Meldung an die US-amerikanische NHTSA, und bisher wurde keine entsprechende Maßnahme einer europäischen Aufsichtsbehörde eingeleitet. Der betroffene Firmware-Build läuft jedoch weltweit, sodass europäische HW3-Halter mit 2026.8.6 demselben Defekt ausgesetzt waren — und sie haben dieselbe Korrektur 2026.8.6.1 nach demselben globalen Rollout-Zeitplan erhalten.
Um Ihr Fahrzeug zu prüfen, öffnen Sie auf dem Touchscreen Steuerung > Software. Steht dort 2026.8.6.1 oder höher, ist der Patch installiert. Befinden Sie sich noch auf 2026.8.6, verbinden Sie sich mit dem WLAN, und das Update sollte automatisch heruntergeladen werden; andernfalls wenden Sie sich an Ihr Tesla-Servicecenter.